Aung San Suu Kyi

Diplomaten dürfen am Prozess teilnehmen

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Die Menschen protestieren gegen den Prozess gegen Aung San Suu Kyi.

Rangun - Die Militärjunta Birmas hat sich offenbar von der heftigen internationalen Kritik am Prozess gegen Suu Kyi beeindrucken lassen. Journalisten und Diplomaten dürften am Prozess teilnehmen.

Nach heftiger internationaler Kritik hat die Militärjunta in Birma Journalisten und Diplomaten vorübergehend zum Prozess gegen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zugelassen. Am Donnerstag sollte die Verhandlung im berüchtigten Gefängnis Insein aber wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt werden, wie ein Regierungsvertreter mitteilte. Suu Kyi, die 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft oder Hausarrest verbracht hat, drohen im Falle einer Verurteilung fünf Jahre Gefängnis.

Das Informationsministerium hatte am Mittwoch entschieden, fünf ausländischen Korrespondenten und fünf Lokalreportern Zugang zum Gerichtssaal zu gewähren. Zudem wurden 29 Diplomaten zugelassen. Die Friedensnobelpreisträgerin dankte ihnen für ihre Unterstützung und sagte, sie hoffe, sie bald unter besseren Umständen wiederzusehen.

Nach dem dritten Verhandlungstag am Mittwoch durfte die 63-Jährige außerdem mit den Botschaftern aus Russland, Singapur und Thailand zu einem Gespräch zusammentreffen. Der britische Botschafter Mark Canning sagte, der Ausgang des Prozesses sei wohl schon beschlossen. Er habe kein Vertrauen in das Verfahren. Der philippinische Geschäftsträger Joselito Chad Jacinto sagte, Suu Kyi habe einen starken Eindruck gemacht. Sie sei dem Prozessverlauf aufgeweckt und konzentriert gefolgt, und ihre Ausstrahlung sei für die Beobachter bewegend gewesen.

Polizei präsentiert Beweisstücke

Der Prozess wurde international als Farce kritisiert. Angeklagt sind insgesamt vier Personen: Suu Kyi und zwei ihrer Mitarbeiterinnen werden beschuldigt, gegen die Auflagen des noch bis zum 27. Mai befristeten Hausarrests verstoßen zu haben, als der 53-jährige Amerikaner William Yettaw sich Zugang zum Haus der Oppositionsführerin verschaffte. Yettaw sitzt als vierter auf der Anklagebank.

Polizisten sagten aus, Suu Kyi habe in einer Vernehmung eingeräumt, den Amerikaner mit mehreren Mahlzeiten bewirtet zu haben. Auch wurden 23 Beweisstücke gezeigt, die Suu Kyi belasten sollen. Darunter waren auch zwei schwarze Ganzkörperumhänge, ähnlich den in Saudi-Arabien gängigen Abayas, die Yettaw für sie mitgebracht haben soll.

Ungewöhnlich deutliche Kritik der ASEAN

Nach westlichen Ländern hat sich am Dienstag auch die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN) mit ungewöhnlich deutlichen Worten an ihr Mitgliedsland Birma gewendet. Die Staatengemeinschaft sei angesichts des Prozesses in “großer Sorge“ und fordere die umgehende Freilassung Suu Kyis. “Die Ehre und Glaubwürdigkeit der birmanischen Regierung stehen auf dem Spiel“, erklärte die ASEAN.

US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte den Prozess gegen Suu Kyi als empörend. Das Militärregimehalte die Friedensnobelpreisträgerin nur wegen ihrer großen Beliebtheit in der Bevölkerung weiter in Haft, sagte Clinton am Mittwoch vor Kongressabgeordneten in Washington. Dies nehme den für kommendes Jahr geplanten Wahlen in Birma schon jetzt ihre Legitimität.

AP

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