Mit Video von vor Ort

Ausschreitungen in Regensburg: Jugendliche bewerfen Polizisten mit Steinen, Schuhen und Handys

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Feiernde bewerfen Polizisten in Regensburg mit Pflastersteinen.
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Regensburg - Eine Gruppe lautstark feiernder junger Leute hat am Montagabend (19. August) auf dem Regensburger Domplatz Polizisten mit Pflastersteinen beworfen und angepöbelt.

Dabei wurden mehrere Einsatzwagen sowie geparkte Privatautos beschädigt, wie die Polizei mitteilte. Die zehn bis zwölf Randalierer waren zwischen 15 und 30 Jahre alt. Passanten hatten die Gruppe der Polizei gemeldet. Diese würden Flaschen zerschlagen, laut Musik abspielen, Alkohol konsumieren, herum schreien und, so wurde es beschrieben, „sich aufführen“. Auch körperliche Auseinandersetzungen seien beobachtet worden.

Ein 20-jähriger Mann mit irakischer Staatsangehörigkeit flüchtete vom Domplatz in Richtung Kornmarkt und beschädigte dabei einen geparkten Streifenwagen. Er konnte nach kurzer Verfolgung durch Polizeibeamte zu Boden gebracht und festgenommen werden. 

Seine 21-jährige deutsche Freundin versuchte dies zu verhindern, indem sie auf die Beamten körperlich einwirkte. Auch sie wurde daraufhin festgenommen. Der 20-Jährige wurde zur Unterbindung weiterer Straftaten über Nacht in Sicherheitsgewahrsam genommen und am Dienstagmorgen entlassen. Die 21-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen ebenfalls entlassen. Während der Festnahme wurden die Beamten von einem noch Unbekannten mit Schuhen und einem Mobiltelefon beworfen.

Video dokumentiert Ausschreitungen in Regensburg

Auf Facebook hat der "TVA - Fernsehen für Ostbayern" ein Video der Ausschreitungen veröffentlicht. Darin zu sehen wie uniformierte Polizisten eine Gruppe Jugendlicher kontrolliert. Dann laufen die ersten Polizisten in Richtung Einsatzfahrzeuge, junge Männer rennen hinterher. Zudem wurden die durch die geworfenen Pflastersteine beschädigten Autos dokumentiert.

Ebenfalls kam es zu mehreren Pflastersteinwürfen gegen Polizeibeamte, Polizeifahrzeuge und geparkte Fahrzeuge Unbeteiligter. Ein Beamter wurde durch einen Steinwurf am Oberkörper getroffen. Er wurde, wohl Dank seiner Schutzweste, nicht verletzt.

Ein 17-jähriger Iraker wurde wegen u.a. des Verdachts des Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Beleidigung vorläufig festgenommen. Er wird am Dienstagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Ermittlungen gegen elf Randalierer

Insgesamt werden derzeit Ermittlungen gegen elf Beschuldigte im Alter von 16 bis 32 Jahren geführt. Davon fünf Personen mit deutscher und sechs Personen mit irakischer Staatsangehörigkeit. Neun von ihnen haben ihren Wohnsitz in Stadt- oder Landkreis Regensburg, eine Person im Landkreis Schwandorf und eine weitere Person im Landkreis Tirschenreuth.

Von den randalierenden Personen wurden mehrere Verdächtige durch den Einsatz von Pfefferspray leicht verletzt. Sie wurden einer medizinischen Behandlung zugeführt.

Nach derzeitigem Stand wurde circa ein Dutzend Fahrzeuge beschädigt. Darunter zwei Polizeifahrzeuge, mehrere geparkte Privatautos und ein geparkter Roller. Der dadurch entstandene Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf mehrere tausend Euro.

mh/dpa/Polizeipräsidium Oberpfalz

Quelle: rosenheim24.de

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