Erdbeben in Chile: Tsunami rast durch Pazifik

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein schweres Erdbeben hat am Samstag Chile erschüttert. 

Santiago de Chile - Ein schweres Erdbeben hat am Samstag Chile erschüttert. Mehr als 78 Menschen kamen ums Leben. Das Beben hat eine Flutwelle ausgelöst. Ein Tsunami rast nun auf Hawaii zu.

Lesen Sie dazu auch:

Hawaii bereitet sich auf einen Tsunami vor

Bundesregierung will mit Botschaft deutsche Opfer finden

Conceptión liegt nach Erdbeben in Trümmern

Ein Erdbeben der Stärke 8,8 hat am Samstag die Mitte Chiles erschüttert und mindestens 64 Menschen das Leben gekostet. Die Erdstöße hatten auch einen Tsunami ausgelöst, der in Wellen mit einer Höhe von bis zu 1,50 Meter auslief und zu Überschwemmungen in einigen Küstenorten führte. Auf einer Insel schwappte eine große Welle bis in die Mitte einer Ortschaft. Zunächst gab es dort keine Informationen über Schäden oder Verletzte.

Während die Tsunami-Gefahr in Chile und Peru gebannt ist, hat man eine Tsunami-Warnung für den Osten Südamerikas, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland herausgegeben. Hinweise auf die Möglichkeit von starken Wellen und Strömungen gibt es nach jüngsten Berichten auch für Kalifornien und Alaska. Allerdings werden dort keine größeren Überschwemmungen erwartet.

Chile im Katastrophenzustand

Erdbeben in Chile: Viele Tote und Tsunami-Angst

Verheerende Folgen in Chile

Nach neuen Angaben von Präsidentin Michelle Bachelet sind mindestens 78 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem habe es schwere Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur gegeben, deren ganzes Ausmaß noch nicht abzuschätzen sei, sagte die Staatschefin im nationalen Katastrophenzentrum.

So wurde der internationale Flughafen der chilenischen Hauptstadt Santiago erheblich beschädigt und ist für mindestens eine Woche geschlossen worden. In der Hauptstadt stürzten auch neue Autobahnbrücken ein. Die Hochhäuser in Santiago hielten den heftigen Erdstößen und mehr als 20 Nachbeben jedoch stand.

Sie rief ihre Landsleute zur Ruhe auf und appellierte an die Menschen, angesichts ausgefallener Ampelanlagen auf Fahrten im Dunkeln zu verzichten. “Wir tun alles, was wir können, mit allen Kräften, die wir haben“, sagte sie aus einem Einsatzzentrum in der Hauptstadt Santiago.

Tsunami-Warnung auch für Australien

Auch für Australien ist eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden. Von einer Flutwelle könnten unter anderem die östlichen Staaten New South Wales und Queensland betroffen sein, erklärte das australische Warnzentrum. Eine solche Welle würde den Kontinent allerdings nicht vor Sonntag erreichen. Die meteorologische Behörde erklärte, vor der Küste Chiles sei ein Tsunami beobachtet worden, der Australien bedrohen könnte.

Das Beben ereignete sich am frühen Morgen rund 320 Kilometer südwestlich von Santiago in einer Tiefe von knapp 35 Kilometern. In Santiago schwankten für eineinhalb Minuten Gebäude, einige stürzten ein. In einigen Vierteln fiel der Strom aus. Telefonverbindungen im gesamten Land waren unterbrochen. In der Stadt Providencia stürzte laut einem Bericht des chilenischen Fernsehens unter anderem eine Kirche ein.

Stärkstes Beben 1960

Auch in Argentinien war das Beben zu spüren. Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer von der zweitgrößten chilenischen Stadt Concepción entfernt. Dort leben mehr als 200.000 Menschen. In rund 100 Kilometern Entfernung liegt der Skiort Chillan, der bei einem Erdbeben 1939 zerstört wurde.

Das stärkste jemals registrierte Beben wurde am 22. Mai 1960 in derselben Region gemessen. Bei dem Erdstoß der Stärke 9,5 kamen damals 1.655 Menschen ums Leben, zwei Millionen wurden obdachlos. Der davon ausgelöste Tsunami tötete Menschen in Hawaii, Japan und auf den Philippinen, an der Westküste der USA richtete er Schäden an.

DAPD

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser