"Es muss jetzt was passieren"

Petition zur stufenweisen Öffnung von Hotels im Berchtesgadener Land

Berchtesgaden - Seit 18. März sind alle Restaurants, Gaststätten, Clubs, Bars und Hotels geschlossen. Während zumindest Speiselokale einen Liefer- oder Abholservice anbieten können, bleiben die Hotels leer. Ein Grund für Alexandra P. vom Alpenhotel Weiherbach zu handeln.

Alexandra P. ist die dritte Generation, die im Alpenhotel Weiherbach in Berchtesgaden arbeitet. Gegründet hat es ihr Opa, zusammen mit Papa Benno kümmert sie sich um den Betrieb. Doch seit 18. März steht der Betrieb aufgrund der Corona-Krise still. Nur Stillsitzen wollte Alexandra jetzt nicht mehr und hat eine Online-Petition gestartet.


Sie fordert die "stufenweise Öffnung für Hotelbetriebe im Berchtesgadener Land". Mittlerweile hat sie 1.064 Unterschriften (Stand 5. Mai 2020) zusammen, 1.200 benötigt sie, damit die Petition bei der Regierung von Oberbayern landet und dann entsprechend reagiert werden kann. Papa Benno unterstützt Alexandra bei ihrem Vorhaben: "Wir wären absolut vorbereitet, unter den notwendigen Hygiene-Maßnahmen zu öffnen."

Eine Plexiglasscheibe könnte an der Rezeption montiert, die nötigen Abstände eingehalten werden. Die Tische könnten weit genug auseinander gerückt, das Frühstück nicht als Buffet sondern nach Wunsch serviert werden. "Regelmäßige Desinfektion ist für uns eine Selbstverständlichkeit", betont Benno P.


Trotz Corona-Krise: "Die Gäste wollen kommen"

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Der Hotelbetreiber befürchtet kein Ausbleiben der Gäste. "Wir haben sehr positive Reaktionen, die Gäste wollen kommen", ist er sich sicher. Sein persönlicher Eindruck sei auch, dass sich die Leute an die derzeitigen Vorgaben hielten. Wenn er mit seiner Frau spazieren gehe und Bekannte treffe, bleibe man im entsprechenden Abstand stehen und gehe nach kurzer Unterhaltung weiter.

Noch für diese Woche hat die Ministerpräsidenten-Konferenz einen Fahrplan versprochen, wie weitere Maßnahmen zur Lockerung des Corona-Shutdowns aussehen könnten. "Ich bin grundsätzlich positiv eingestellt", erklärt Benno P. gegenüber BGLand24.de. Er erhofft sich konkrete Angaben zu den notwendigen Maßnahmen, die Hotels beachten müssen: "Wie groß muss die Plexiglaswand an der Rezeption sein? Wie viele Gäste dürfen gleichzeitig ins Schwimmbad, dürfen in die Sauna nur Einzelpersonen?"

Drei Generationen leben von Hotel-Betrieb

Bis es soweit ist, nutzt die Familie die Möglichkeit zur Renovierung. "Wir haben das Glück, dass uns das Hotel gehört. Andere haben mit Pacht, Leasing und ähnlichem hohe Fixkosten." Dennoch müssen auch hier drei Generationen von den Hoteleinnahmen leben. "Das Personal läuft uns weg. Sie suchen sich verständlicherweise andere Berufe, um Geld zu verdienen." Sollte Österreich vor Deutschland den Hotelbetrieb aufnehmen, wird es doppelt schwierig Personal zu finden. "Deshalb möchten wir, dass man einen Strich macht, dass etwas passiert."

Konkret fordert Alexandra P.: "Wir wollen die Übernachtungen zumindest stufenweise hochfahren, natürlich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Abstandsregelung, mit einer Auslastung von zum Beispiel anfangs nur 20 bis 30 Prozent des Betriebes und dann eine stufenweise Steigerung. Die Hotelbetriebe in Oberbayern brauchen schnellere, gezieltere und sofort wirksame Hilfen in Zeiten der Corona-Krise. Wir brauchen Unterstützung gezielt für den Landkreis Berchtesgadener Land. Wir brauchen sofort spürbare Hilfe. Wir wollen wieder vermieten!"

cz

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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