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Schlimme Zustände bei Transport nach Ampfing

Nach Tier-Skandal: Bald wieder Mahnwache vor Puten-Schlachthof

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Die Aufnahme des Vereins "Soko Tierschutz" zeigt, wie ein Arbeiter in Ungarn einen Truthahn in einen Tiertransporter schmettert, der die Tiere zur Schlachtung ins 550 km entfernte Ampfing Bayern bringt.
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Ampfing - Ende der vergangenen Woche wurden heftige Tierquälerei-Vorwürfe gegen die Transportbedingungen der im Ampfinger Schlachthof verarbeiteten Puten laut. Nun soll es bald wieder Mahnwachen geben.

"Was ist eigentlich aus den Mahnwachen vor dem Schlachthof geworden", diese Frage kam in unserer Leserschaft des öfteren auf. "Wir haben nie aufgehört", betont Claudia Helbling von der Tierschutz-Organisation "Ein Licht der Hoffnung". "In der letzten Zeit haben wir nur nicht mehr so sehr die Aufmerksamkeit der Medien erhalten." 

Schon seit vielen Jahren Protest

Das Leid von Puten in Mastbetrieben und dem Weg zur Schlachtung sei leider ein meist vergessenes, beklagt sie. "Viele Leute können leider kein Mitgefühl auf Grund ihres Aussehens für sie aufbauen. Dabei sind das sehr intelligente, neugierige und soziale Tiere." 

Eine Mahnwache gegen den Schlachthof im Jahr 2015.

Schon seit vielen Jahren organisiert sie den Protest gegen den Schlachthof. Sie könne die Berichte der "Soko Tierschutz" nur bestätigen, die Tiere hätten teils ein sehr geschundenes Aussehen. "Viermal im Jahr halten wir unsere Mahnwachen im Rahmen des Mahnwachenaktionstages ab. Das nächste Mal voraussichtlich zwischen Ende September und Anfang Oktober. Das genaue Datum wird noch bekanntgegeben.

Ampfinger Gemeinderat: Vorwürfe wenig überraschend

Im Ampfinger Gemeinderat war Rainer Stöger (Grüne) von Anfang an kritisch gegenüber dem Schlachthof. Ihn überraschten die neuen Enthüllungen nicht, bemerkt er. Vielmehr handle es sich um ein Musterbeispiel für Irrwege der Ernährungspolitik. "Das fing mal als regionale Erzeugergemeinschaft im kleinen Stil an, wechselte dann immer wieder den Eigentümer zu immer größeren Konzernen. Der Betrieb hat ja auch in der Vergangenheit ständig erweitert. Da habe ich mich schon öfters gefragt, woher die ganzen Tiere kommen." 

Er weist darauf hin, dass der Schlachthof selbst, im Rahmen der konventionellen Tierhaltung, nicht gegen gesetzliche Regelungen verstoßen habe. "Wie die Puten dagegen im Mastbetrieb gehalten werden und was da auf den Transporten passiert, ist allerdings schlimm." 

"Soko Tierschutz" beklagte Transportbedingungen

Ende der vergangenen Woche wandte sich der Verein "Soko Tierschutz" mit heftigen Vorwürfen an die Öffentlichkeit. Im Ampfinger Puten-Schlachthof verarbeitete Tiere müssten zuvor einen qualvollen Transport von einem Zuchtbetrieb in Ungarn aus erdulden und das Fleisch würde dann durch eine Gesetzeslücke als aus Bayern deklariert, so die "Soko".

Das Unternehmen erklärte in der Folge, dass 90 Prozent seines Putenfleischs aus Deutschland stammen würde. Der Betrieb in Ostungarn werde bis zur Klärung der Vorwürfe keine Puten mehr nach Ampfing liefern. Bisher hätten sich jedoch aus den Transport- und Veterinärprotokollen keine Hinweise auf mögliche Tierschutzvergehen ergeben."Bei dem angesprochenen Putentransport aus Ungarn wurden keine Auffälligkeiten festgestellt", erklärte auch das Landratsamt Mühldorf am Inn auf Nachfrage von innsalzach24.de.

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) äußerte sich. Er forderte, es müsse gegen irreführende Kennzeichnung vorgegangen werden. Produktion und Schlachtstätten sollten künftig näher beieinander liegen. 

Quelle: innsalzach24.de

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