Wo der Bär brummt

Euro Trek: Härtetest für den Skoda Kodiaq Scout in den Bergen des Balkans

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Durchs Abenteuerland: SUV-Skeptiker Marc Kniepkamp mit dem Skoda Kodiaq, der nach dem Alaska-Braunbären benannt ist.

Kann ein SUV wirklich im rauen Gelände überzeugen? Wir haben es ausprobiert. Mit dem Skoda Kodiaq Scout 900 Kilometer von Bulgarien nach Mazedonien.

Am SUV scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für einen Möchtegern-Geländewagen, der in der Stadt nur Platz wegnimmt und allenfalls bei der unerlaubten Abkürzung durch den Vorortfeldweg mal die ausgebauten Straßen verlässt.

Seine Fans feiern ihn für sein Platzangebot, das er hinter einer sportlichen Fassade zu verstecken weiß. So oder so – der SUV ist klischeebelastet. Die große Frage: Kann ein SUV wirklich im rauen Gelände überzeugen?

900 Kilometer von Bulgarien nach Mazedonien

Um das herauszufinden, ist unser Autor, eher SUV-Skeptiker, mit dem Skoda Kodiaq Scout beim Euro Trek von Sofia nach Skopje mitgefahren. 900 Kilometer in einer weiten Schleife von Bulgarien in die mazedonische Hauptstadt Skopje.

Eine Strecke, die allerbeste Voraussetzungen für Offroad-Härtetests bietet. Denn wer von der Landstraße abbiegt, findet sich schnell im freien Gelände wieder – auf schlammigen Wegen und steilen Abfahrten.

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Von Sofia geht es schnurstracks und noch auf befestigter Straße zur mazedonischen Grenze. Hier macht sich der Kodiaq – benannt nach dem mächtigen Braunbären Alaskas – prächtig. Er liegt bequem auf der Straße, federt grobe Schlaglöcher locker ab. Im Innenraum ist auf allen Sitzen Platz – auch für Mitfahrer mit langen Beinen. In Mazedonien dann der erste Härtetest.

Bei einem Stopp auf dem von Blitzen umtosten Berg Golak bekommen wir unsere Offroad-Einweisung, dann geht es in zwei Konvois auf die Abfahrt durch steiles Gelände. Schnell stellt sich Expeditionsgefühl ein. Ausgestattet mit Funkgeräten zur direkten Kommunikation im Ernstfall und mit auf dem Dach montierten Ersatzreifen geht es auf die Suche nach der Ideallinie.

Ein guter Begleiter: der Offroad-Modus

Dabei hilft uns der eingebaute Offroad-Assistent. Bei der steilen Abfahrt kann sich der Fahrer komplett auf die Suche nach dem Weg konzentrieren. Denn die Bergabfahrhilfe ermöglicht auch steile Abfahrten auf matschigem Untergrund in Schrittgeschwindigkeit – ohne dass der Fahrer eingreifen muss.

Durch automatische Bremseingriffe und die optimale Steuerung der Räder gerät das Auto nicht ins Rutschen und bleibt jederzeit lenkbar – wenn man erst mal Vertrauen zu diesem System gefasst hat, senkt es das Stresslevel des Fahrers enorm.

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Der Offroad-Modus ist bei der Fahrt abseits befestigter Straßen aber noch aus weiteren Gründen Gold wert. Das ESP wird abgeschaltet, stattdessen lässt die Antriebsschlupfregelung ASR mehr Schlupf zu, damit das Fahrzeug auch auf morastigem Untergrund nicht stecken bleibt. Die Unterstützung wirkt – und ist auch bitter nötig.

Denn heftige Regenfälle haben dafür gesorgt, dass die unbefestigten Wege ausgewaschen sind und sich tiefe Fahrspuren gebildet haben. Tückisch: Unter dem Schlamm lauern spitze Steine, die mit ihren messerscharfen Kanten auch die leicht verstärkten Reifen ohne Weiteres aufschlitzen können.

Die Tour bietet den Trek-Teilnehmern so manche Herausforderung. Für den Kodiaq meist kein Problem.

Serienmäßiger Triebwerkunterbodenschutz

Hier hilft kein Assistent, sondern nur eine spezielle Bereifung. Die würde allerdings die Fahreigenschaften des Kodiaq auf der Straße beeinträchtigen und weniger komfortabel machen – und dadurch seine Fähigkeiten als Allrounder schmälern. Und wer doch mal in eine tiefere Fahrspur gerät, läuft trotz der 194 Millimeter Bodenfreiheit Gefahr, aufzusetzen.

Gleichzeitig bewahrt der serienmäßige Triebwerkunterbodenschutz den Kodiaq vor Beschädigungen an Unterboden, Motor, Leitungen und Kabeln. Auch wenn der Kodiaq Scout die Herausforderung im Gelände anstandslos meistert, braucht es gute Nerven, wenn man sich mit einem nicht unbedingt günstigen Auto – der Testwagen würde 53.750 Euro kosten – querfeldein durchs Gelände bewegt.

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Im Alltag wird sich die Frage der Bereifung für den durchschnittlichen Fahrer aber kaum stellen. Der Kodiaq ist eben kein reines Geländefahrzeug, sondern ein Allrounder, der auf der Autobahn eine ebenso gute Figur macht wie auf dem Ziehweg zur Ferienwohnung in den Bergen. Und auch Touren abseits der Straßen gut übersteht.

Damit ermöglicht das Auto seinen Insassen unfassbare Eindrücke. Fahrten durch menschenleere Gebirgslandschaften, durch verlassene Dörfer und Ortschaften, in denen die Ankunft eines so präparierten Fahrzeugs immer noch eine Sensation ist.

Uns kommen winkende Menschen entgegen, die ihre Esel die Wege hochtreiben, die nur mit einem Allrad-Fahrzeug befahrbar sind. Und so ist dieses Auto eben auch die Eintrittskarte in eine andere Welt.

Preis des Skoda Kodiaq Scout

Am Ende des Euro Trek heißt es: Daumen hoch! Unser Testfahrzeug hat unbeschadet die Berge des Balkans überquert und seine Allradtauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Den Skoda Kodiaq Scout gibt es mit einem neuen 2,0-TDI-Motor mit 150 PS, Allrad sowie 6-Gang-Handschaltung (ab 38.290 Euro) oder mit 7-Gang- DSG-Automatik (ab 40.090 Euro). Der Selbstzünder mit 190 PS und 7-Gang-DSG-Automatik ist ab 41 490 Euro erhältlich.

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Marc Kniepkamp

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