Berichte aus dem Landkreis Altötting

So kämpfen Wirte und Gastronomen um ihre Existenz

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Mehr als die erwarteten 6500 Euro kamen bei dem Crowdfunding binnen einer Woche zusammen, sodass die Hälfte des Überschusses nun an die Kreiskliniken Altötting-Mühldorf gespendet werden kann

Bayern / Altötting - Die Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern, verbunden mit umfassenden Schließungen und Ausgangsbeschränkungen, verändern schon jetzt unser tägliches Leben. Seit über einer Woche müssen nun auch Gastwirte und Hotelliers in der Region umdenken. Dabei trifft es große und kleine Betriebe in der Region völlig unterschiedlich.

„Ich bin froh, dass endlich unsere langjährigen Bemühungen und Investitionen nützlich sind“, erklärt Gerhard Plankl aus Altötting. Trotz der Schließung der meisten Lokalitäten ist der Gastronom und Hotelbesitzer aus Altötting vom Landratsamt angehalten worden, als Versorgungsbetrieb weiter geöffnet zu haben: „Wir sollen nötigenfalls zusätzliches Klinikpersonal oder Monteure beherbergen“, so der Altöttinger Unternehmer. 

Schon immer hatte der Hotellier versucht, Hygiene und Gastlichkeit miteinander zu verbinden: „Seit ein paar Jahren hängen bei uns Hinweise, dass man auf Händeschütteln verzichten soll“, erklärt Gerhard Plankl. Zu einer Reihe von anderen Maßnahmen sind jetzt noch Desinfektionsspender im ganzen Haus dazu gekommen.

Auch andere Lokalitäten müssen momentan überlegen, was sie tun können. Schnell geschaltet hat dabei zum Beispiel Tom Wörl, der Geschäftsführer des Silo1 in Töging. Um die nötige Summe von geschätzten 6500 Euro zur Zwischenfinanzierung während der Zwangsschließung zu bekommen, rief er bereits in der vergangenen Woche über das Internet zu einem Crowdfunding auf. „Wir wollen aber nicht nur um Geld betteln!“, erklärte er dazu im Gespräch mit innsalzach24.de. So wollte man sich bei jedem Spender erkenntlich zeigen, indem man den Gönnern im Gegenzug kleine Präsente zukommen lasse. 

Das Ganze war binnen kurzer Zeit sogar so erfolgreich, dass die Hälfte des Überschusses nun seitens an das Altöttinger Krankenhaus weitergeleitet werden soll. Eine andere Lösungen hat beispielsweise Sabine Detter vom Graminger Weißbräu gefunden: „Manche von unserer Belegschaft konnten kurzfristig saisonale Arbeit annehmen“, so die Geschäftsführerin. Ein Weiterbetrieb wäre einerseits nicht erlaubt und „der Situation auch nicht angemessen“, erklärt die Wirtin weiter.

Wie lange das Internet als Behelfslösung zur Überbrückung der schweren Zeit her halten kann, ist indes unklar. Bei insgesamt zurückhaltendem Bierkonsum sind allerdings beim Graminger Weißbräu alleine gestern über das Internet zwei Direktkunden hinzu gekommen. 

„Wir haben ja schon lange Kunden, die wir immer freitags mit Getränken beliefern“, so Sabine Detter. Nur indirekt überbrücken kann das Internet beim Betrieb des Burghauser GUM. „Disco, Bar und Catering haben momentan genauso geschlossen, wie unser Musikhaus“, erklärt der Inhaber Ulrich Meisinger. Zwar könne man über die Homepage des Musikhauses weiterhin bestellen, aber die Erfahrung zeige, dass die Menschen sich jetzt in der Krise kein Musikinstrument kauften. „Obwohl vielleicht gerade jetzt viele wieder einmal die Zeit hätten, sich mit einem Instrument zu beschäftigen“, so Ulrich Meisinger. 

In Sachen Gastronomie hat das Team aber beschlossen, den gesamten Betrieb inklusive des Catering herunterzufahren. Schließlich wolle man den Lieferdiensten nicht ihr Geschäft kaputt machen. Sogar auf die 52. Maiwies’n in Burghausen, die ab dem 15. Mai starten soll, könne sich die Krise noch auswirken: „Für unseren Wiesn’Stadl bzw. die Almhütte muss man ja jetzt schon die Verträge machen“, so Ulrich Meisinger. Der Burghauser Unternehmer ist überzeugt, dass jetzt nur ein Zusammenhalten weiter helfe, bei dem vor allem auch die kleinen Gewerbetreibenden unterstützt werden.

pbj

Quelle: innsalzach24.de

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