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Hitze Gemeinderatssitzung ohne Bürgermeister

Brenner-Nordzulauf: Angst ums Atteltal – wütende Landwirte machen in Aßling mobil

Symbol des Widerstandes: Gelbe Kreuze an Traktoren vor dem Aßlinger Rathaus.
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Symbol des Widerstandes: Gelbe Kreuze an Traktoren vor dem Aßlinger Rathaus. 

Die geplante Brenner-Nordzulauftrasse spaltet die Bevölkerung in Aßling. Vor der Gemeinderatssitzung protestierten betroffene Landwirte.

Aßling – Der Beschluss ist deutlich: Die Gemeinde Aßling will weitere Prüfungen zur künftigen Brenner–Nordzulauf–Bahntrasse. Gleichzeitig kam im Gemeinderat auch der Appell von mehreren Seiten, den Ort nicht zu spalten. Denn je nach Linienführung wird es in der Gemeinde und im Umland unterschiedliche Betroffenheiten geben.

Traktoren mit gelben Kreuzen als Zeichen des Widerstands

Draußen standen auch in den umliegenden Straßen die Traktoren der Landwirte mit angebrachten gelben Kreuzen, drinnen im Aßlinger Gemeindesaal bei der Sitzung am Dienstag, 9. August, waren die Besucherplätze sehr gut gefüllt. Die Neubaustrecke erhitzt in Aßling weiter die Gemüter.

Grundsätzlich geht es aktuell um zwei Varianten, eine angelehnt an die Bestandsstrecke, genannt „Bürgertrasse“, also durch den Ort, die andere auf einer ganz neuen Linienführung, wobei vor allem landwirtschaftlicher Grund betroffen wäre. Diese Trasse, genannt „Limone“, wird von der Bahn nach einem Auswahlverfahren favorisiert.

Gemeinderat beschließt: Bahn soll Trasse neu bewerten

Der Widerstand dagegen ist groß, auch im Gemeinderat. Dazu gab es einen Antrag von 13 der 16 Gemeinderäte. Die Folge wäre möglicherweise eben eine ortsnahe Trasse, die zudem laut Kritikern auch durch dass Atteltal führen könnte. Kurz vor der Sitzung hatte sich auch die Initiative „Schützt Aßling und das Atteltal“ zu Wort gemeldet, die auf das Landschaftsschutzgebiet und das FFH-Gebiet Attelleiten hinwies.

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Der einstimmige Beschluss im Gemeinderat: Die Bahn wird aufgefordert, die Trassen neu zu bewerten und gleichzeitig die Aufnahme einer „optimierten bestandsnahen Ausbautrasse“ in das Raumordnungsverfahren aufzunehmen.

Vize-Bürgermeister: Limone schafft zusätzliche Betroffene

Vize-Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher (UNL), der in Abwesenheit von Bürgermeister Hans Fent (parteilos) die Sitzung leitete, hatte zuvor erklärt, man müsse alle Seiten hören. Aber an der Bestandsstrecke seien die Leute mit der Bahnstrecke aufgewachsen. Dort werde zusätzlicher Lärmschutz kommen. Er erklärte auch, mit der Trasse Limone schaffe man zusätzliche Betroffene.

Der Appell im Gremium zudem: Man solle sich jetzt nicht persönlich gegenseitig in die Haare kriegen oder mit dem Finger aufeinander zeigen. Deutlich wurde, dass Aßling nur ein „kleines Rädchen“ im großen Verfahren sei. „Wir brauchen die Unterstützung der Politik“, sagte Sporer-Fischbacher. Der Beschluss soll an Mandatsträger ebenso wie an das Landratsamt und an Ministerien gehen.

Gegründet wurde kurzfristig eine neue „Bürgerinitiative Brenner Nordzulauf Landkreis Ebersberg“. Als Zeichen wählte sie sich ein gelbes Kreuz, was auch vor der Gemeinderatssitzung zu sehen war. Angelehnt ist das Symbol an das seit 2019 verwendete grüne Kreuz als Mahnzeichen der Landwirtschaft. Zentrale Punkte der neuen Initiative sind der Flächenfraß, die Zerstörung von Naherholungsgebieten, die Inselbildung einzelner Ortschaften durch die Limone-Trasse, die Zerstörung landwirtschaftlicher Betriebe, die Zerstörung der Orts- und Wegeverbindungen im Gemeindegebiet und die „Spaltung der Gesellschaft“.

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