Am Wochenende in Bad Aibling

Blaulicht statt Böllerschüsse: Das sagt die Braut zur verrückten Aktion

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Bad Aibling - Blaulicht und Sirenen statt Wachknallen: So begann für Kathi und Leo Pritzl der Hochzeitstag. Wie es zu der ungewöhnlichen Aktion kam und wie das Brautpaar das Aufwecken erlebte, erzählten die Braut und ein Freund des Paares.

Sowas sieht man nicht alle Tage: Um 5 Uhr morgens schrillen Sirenen und das Blaulicht von vier Polizeiautos blinkt vor der eigenen Haustür. Im ersten Moment denkt man da an nichts Gutes. Ausnahmsweise war der Einsatz am Samstag, 17. August, aber eine schöne Überraschung für die Anwohner in Bad Aibling. 

Kathi und Leo Pritzl feierten nämlich an dem Tag Hochzeit. Anstatt des traditionellen Aufweckens mit lautem Knallen hatte sich der örtliche Burschenverein Högling aber etwas Ausgefalleneres überlegt. 

Um die ganz in der Nähe seelig in ihren Zelten schlummernden Echelon-Besucher nicht in Panik zu versetzen, verzichteten die Burschen aufs Wach-Schießen und entschieden sich mit tatkräftiger Unterstützung von acht Polizeibeamten für eine weniger geräuschvolle Variante. 

Kathi Pritzl erzählte im Gespräch mit mangfall24.de, wie sie die witzige Aktion erlebte. In der Nacht habe sie natürlich sowieso nicht so gut schlafen können, sie sei ja aufgeregt gewesen. Sie habe bei sich daheim geschlafen, ihr Verlobter bei sich zu Hause, ganz in der Nähe. Gegen 5 Uhr hat sie dann die Sirenen gehört und Blaulicht vor Leo Pritzls Haus gesehen. Im ersten Moment sei sie erschrocken, Sorge gehabt, dass etwas passiert sein könnte. 

Kurz darauf seien die Streifenwagen dann bei ihr vor der Tür aufgetaucht. Acht Polizeibeamte und die Burschenschaft hätten breit grinsend vor den Autos gestanden. Da habe sie dann schon geahnt, worum es ging. Gerechnet habe sie mit so einer Aktion nicht.

Der ursprüngliche Plan war anders

Geplant war eigentlich alles ganz anders, erzählt Thomas Künzner vom Burschenverein Högling. Ursprünglich hatte man vorgehabt, das Brautpaar ganz traditionell mit lauten Böllerschüssen zu wecken. Weil aber Leo Pritzl bei einem Veranstaltungstechniker arbeitet, der auch am Echelon Festival beteiligt war, wollte er das lieber mit dem Veranstalter abklären. Der wiederum habe bei der Polizei nachgefragt. 

Mario Huber, der Einsatzleiter der Polizei, rief dann beim Vorstand des Vereins an und äußerte Bedenken. Viele Besucher des Festivals, die ganz in der Nähe campten, kennen die bayerische Tradition wahrscheinlich nicht und könnten durch das laute Knallen erschrecken. 

Als Entschädigung für das Verbot bot er aber an, Polizisten mit Streifenwagen vorbei zuschicken, die nach Dienstende das Brautpaar wecken könnten. Zuerst habe ein Beamter mit Megafon den Bräutigam aus dem Haus beordert, dann sei man weiter zur Braut gefahren. Die Burschen seien in den Streifenwagen mitgefahren. "Das war eine komische Erfahrung", so Thomas Künzner. 

Zunächst haben alle die erschrockene Braut verkohlt. "Wir haben so getan als hätte die Polizei uns beim verbotenen Böllern erwischt und wollen uns jetzt mit auf die Inspektion nehmen", so Künzner. Man habe Kathi Pritzl dann aber recht schnell aufgeklärt, was es mit der Aktion auf sich hatte. 

Im Anschluss ging es dann aber doch traditionell weiter, mit Bier und Weisswurstfrühstück für den Burschenverein. Mit dieser ungewöhnlichen Aktion war der Start ins Eheleben für die Pritzls etwas ganz Besonderes. 

jv

Quelle: mangfall24.de

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