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Caritas: mehr Privatleben für pflegebedürftige Senioren

Nürnberg - Mehr Privatleben für pflegebedürftige Senioren: Das will die Caritas mit ihren Quartiershäusern erreichen. Wie das Konzept aussieht und was es für die Menschen bedeutet:

Das Konzept “Heime werden zu Quartiershäusern“ bedeute eine Abkehr von klassischen Altenheimen, hin zu mehr Selbstbestimmung und Privatsphäre, teilte die Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) am Dienstag auf der Fachmesse “Altenpflege“ in Nürnberg mit.

Demnach sollen die alten Menschen, darunter geistig und körperlich Behinderte, in sogenannten Quartiershäusern zusammenleben. Jeder mit eigener Klingel, eigenem Briefkasten, eigener Küche. Die Zahl der Pflegekräfte hängt von der Pflegestufe der Bewohner ab. Die Pfleger sollen die Senioren ins alltägliche Leben einbinden: Sie kochen gemeinsam, züchten Gemüse oder fahren in die früheren Wohnviertel der Bewohner, damit Erinnerungen an das alte Leben wieder zurückkommen - gerade bei Dementen ein wichtiger Prozess.

“Ich war beeindruckt, wie entspannt die Menschen dort leben“, berichtete der Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe, Peter Michell-Auli, von seinem Besuch im ältesten Quartiershaus im nordrhein-westfälischen Remscheid-Lennep. “Es besteht nicht die Gefahr, dass die Leute versuchen wegzulaufen. Dadurch wird viel Pflegepersonal eingespart.“

“Wir haben keinerlei Auslastungsprobleme und können uns vor Fachpersonal kaum retten“, ergänzte CBT-Geschäftsführer Franz Stoffer. Er fordert grundlegende Änderungen in der Altenpflege: “Ich bin verärgert darüber, dass immer noch herkömmliche Altenheime gebaut werden: Zimmer an Zimmer, kein Konzept.“

Die Häuser, die die CBT für das Projekt verwendet, werden zuvor seniorengerecht umgebaut. Die Kosten bleiben dabei unter 87 000 Euro pro Wohnplatz.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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