Smartphone-Virenscanner ein Doppelagent

Security-App kann zu Sicherheitsproblem werden

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Security-Apps sollen das Smartphone vor Viren schützen, bewirken aber manchmal genau das Gegenteil.

Berlin - Virenscanner sollen ja eigentlich vor Angriffen schützen. Doch in zahlreichen Schutzapps klaffen Lücken, über die Angreifer die App für ihre Zwecke "umdrehen" können.

Security-Apps sollen Android-Mobilgeräte vor Schadsoftware schützen, Schädlinge entfernen und vor unsicheren Webseiten oder Phishing-Angriffen warnen. Dabei können sie aber selbst zum Sicherheitsproblem werden, wie das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) bei einer Analyse von sieben Anwendungen herausgefunden hat. In allen Apps seien Sicherheitslücken entdeckt worden, darunter auch schwerwiegende.

Durch Ausnutzung dieser Schwachstellen können Angreifer dem SIT zufolge etwa unbemerkt die Schutzfunktion der Sicherheits-Apps abschalten oder auch persönliche Daten wie Adressbücher oder Kalendereinträge kopieren. Im schlimmsten Fall ließen sich die Apps in Ransomware verwandeln, die das Handy sperrt und vom Besitzer Lösegeld erpresst.

Die Forscher haben die App-Entwickler nach eigenen Angaben umgehend über die Sicherheitslücken informiert, und die überwiegende Mehrheit habe sofort reagiert und die Schwachstellen geschlossen. Sofern Nutzer in den Play-Store-Einstellungen keine automatischen Updates aktiviert haben, sollten sie prüfen, ob für ihre Security-App eine Aktualisierung angezeigt wird und diese dann installieren.

Wer keine Security-Apps nutzen möchte, kann seinen Androiden auch effektiv vor Schädlingen schützen, indem er keine Software aus unbekannten Quellen und am besten nur populäre Apps aus Googles Play Store installiert. Außerdem ist Vorsicht bei E-Mails, SMS oder aufpoppenden Bannern im Browser geboten, die den Nutzer zu Bestätigungen oder Installationen auffordern: Hier gilt es, keine Links oder Buttons anzutippen. Android-Handys werden zudem mit einer Sicherheitseinstellung ausgeliefert, die festlegt, dass Apps aus unbekannten Quellen nicht installiert werden dürfen. Diese Einstellung tasten Nutzer besser nicht an.

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dpa

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