Am Wiesbachhorn auf 3.300 Metern Höhe:

24 Stunden in Gletscherspalte festgesessen

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Fusch - Am Samstagmittag waren zwei Skitourengeher am Wiesbachhorn auf rund 3.300 Metern in eine Gletscherspalte gestürzt. Erst rund 24 Stunden später konnten sie gerettet werden.

UPDATE, Sonntag 12 Uhr:

Nach rund 24 Stunden hat das Drama ein glückliches Ende gefunden: Am späten Vormittag konnten die beiden Alpinisten, ein 33-Jähriger aus St. Veit (Kärnten) und ein 60-jähriger Passauer, aus der Gletscherspalte gerettet werden. Beide waren unterkühlt, aber sonst in relativ guter Verfassung. Der 60-Jährige war zudem an der Hand verletzt. Beide kamen mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus.

UPDATE, Sonntag 9.05 Uhr:

Auch am frühen Sonntagmorgen gelang es den Bergrettern nicht, bis zu den verunglückten Skitourengehern vorzudringen. Das Wetter sei nach wie vor zu schlecht, so salzburg24.at. Deswegen sei ein weiterer Versuch mit dem Hubschrauber abgebrochen worden. Gegen Mittag soll sich jedoch das Wetter bessern. Dann hoffen die Bergretter, die Unfallstelle endlich anfliegen zu können. Bis dahin müssen die beiden Männer weiter in der Gletscherspalte ausharren. Die beiden Skitourengeher, ein Österreicher und ein Bayer, sitzen seit Samstagvormittag (gegen 11 Uhr ging der Notruf ein) auf rund 3.300 Metern Höhe am Wiesbachhorn fest.

Alpineinsatz am Wiesbachhorn

UPDATE, Sonntag 8.35 Uhr:

Wie salzburg24.at berichtet, wurde der Einsatz am frühen Sonntagmorgen fortgesetzt. Jetzt versuchen Rettungskräfte, zur Unfallstelle vorzudringen. Am Samstag war dies den Rettern wegen den extremen Bedingungen nicht gelungen. Bis zum Abend wurde mit einem Spezialhubschrauber versucht, die Unfallstelle anzufliegen. Doch ab etwa 2.500 Metern seien die Verhältnisse zu schlecht gewesen, ab 3.000 Metern hätte es quasi keine Sicht mehr gegeben, so salzburg24.at weiter.

Der Einsatzleiter von der Bergrettung Fusch, Paul Hasenauer, sagte gegenüber salzburg24.at, dass er zuversichtlich sei, dass die Männer die Nacht überstanden haben: "Sie müssen es nur schaffen, sich warm zu halten!" Die Polizei hielt auch über Nacht Kontakt zu den Bergsteigern, die weiter auf Rettung hoffen. Der Einsatz gilt allerdings als heikel, weil die Lawinengefahr in diesem Gebiet derzeit sehr hoch ist.

Die Erstmeldung:

Zu einem extremen Rettungseinsatz sind die Retter am Samstagmittag auf das sogenannte Sandbodenkees, einem Gletscher am Wiesbachhornmassiv, ausgerückt. Ein 33-jähriger Kärntner und ein 60-jähriger Bayer waren dort trotz extremer Lawinengefahr und ohne entsprechender Sicherung aufgestiegen. Beim Versuch umzudrehen sind die beiden in eine Gletscherspalte gestürzt. Sie setzten einen Notruf ab und hoffen nun auf Rettung.

Die beiden Männer seien rund vier bis fünf Meter tief angestürzt und sitzen nun auf einer Schnee-Eisbrücke in der Spalte fest. Einer der beiden soll leicht verletzt sein - durch die zwangsläufig in einer Gletscherspalte hohe Feuchtigkeit und extreme Kälte sind sie nun der Unterkühlung ausgesetzt. 

Aufgrund der extremen Lawinengefahr und der schlechten Witterung auf rund 3.300 Meter Höhe war die Rettung am Samstag nicht möglich. Die Rettungskräfte, die sich auf den Weg zur Einsatzstelle machten, mussten umkehren und in eine Warteposition gehen, da sie die Männer nicht erreichen konnten.

Derzeit sind Bergungsspezialisten der Bergrettung, darunter der Leiter der Flugrettung in Zell am See und Bergführer Markus Ammon, in ein Spezialisten-Team zusammengefasst.

Die Rettung kann sich laut ersten Informationen noch bis Sonntag hinziehen, weil die Hubschrauber nur bis auf knapp 2.500 Meter Höhe gelangen konnten, um Rettungskräfte dort zum Einsatz zu bringen.

Darüber herrscht extrem schlechte Sicht und sogar Niederschläge sollen eingesetzt haben. So läuft laut Einsatzkräften derzeit einer der schwierigsten Rettungseinsätze der letzten Jahre im Bereich der Gletscherspalten-Rettung.

bp/mw/Aktivnews

Quelle: rosenheim24.de

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