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ILSE AIGNER LIVE IM UNTERRICHT

Bad Aiblinger Realschüler: Sozialkunde mit der Landtagspräsidentin

Eine Stunde lang stand Landtagspräsidentin Ilse Aigner Schülern der Wilhelm-Leibl-Realschule virtuell Rede und Antwort.
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Eine Stunde lang stand Landtagspräsidentin Ilse Aigner Schülern der Wilhelm-Leibl-Realschule virtuell Rede und Antwort.
  • VonJohann Baumann
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Sie ging hier einst selbst zur Schule und machte dort ihren Abschluss. Jetzt kehrte Landtagspräsidentin Ilse Aigner zu einer virtuellen Sozialkundeunterricht-Stunde an die Wilhelm-Leibl-Realschule zurück. Und gewährte den Schülern spannende Einblicke.

Bad Aibling– Seit Wochen ist an Wilhelm Leibl-Realschule „Homeschooling“ angesagt. In diesem Rahmen erlebten 64 Schüler der zehnten Jahrgangsstufe (Abschlussklassen) eine ganz besondere Unterrichtseinheit im Fach Sozialkunde: Aus dem rund 50 Kilometer entfernten München war in einer Videokonferenz Landtagspräsidentin Ilse Aigner zugeschaltet und gab dem Begriff „Distanzunterricht“ damit eine buchstäbliche Bedeutung.

„Es ehrt uns ungemein, dass sich die Präsidentin des Bayerischen Landtags trotz eines vollen Terminkalenders Zeit nimmt, um mit unseren Schülern in einen Dialog einzutreten“, betonte Direktor Matthias Wabner. Seit Wochen befände man sich in großer Distanz und sei sich doch bildlich gesprochen näher denn je.

So funktioniert die Demokratie

Die Schüler Fabian und Anna (10d/10c) moderierten den gut strukturierten Fragenkatalog an die Politikerin, die die Wilhelm Leibl-Realschule besuchte und dort 1981 ihren Abschluss machte. Auf die Frage nach Einzelheiten ihrer Tätigkeit als Landtagspräsidentin antwortete sie, dass dazu gehöre zu erklären, wie „Demokratie funktioniert“.

Jessica (10c) erkundigte sich nach Aigners Engagement als Schülerin und nach ihren damaligen Wahlfächern. „Ich war Klassen- und Schülersprecherin und habe den Wirtschaftszweig gewählt“, lautete die Antwort.

Lehre im elterlichen Betrieb

Zur Frage von Edgar (10c) und Noe (10a) nach ihrer Ausbildung erklärte sie, dass sie im elterlichen Betrieb eine Lehre als Radio- und Fernsehtechnikerin absolviert, sich anschließend zur Elektrotechnikerin weitergebildet und später bei der Eurocopter Group im Bereich Hubschrauber gearbeitete habe. „Man muss nicht studiert haben, um in die Politik zu gehen“, bekräftigte sie.

Nach weniger angenehmen Merkmalen ihrer Tätigkeit fragte Franziska (10c). „Viel unterwegs sein, wenig Freizeit und man ist nicht unerkannt, da wäre Blödsinn zu machen nicht so gut.“ „Wären Sie gerne Ministerpräsidentin?“, fragte Fabian (10d) den virtuellen Gast. „Wer will das nicht“, räumte Ilse Aigner ein, „aber wir haben einen ausgezeichneten Ministerpräsidenten und ich bin gerne Landtagspräsidentin“.

„Zwischenrufe im Landtag“ thematisierte Julia (10b). „Diese sind gestattet, ich habe eine große Glocke, im schlimmsten Fall kommt die Polizei, und wenn ich als Präsidentin meinen Platz verlasse, ist die Sitzung beendet“, schilderte sie die „präsidiale Maßnahmen-Palette“. Auf Fehler beim Lockdown angesprochen stellte Aigner fest: „Im Rückblick ist man immer schlauer – wie beim Beispiel Masken“. Zuerst habe es geheißen, sie brächten nichts und jetzt seien sie sehr wichtig. Eine negative Entwicklung werde Politikern angelastet, während man bei der Wissenschaft von neuen Erkenntnissen spreche.

Breiten Raum bei den Fragen nahm die Corona-Pandemie ein wie etwa eine mögliche Impfpflicht, die Sofia (10a) ansprach („dagegen, außerdem sei derzeit ohnehin genügend Impfstoff vorhanden“).

Sorge um weniger Chancen auf Ausbildungsplatz

Schulische Nachteile durch fehlende Leistungsnachweise oder verminderte Chancen auf Ausbildungsplätze befürchtete Linda (10b). Die Landtagspräsidentin glaubt nicht an Probleme bei einem eventuellen Übertritt an andere Schulen – und die Ausbildungsplätze hingen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Zu den von Elijah (10b) angesprochenen Schwierigkeiten bei der Auszahlung der Corona-Hilfen wies Aigner daraufhin, dass in Deutschland mehr Hilfe als in allen anderen europäischen Ländern gewährt werde.

Zum von Lilian (10b) genannten Problem „Mangel an Pflegekräften“ hob die Präsidentin hervor, dass es auch auf die Wertschätzung in der Bevölkerung ankomme, die man gar nicht bezahlen könne. Der Knackpunkt sei neben der Bezahlung die unregelmäßige Arbeitszeit.

Ihre Einstellung zu Corona-Leugnern wollte Lucas (10a) wissen. „Mit diesem Begriff muss man vorsichtig umgehen und sie nicht pauschal als ,Covidioten‘ bezeichnen“, unterstrich sie. Verschwörungstheorien verurteile sie. Zu den weiteren Themenkomplexen, die zur Sprache kamen, zählten unter anderem auch noch der Brennernordzulauf und Drogen,

Die virtuelle Fragerunde beschloss Yasmin (10a) mit „Warum wollten Sie Politikerin werden?“. Aigner legte dazu ihre ehrenamtlichen Anfänge in der „Jungen Union“ und im Gemeinderat dar. Auch ihre damalige Kandidatur für den Landtag sei kein gezielter Plan gewesen. „Es hat sich so ergeben und ich habe es nicht bereut“, bekannte sie.

Beste Erinnerungen an die Schulzeit

Am Ende des einstündigen speziellen Distanzunterrichts dankte Aigner allen Beteiligten und lobte Fabian und Anna für die hervorragende Moderation. „Ich habe es gern gemacht und mache es bald gerne wieder real“, erklärte sie und attestierte mit Blick auf ihren Realschulbesuch: „Es war eine so schöne Schulzeit.“

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