Nach Badeunfall am Hochstraßer See

Verkürzter Arm nach Not-OP: Keine Entwarnung - Spendenaufruf gestartet

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Landkreis Rosenheim - "Die nächsten Tage sind entscheidend", äußert sich der Münchner Handchirurg zur zehnstündigen Operation, nachdem am vergangenen Freitag ein 13-jähriger Junge bei einem Badeunfall am Hochstraßer See seinen Unterarm verlor. Der Großcousin des Jungen startete zudem einen Spendenaufruf.

Bei einem Badeunfall am 26. Juli hat sich ein zwölfjähriger Junge am Hochstraßer See schwer verletzt. Der Bub war mit seinem Arm in einer Schlaufe an den sogenannten "Sprungbäumen" hängengeblieben und hatte sich dabei den Arm abgerissen. 

In einer fast zehnstündigen Operation gelang es einem Spezialistenteam den Unterarm wieder anzunähen. "Derzeit haben wir eine sehr gute Durchblutung des replantierten Arms. Die rekonstruktive Mikrochirurgie hat eine Wiederherstellung von Nerven und Gefäßen möglich gemacht", sagt Prof.Dr. Riccardo Giunta, Leiter des Hand-Trauma-Zentrums der Abteilung für Handchirurgie am Klinikum der LMU, im Interview mit unserem Partnerportal tz.de.

Amputation noch nicht auszuschließen

Die nächsten Tage seien sehr entscheidend, denn hier könne es zu Durchblutungsstörungen kommen. "Er ist jetzt auf Intensivstation. Der Arm wird kontinuierlich überwacht. Wenn Durchblutungsprobleme auftreten, müsste er eventuell noch einmal operiert werden", erklärt Prof.Dr. Riccardo Giunta im Gespräch mit tz.de. Auch eine Amputation sei noch nicht auszuschließen. 

Aus medizinischer Sicht sind Ausrissverletzungen die schwersten Varianten bei Replantationen. Acht Chirurgen sowie ein Team der Anästhesie kämpften in einem zehnstündigen Eingriff um den Unterarm des kleinen Jungen, welcher direkt unterhalb des Ellbogengelenkes abgetrennt worden war und vor der Operation verkürzt werden musste. Ein Eingriff ist nur in den ersten sechs bis acht Stunden nach dem Abriss erfolgsversprechend. 

Der richtige Umgang mit einem Amputat

Prof.Dr. Riccardo Giunta lobte gegenüber unserem Partnerportal tz.de nochmals das Verhalten der Ersthelfer. "Ein Amputat sollte schon von den Ersthelfern in sterile Kompressen gepackt werden. Die wiederum sollte man in eine zweite Tüte mit Eis und Wasser legen." Um Gefrierschäden zu vermeiden, sollte man das Amputat nie direkt auf Eis legen. 

Spendenaufruf

Am Montagabend wurde auch ein Spendenaufruf für den 13-jährigen Jungen gestartet. Der Großcousin möchte mit seiner Aktion die Familie in dieser Zeit unterstützen. "Da der Heilungsweg bisher in keinster Weise absehbar ist, soll der Spendentopf beispielsweise für in Zukunft anstehende Reha-Maßnahmen genutzt werden. Wir wollen der jungen Familie ein "Finanzkissen" für diesen Weg bieten. Hier zählt jede Spende", schreibt der Initiator. 

Quelle: rosenheim24.de

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