Stimmt ab: Findet ihr das Aus für die Ölförderung schade?

Doch keine Ölförderung - "Aber spannende Projekte vorstellbar"

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Nun wird doch kein Erdöl in Ampfing gefördert. Bürgermeister Josef Grundner (CSU) bedauert das, sieht aber die Chance für mögliche andere Nutzungen der Förderstelle.

Ampfing - Zuerst war man guter Dinge, in Ampfing Erdöl fördern zu können. Doch nun teilt das österreichische Unternehmen RDG mit, dass daraus doch nichts wird. Es gibt aber noch Pläne für eine andere Nutzung.

"Während der Testförderung Ende 2019 bis Anfang 2020 haben wir das sogenannte Produktionsverhalten des Sandsteins in 1.950 Metern Tiefe detailliert gemessen und im Anschluss ausgewertet", berichtete das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber innsalzach24.de. "Parameter sind hier die Pumpraten, mögliche Fördermengen und das grundlegende Verhalten der Lagerstätte." Das Ergebnis der Auswertungen habe gezeigt, dass im Ostteil der ehemaligen Erdöllagerstätte von Ampfing im Bereich Schicking keine wirtschaftliche Förderung erwartet werden könne


"Ausschlaggebend ist die Beweglichkeit des im Ampfinger Sandstein verbliebenen Erdöls. Diese ist dort deutlich zu gering, um eine tragfähige Förderung aufzubauen." Inwieweit dieses Ergebnis auf den Westteil der ehemaligen Erdöllagerstätte von Ampfing übertragbar ist, sei Gegenstand weiterer Auswertungen der vorliegenden Daten.

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Nachnutzung wird geprüft 

"Wir untersuchen nun, inwieweit eine Nachnutzung der bestehenden Bohrung in Frage kommt", so das Unternehmen weiter. "Die Gewinnung von Erdwärme aus der Bohrung würde einen Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung der Region bedeuten." Damit würde die RDG vorhandene technologische Möglichkeiten und bestehende Bohrungen nutzen."Dies wäre ein wichtiger Schritt, um eine dezentrale, unabhängige Energieversorgung der Zukunft ermöglichen." 

Die Aufbauarbeiten für die neue Erdöl-Bohranlage

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Hierfür habe das Unternehmen beim Bayerischen Wirtschaftsministerium einen entsprechenden Antrag auf Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme gestellt. "Die Planung sieht vor, bis Ende 2020 die Machbarkeit einer Umstellung auf geothermische Nutzung zu prüfen." Hierfür würde unter anderem ein Erschließungskonzept inklusive Kostenplan erarbeitet sowie eine erste Beurteilung des Wärmebedarfs und der Infrastruktur in der Region vorgenommen. "Wir stehen im Austausch mit der Gemeinde Ampfing, um ein gemeinsames Nachnutzungskonzept auf den Weg bringen zu können."

Ampfinger Bürgermeister bedauert Aus für Projekt

"Wir sind sehr dankbar, dass da nun Überlegungen angestellt werden", erklärt Ampfings Bürgermeister Josef Grundner (CSU). "Aber nun wären grundsätzlich allerhand spannende Projekte vorstellbar. Von der Thermalwasserförderung über die Versorgung von neuen Baugebieten bis hin zu einem Thermalbad." Doch einen, nicht unerheblichen Haken gäbe es leider. "Die Förderstelle ist ja südlich der Autobahn, das überwiegende Gemeindegebiet aber nördlich. Das würde für eine Nutzung einiges an Herausforderungen mit sich bringen."

Auch sonst sei man sehr zufrieden mit der Tätigkeit des österreichischen Unternehmens gewesen."Die RDG war, obwohl nicht ein Tröpfchen Öl floss, ein bisher guter Gewerbesteuer-Zahler", berichtet Grundner. "Wir sind auch immer gut mit ihnen zurecht gekommen. Die Bevölkerung wurde immer vorbildlich informiert, inklusive dem Informationsbüro mitten im Ort." Er bedauere es daher sehr, dass die Investitionen bisher kein positives Ergebnis gehabt hätten. "Aber vielleicht wird ja noch etwas daraus!"

hs

Quelle: innsalzach24.de

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