Wieder Ärger um das NS-Dokuzentrum

"Reißleine gezogen" - Erneute Verzögerungen am Obersalzberg

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Bereits 2019 musste einem Ingenieurbüro gekündigt werden, nun sorgte ein Tragwerksplaner für weitere Terminverzögerungen.

Berchtesgaden  - Im März 2019 wurde bekannt, dass die Kosten für das NS-Dokuzentrum am Obersalzberg auf 30,1 Millionen Euro steigen werden. Störungen im Planungs- und Bauablauf sorgen nun leider erneut für eine Verzögerung der Fertigstellung des Erweiterungsbaus.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Der Rohbau auf dem Obersalzberg ist fertiggestellt und bei entsprechenden Temperaturen im Frühjahr kann mit dem technischen Ausbau begonnen werden. Überlagert wird dieser Erfolg allerdings durch Störungen im Planungs- und Bauablauf. Durch den Tragwerksplaner wurden 2019 weitere Terminverzögerungen verursacht. Bereits letztes Jahr musste einem Ingenieurbüro gekündigt werden. Weitere Kündigungen von Planungsbeteiligten stehen an.

„Zahlreiche vom zuständigen Bauamt in Auftrag gegebene Leistungen wurden entweder gar nicht oder schlecht erbracht. Deswegen haben wir nun die Reißleine gezogen. Aber auf dieses so wichtige Bauprojekt hat es leider sehr negative Auswirkungen“, macht Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer deutlich. „Wir werden nun umfangreiche personelle und organisatorische Maßnahmen festlegen und natürlich auch die verantwortlichen Planungsbüros für mögliche Mehrkosten in Regress nehmen.“ Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtags wurde bereits über die Verzögerung der Fertigstellung informiert.

Das Staatliche Bauamt Traunstein wird nun umgehend weitere Nachfolgebüros beauftragen, welche die fehlenden Leistungen erbringen und mangelhafte Leistungen überarbeiten werden. Dennoch sind erhebliche Auswirkungen auf den Ablauf der Baumaßnahme zu erwarten. Derzeit ist davon auszugehen, dass sich die Fertigstellung des Erweiterungsneubaus auf Winter 2021/22 verschiebt. Danach kann die Ausstellung eingerichtet und das Gebäude in Betrieb genommen werden. Parallel wird das Bestandsgebäude zu einer Bildungseinrichtung umgebaut. Auch die Auswirkungen auf den bereits angepassten Kostenrahmen in Höhe von rund 30 Millionen Euro müssen geprüft werden. Ziel bleibt, durch stringentes Regress- und Nachtragsmanagement weitere Mehrkosten zu vermeiden.

Bei künftigen Projekten werden, entsprechend den Regelungen der Neufassung der Richtlinien für die Durchführung von Hochbauaufgaben des Freistaates Bayern (RLBau 2020), umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Kostensicherheit von Bauprojekten zu erhöhen. Durch die Möglichkeit, bereits zur Projektfreigabe Risikokosten und die zu erwartende Baupreissteigerung anzusetzen, sollen künftig Haushaltsnachträge weitgehend verhindert werden.

Pressemitteilung Bayerisches Bauministerium 

Quelle: BGland24.de

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