Fünftägiger Polen-Besuch

Papst Franziskus reist zum Weltjugendtag nach Krakau

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Das Oberhaupt der katholischen Kirche: Papst Franziskus. Foto: Claudio Peri

Krakau - Heute fliegt Papst Franziskus nach Polen zum Weltjugendtag. Das Kirchenoberhaupt trifft sich auch mit Politikern und fährt nach Auschwitz. Sein Besuch wird mit Spannung erwartet.

Papst Franziskus ist heute zu seinem ersten Besuch in Polen aufgebrochen. Den Schwerpunkt seiner fünftägigen Reise in das tiefkatholische EU-Land bildet der Weltjugendtag im Krakau. Gegen 15 Uhr landete er am Flughafen "Johannes Paul II." und wurde von Polens Präsident Andrzey Duda und dem Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz begrüßt.

Eine halbe Millionen junge Katholiken aus aller Welt werden teilnehmen, die Veranstalter rechnen sogar mit bis zu 1,5 Millionen. Franziskus will dort bis Sonntag mehrfach auf junge Pilger treffen, geplant sind große Messen und andere Begegnungen.

Treffen mit der Staatsspitze

Zum Auftakt seiner Reise trifft er in Krakau zunächst die polnische Staatsspitze um Präsident Andrzej Duda und Regierungschefin Beata Szydlo. Mit Spannung wird erwartet, ob sich der argentinische Papst zu der heiklen politischen Lage in Polen äußern wird. Gegen die nationalkonservative Regierung läuft ein EU-Prüfverfahren wegen einer Justizreform. Ein wichtiges Anliegen des Papstes ist die Hilfe für Geflüchtete - Polen weigert sich, muslimische Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan aufzunehmen.

Zum Programm des Oberhaupts der katholischen Kirche in Polen gehört auch ein Besuch des früheren deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, wo Franziskus am Freitag unter anderem mit Holocaust-Überlebenden spricht. Bereits am Donnerstag plant er einen Abstecher zum Wallfahrtsort Czestochowa (Tschenstochau), wo er zur berühmten Schwarzen Madonna beten will, dem Nationalheiligtum Polens.

Polnische Medien berichten unterdessen, die Regierung in Warschau habe den Präsidenten des Verfassungsgerichts von der Liste der offiziellen Gäste des Papstbesuchs in der Gedenkstätte Auschwitz streichen lassen. Die nationalkonservative Regierung und das Verfassungsgericht streiten seit vergangenen Herbst über eine Justizreform. Szydlo erkennt die Urteile des Obersten Gerichts nicht an und fordert den Rücktritt von Rzeplinski als Präsident des Verfassungsgerichts.

Veranstalter: Mehr Sicherheit geht nicht

Überschattet wird die Reise von mehreren Anschlägen und blutigen Taten in den vergangenen Tagen, darunter in Nizza, München, Ansbach und zuletzt der Angriff auf eine Kirche bei Rouen in Nordfrankreich, bei dem ein Priester getötet wurde. Mindestens 25 000 Polizisten, Soldaten und Rettungskräfte sollen in Krakau für Sicherheit sorgen.

Die Veranstalter sehen nach dem jüngsten Anschlag in Frankreich keine veränderte Sicherheitslage für das große katholische Treffen, das am Dienstag mit einer großen Open-Air-Messe eröffnet worden war. "Krakau ist in dieser Woche wahrscheinlich die sicherste Stadt in Europa", sagte Sprecher Yago de la Cierva. Seine Kollegin Paulina Guzik ergänzte, für den WJT gelte von Anfang an die höchstmögliche Sicherheitsstufe. Mehr sei nicht machbar. In Krakau sind etliche Straße gesperrt, die Polizei zeigt Präsenz. Die Rucksäcke der Passanten werden stichprobenartig kontrolliert. Insgesamt sind 25.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Franziskus' Reise nach Polen wird auch eine auf den Spuren eines seiner Vorgänger sein: Der polnische Papst Johannes Paul II. (1920-2005) wirkte vor seinem Pontifikat jahrzehntelang in Krakau, überall in der Stadt finden sich Stätten der Erinnerung an ihn. Johannes Paul II. wird in Polen hoch verehrt - mitunter an der Grenze zum Personenkult. Das Verhältnis der oft besonders konservativen polnischen Bischöfe zum Papst, der für eine offenere Kirche eintritt, gilt als angespannt.

dpa

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