52-jähriger Tscheche sitzt in U-Haft

Anklage nach irrem Überholmanöver auf B12: "Versuchter Mord aus Heimtücke"

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Freyung-Grafenau - Mitte Januar tauchte in Facebook ein unglaubliches Video auf. Zu sehen: Ein waghalsiges Überholmanöver eines Lkw-Fahrers auf der B12 bei Freyung-Grafenau. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. 

Im Januar 2019 schockierte ein Video das Internet, in dem ein Lastwagenfahrer eines tschechischen Speditionsunternehmens ein lebensgefährliches Überholmanöver auf der Bundesstraße B12 hinlegte. 

Nicht einmal eine Woche nach dem waghalsigen Manöver vermeldete das Polizeipräsidium Niederbayern, dass der Lkw-Raser ermittelt werden konnte. Demnach handelte es sich beim Fahrer des überholenden Lastkraftwagens einer tschechischen Firma um einen 52-jährigen tschechischen Staatsangehörigen. 

Der Mann wurde im März festgenommen und saß seit dem in seiner Heimat im Gefängnis. Er stimmte zunächst einer Auslieferung nach Deutschland nicht zu. Im Juni wurde sein Einspruch von den tschechischen Behörden abgelehnt und der Lkw-Fahrer nach Passau ausgeliefert. 

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Wie pnp.de berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Passau Anklage gegen den tschechischen Lasterfahrer am Landgericht Passau erhoben. Der Vorwurf: "Versuchter Mord aus Heimtücke mit gemeingefährlichen Mitteln". Des Weiteren soll dem Mann vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung vorgeworfen werden. Sollte das Landgericht Passau die Anklage zulassen, kommt es zum Prozess.

Kurze Zeit nach dem Überholmanöver entschuldigte sich bereits die betroffene Spediteur-Firma via Facebook und auch der beteiligte Busfahrer meldete sich zu Wort. 

Hintergrund

Acht Monate ist es her, dass ein Dashcam-Video auf Facebook für Furore sorgte. Zu sehen ist dort ein Lastwagen der tschechischen Spedition Mikostar, der am Ende einer zweispurig ausgebauten Strecke bei Freyung-Grafenau einen anderen Lkw kurz vor einer Rechtskurve überholt.

Nichts kann den Fahrer aufhalten. Er ignoriert rigoros die Sperrlinie und schert auch nicht wieder ein, als ihm ein Schulbus und vier Autos dahinter entgegenkommen. Erst als er den Lkw erfolgreich überholt hat, schert er wieder auf seiner Spur ein und setzt unbehelligt durch die Geschehnisse seine Fahrt Richtung Tschechien fort.

In dem entgegenkommenden Bus, einem Schulbus, saß Fahrer Franz Heinzl (52). Ihm saß auch über einen Monat nach dem Vorfall noch der Schrecken in den Knochen. „Dieser irre Lkw-Fahrer wollte mich umbringen! Ich bin froh, dass ich noch lebe“, sagte Busfahrer Heinzl gegenüber der Bild. Nur zehn Minuten zuvor habe er 42 Schüler in Freyung abgesetzt. „Dieser Verrückte gehört nie mehr in einen Lkw, der ist eine Schande für unseren Berufsstand.“

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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