YouTube sperrt Hitler-Aids-Video

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Eine Szene aus dem umstrittenen Clip.

Hamburg - YouTube hat das umstrittene Aids-Video mit einem Adolf-Hitler-Imitator gesperrt. Ein Firmen-Sprecher will das nicht kommentieren. Die Nutzungsbedingungen geben Aufschluss.

Lesen Sie dazu:

Aids-Spot mit Adolf Hitler sorgt für Wirbel

“Dieses Video wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen entfernt“, heißt es zum Beispiel auf der Internetplattform Facebook. Bei YouTube erscheint nur noch das Plakat der Anti-Aids-Kampagne, das Adolf Hitler beim Sex mit einer jungen Frau zeigt. “Wir kommentieren grundsätzlich keine einzelnen Videos und warum manche von ihnen entfernt wurden“, sagte YouTube-Sprecher Henning Dorstewitz am Mittwoch. Ein Verstoß liege dann vor, wenn Szenen mit illegalen, Gewalt verherrlichenden, hetzerischen oder sexuell eindeutigen Handlungen gezeigt werden.

Das Video war international bei Aids-Organisationen auf heftigen Protest gestoßen. Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hatte den sofortigen Stopp der Aktion gefordert. “Das ist eine der schlimmsten Kampagnen seit dem Ausbruch der HIV -Epidemie“, sagte Carsten Schatz von der Deutschen Aids-Hilfe. “Dieser widerliche Spot mit einem Adolf- Hitler-Imitator verhöhnt alle Opfer des Nationalsozialismus und setzt HIV -positive Menschen mit Massenmördern gleich.“ Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte die Kampagne kritisiert.

Sehen Sie hier die Plakate mit Hitler, Stalin und Hussein

Anti-Aids-Kampagne mit Hitler und Stalin

Auf der Internetseite der Kampagne des Vereins Regenbogen - www.aids-ist-ein-massenmoerder.de - ist das Video nach wie vor zu sehen. “Die Kampagne kommt bei jungen Menschen sehr gut an“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Jan Schwertner. Auf die Frage, ob die Seite gesperrt wird, wollte er nicht direkt antworten. “Die Botschaft ist klar. Wer die Botschaft versteht, versteht auch diese Kampagne. Die Kampagne ist jetzt angelaufen, wir werden sehen, was die nahe Zukunft bringt“, sagte Schwertner. Unterstützung bekam der Verein von Ex-Tennisprofi Michael Stich , der sich mit seiner Stiftung ebenfalls im Kampf gegen Aids engagiert und für seine provokanten Kampagnen angegriffen wurde. “Ich hätte den Spot zwar so nicht gemacht, die Initiatoren wollten aber ganz bestimmt niemanden beleidigen, sondern aufklären“, sagte Stich der “Bild“-Zeitung.

dpa

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