Auch viele Gaffer bei tödlichem Drama auf A94 bei Anzing

Ersthelfer erschüttert: "Ich wollte nicht, dass er verbrennt!"

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Anzing - Schreckliche Szenen haben sich am Mittwoch auf der A94 im Landkreis Ebersberg abgespielt. Nach einem schweren Unfall kämpften mutige Ersthelfer mit bloßen Händen und Feuerlöschern um das Leben eines jungen Mannes in einem brennenden Fahrzeug.

Einer der Ersthelfer, der Lastwagenfahrer Gani N., erlitt bei seinem Einsatz selbst Verbrennungen an der Hand und hat über seine Erlebnisse anschließend mit unserem Partnerportal merkur.de gesprochen. "Die Flammen kamen immer wieder. Ich wollte nicht, dass er verbrennt. Ich habe dabei an seine Familie gedacht", sagte der 56-Jährige, der mit seinem Getränkelaster auf dem Weg nach Hohenlinden war.

Mit vereinten Kräften gelang es den insgesamt drei Ersthelfern schließlich durch Scheibe einschlagen, Gurt durchschneiden und Beifahrersitz umlegen den Mann aus dem Wrack zu ziehen, bevor dieser von den Flammen erfasst wurde. Das Trio war danach völlig geschockt, als klar wurde, dass der junge Mann vom Notarzt nicht mehr wiederbelebt werden konnte.

Tödlicher Unfall auf A94 bei Anzing

Überhaupt nicht verstehen kann Gani N. jedoch das Verhalten vieler anderer Autofahrer. Er selbst versuchte, andere Verkehrsteilnehmer anzuhalten. "Die sind aber einfach weitergefahren. (...) Das ist alles so schnell gegangen. Uns hat wirklich keiner geholfen", schimpfte der Kosovare über die Gaffer. Zusammen mit den beiden anderen Helfern wurde er anschließend von Sanitätern und vom Kriseninterventionsdienst versorgt.

Mann prallt mit Auto gegen Brückenpfeiler

Bei dem fürchterlichen Unfall am Mittwochmittag, 10. April, kam ein 28-jähriger Mann aus dem Landkreis Ebersberg ums Leben. Der Mann war gegen 12.20 Uhr mit einem Renault von der Autobahn abgekommen und kurz vor der Anschlussstelle Anzing gegen einen Brückenpfeiler geprallt. Das total demolierte Fahrzeug kam anschließend im Straßengraben zum Liegen und begann zu brennen.

Die mutigen Ersthelfer hatten den bewusstlosen und schwerst verletzten Fahrer aus dem Fahrzeug retten können, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in einer Pressemitteilung bekannt gab. Rettungsdienst und Notarzt begannen anschließend sofort mit der Reanimation. Für den jungen Mann kam allerdings jede Hilfe zu spät. Er starb noch an der Unfallstelle.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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