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News-Ticker zur Corona-Pandemie

„Corona gerät außer Kontrolle“: Lockdown in Bayern beschlossen - Kritik für emotionalen Söder

Foto von bayerischem Landtag
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Der Lockdown in Bayern wurde beschlossen.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (15. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 221,9, Landkreis Rosenheim 228,4, Landkreis Traunstein 245,9, Landkreis Berchtesgadener Land 147,3, Landkreis Mühldorf 225,2, Landkreis Altötting 173,1 (Quelle/Stand: RKI, 15. Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2023, Landkreis Rosenheim 7396, Traunstein 5004, Berchtesgadener Land 2321, Mühldorf 2774, Altötting 2549 (Quelle/Stand: RKI, 15. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 27, Landkreis Rosenheim 260, Traunstein 131, Berchtesgadener Land 50, Mühldorf 54, Altötting 81 (Quelle/Stand: RKI, 15. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 22.475 Todesfälle in Deutschland (4895 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.09 Uhr - Lockdown in Bayern beschlossen - Kritik für emotionalen Söder

Jetzt ist der harte Lockdown in Bayern amtlich: Mit der Regierungsmehrheit von CSU und Freien Wählern hat der Landtag die von Bund und Ländern vorgelegte Notbremse im Kampf gegen das sich wieder dramatisch ausbreitende Coronavirus gezogen. Grüne und SPD stehen zwar grundsätzlich ebenfalls hinter dem Lockdown, übten aber teils Kritik an einzelnen Maßnahmen und enthielten sich am Ende. FDP und AfD stimmten in einer Sondersitzung des Parlaments am Dienstag gegen einen Antrag von CSU und Freien Wählern, mit dem diese den Kurs der Regierung stützen. Die FDP kritisierte ebenso wie die SPD insbesondere die nächtliche Ausgangssperre als unverhältnismäßig.

Von diesem Mittwoch an bis mindestens zum 10. Januar gelten damit im gesamten Freistaat verschärfte Ausgangsbeschränkungen, weite Teile des Handels und Schulen sowie Kitas müssen schließen.

«Wir müssen die Notbremse ziehen», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Regierungserklärung. «Wenn wir jetzt nicht konsequent runterfahren, sind die Schäden enorm groß, und das wollen und werden wir nicht verantworten.» Der Regierungschef fügte in seiner ungewöhnlich emotionalen Rede hinzu: «Hier stehen wir, und wir können nicht anders. Wir müssen Bayern beschützen.»

Weiter: «Ich bin sehr besorgt, weil es einfach eine wirklich tiefgreifende Herausforderung ist. Es geht an keinem von uns spurlos vorbei, nur an ganz wenigen Ignoranten», sagte Söder. Nach seinen Angaben wurde mit 126 Toten binnen 24 Stunden zuletzt die höchste Zahl an Todesfällen gezählt, die es wegen Corona in Bayern je gegeben habe. «Alle 17 Minuten stirbt in Bayern ein Mensch.» Söder warnte erneut: «Corona gerät außer Kontrolle.» Er betonte: «Die Lage wird von Tag zu Tag dramatischer, und zwar überall in Deutschland.»

Dies sei kein Alarmismus oder Panikmache, sagte Söder. Aber: «Corona ist die Katastrophe unserer Zeit.» Er appelliere an alle, im Kampf gegen Corona mitzuziehen. «Wer Corona immer noch im parteipolitischen Klein-Klein behandelt, der macht sich mitverantwortlich dafür, dass wir die Situation nicht entkräften und verbessern können.»

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze bezeichnete den Lockdown als «unabwendbar», kritisierte aber einmal mehr das Krisenmanagement der Staatsregierung. «Leider, Herr Söder, sind Sie oft schnell im Verkünden und dann als Staatsregierung doch eher langsam im konkreten Umsetzen.» Zugleich ignoriere die Regierung jeden noch so guten Vorschlag im Kampf gegen die Krise, sobald er von der Opposition komme. Auch im neunten Monat der Krise fehle eine langfristige Strategie: «Dieses ständige Hin und Her, dieses schnelle mal Hüh, mal Hott. Wir sind neun Monate in einer Pandemie.»

Deutliche Kritik kam von SPD-Fraktionschef Horst Arnold. Die Maßnahmen seien in vielen Bereichen unverhältnismäßig. Es könne nicht sein, dass ein Jogger um 21.15 Uhr 500 Euro Bußgeld fürchten müsse, ein Hundebesitzer aber Gassi gehen dürfe. «Es hat doch keinen Sinn, von 21.00 bis 5.00 Uhr Bayern zu einem Quasi-Gefängnis zu verwandeln. Glauben Sie denn tatsächlich, dass die Unvernünftigen dadurch abgeschreckt werden?» Bayern falle es leider jetzt auf die Füße, dass die Staatsregierung den Sommer trotz vieler Mahnungen der Opposition nicht genutzt habe, um «Bayern winterfit zu machen».

Auch Alexander Muthmann (FDP) verwies auf die grundsätzliche Notwendigkeit des Lockdowns, gleichwohl lehnte auch seine Fraktion vor allem die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen als unverhältnismäßig ab. Er forderte von der Regierung zudem, den Schutz von Risikogruppen, insbesondere in Alten- und Pflegeheimen, stärker in der Strategie zu berücksichtigen.

Die AfD blendete erneut alle Zahlen und Fakten zu Infektionen und Todesfällen aus. Immer wieder stellte Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner in ihrer Rede infrage, dass es die «sogenannte Pandemie» überhaupt gebe. Zugleich mahnte sie, dass die Regierung die älteren Menschen im Land nicht alleine lassen dürfe, etwa was die Ausstattung mit FFP-2-Masken angehe. Der Lockdown sei ein Ablenkungsmanöver, welchen die AfD ebenso ablehne wie die auf Freiwilligkeit setzenden Impfungen.

Der Lockdown sieht unter anderem verschärfte Ausgangsbeschränkungen und - wie es die Regierung nennt - auch eine nächtliche Ausgangssperre vor. Einzig über Weihnachten sollen die strengen Kontaktbeschränkungen kurzzeitig gelockert werden.

Ansonsten wird der Freistaat auch den Jahreswechsel in seltener Stille erleben: Der Verkauf von Feuerwerk ist nämlich verboten, das Böllern nur an bestimmten Orten erlaubt. Wer um Mitternacht das neue Jahr mit Raketen begrüßen will, der kann das nur vom eigenen Garten aus machen - denn ab 21.00 Uhr darf die Straße vor dem Haus nur aus triftigen Gründen betreten werden - und ohne Alkohol.

Update, 17.35 Uhr - Vier Corona-Todesfälle in den Kreisen Traunstein und Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1657 aktive COVID-19-Fälle vor.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 245,9. Seit der letzten Pressemitteilung am 14.12.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 24 Neuinfektionen eingegangen.

Beim Gesundheitsamt Traunstein sind seit der letzten Pressemitteilung zwei Todesmeldungen eingegangen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen Mann (81 Jahre) und um eine Frau (82 Jahre), bei welchen eine COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 135 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Es liegen insgesamt 5035 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 3243 Personen (62 Personen mehr seit der Meldung vom 14.12.2020). Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 75 COVID-19-Patienten behandelt, davon 60 auf der Normalstation und 15 auf der Intensivstation.

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn sind zwei weitere Personen verstorben, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 14. Dezember gibt es 21 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 15. Dezember 2020, 8 Uhr).

Aufgrund jeweils eines Infektionsfalles befinden sich folgende Klassen/Gruppen in Quarantäne:

  • Eine Gruppe der KITA Mariä Himmelfahrt Schwindegg
  • Eine Klasse der Mittelschule Mühldorf
  • Eine Klasse an der Fachakademie für Sozialpädagogik Mühldorf

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 390 aktive Fälle. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt 56. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 230,4.

Update, 15.40 Uhr - Sechs weitere Todesfälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 21 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befand sich 1 Person bereits als direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 2.333 (Meldestand: 15. Dezember, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell bei 147,3 (Stand: 15. Dezember, 0 Uhr).

Von den insgesamt 2.333 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land bestätigten Fälle sind 2.119 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Im Landkreis gibt es aktuell 159 aktive Fälle.

Seit der letzten Meldung wurden dem Gesundheitsamt sechs weitere Corona-Todesfälle gemeldet. Dabei handelt es sich um drei Frauen (72, 85 und 88 Jahre) und 3 Männer (51, 84 und 98 Jahre). Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen erhöht sich somit auf 55.

Bei allen positiv getesteten COVID-19-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 306 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 44 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden 3 Patienten intensivmedizinisch betreut. Wie das Landratsamt betont, hätten einige dieser Patienten ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehörten somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten BGL-COVID-19-Fälle. 

Die Regierungserklärung von Markus Söder im Live-Video

Update, 13.55 Uhr - Söder: „Impfen ist die beste Langzeitstrategie“

Ministerpräsident Söder geht auf das Thema Reisen ein. Wenn EU-Bürger nach Bayern einreisen, gelten laut Söder für EU-Bürger grundsätzlich zehn Tage Quarantäne, nach fünf Tagen könne man sich „freitesten“ lassen. Bei Missachtung der Quarantäne drohe ein Bußgeld bis zu 5000 Euro.

Söder listet einige „Alternativen“ zu einem harten Lockdown auf. Doch weder Ignorieren noch Herdenimmunität seien adäquate Strategien. Stattdessen wirbt Söder als Langzeitstrategie erneut für eine Corona-Impfung. Es solle keine Impflicht geben, aber es sei wichtig, dass sich so viele Bürger wie möglich freiwillig impfen lassen. Nach den Risikogruppen sollten möglichst etwa Polizisten als nächstes geimpft werden.“

Abschließend dankt Söder allen, die in der Corona-Krise mitgeholfen haben - neben Bürgern und den Ministern auch „fast die ganze Opposition“. Er wünscht allen trotz der geltenden Beschränkungen ein schönes Weihnachtsfest.

Update, 13.35 Uhr - Söder: „Christmetten nicht nach 21 Uhr“

90 Prozent der Bürger halten sich „großartig“ an die Corona-Regeln. Die „Unvernünftigen“ seien jedoch eine Herausforderung. „Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen“, so Söder. Deswegen gebe es auch Bußgelder etwa bei Missachtung der nächtlichen Ausgangsperren.

Söder geht zu den Ausgangsbeschränkungen und -sperren zu Weihnachten und Silvester ein. Es werde ein „stilles Silvester“. An diesem Tag gelten die strengen Ausgangsbeschränkungen- und sperren weiter. Das habe man wegen Rückmeldungen aus Kliniken gemacht, die berichteten, dass es an Silvester oft chaotisch werde. Man möchte eine Überlastung der Kliniken vermeiden.

Für Weihnachten gelten einige Lockerungen für Treffen innerhalb der engsten Familie. „Wir müssen aber auch an Weihnachten auf Nummer sicher gehen“, so Söder. Es solle keiner alleine feiern, aber die ursprünglich viel großzügigeren Lockerungen seien „zu unsicher“ gewesen. Die Ausgangsbeschränkungen und -sperren gelten aber auch an den Weihnachtsfeiertagen, betont Söder. Er wiederholt außerdem: „Christmetten nicht nach 21 Uhr.“

Update, 13.22 Uhr - Söder übt harte Kritik an AfD

Würde Deutschland jetzt nicht reagieren, besteht laut Söder die große Gefahr, dass die Republik vielleicht sogar nach hinten rutscht im europäischen Vergleich. Söder betont erneut, es sei jetzt „fünf vor zwölf“. Deswegen sei es besser, durch einen harten Lockdown konsequent zu handeln. Einer der Gründe sei, dass Bayern von Anfang an mit die höchsten Zahlen hatten und der Freistaat mit 1000 Kilometer die längsten Grenzen habe - und mit 46.000 die höchste Zahl an Grenzpendlern. Das sei aber kein Vorwurf an die Pendler. 

Auch wenn Schulen und Kitas nicht die größten Infektionsherde seien, komme es in den Einrichtungen immer noch viele Infektionen. „Es ist Zeit, auf Nummer sicher zu gehen. Wir machen keine Experimente - darum Schulen und Kitas zu“, so Söder. Bis 10. Januar solle ein Konzept stehen, wie es dann weiter geht. Söder versprach aber: Es soll „ordentliche“ Abschlussprüfungen geben.

„Wenn wir uns in den vergangenen Monaten immer an den Empfehlungen der AfD orientiert hätten, dann wäre unser Land im Chaos versunken“, regiert Söder auf die Zwischenrufe aus den Reihen der AfD-Fraktion.

Update, 13.10 Uhr - Söder: „Die Lage wird von Tag zu Tag schlechter“

Die Lage wird Tag zu Tag schlechter“, beginnt Ministerpräsident Markus Söder seine erneute Regierungserklärung im Bayerischen Landtag. Man hätte einfach nicht mehr zusehen können, wie täglich immer mehr Personen Corona zum Opfer fallen. Söder gibt einen Überblick über die aktuelle Lage im Freistaat und geht auf die steigende Zahl der Intensivpatienten ein. Beispielsweise im Corona-Hotspot Regen wäre lediglich noch ein Bett frei, auch in einigen anderen Kliniken sei die Lage nicht besser.

Der Lockdown light hat einfach nicht die Wirkung gehabt, die wir uns alle erhofft haben“, begründet Söder die Entscheidung für den nun folgenden harten Lockdown. Auch andere Länder hätten hart durchgreifen müssen, um gegen die nun rollende zweite Welle anzukämpfen. „Wenn wir nicht alle handeln, wenn wir nicht geschlossen handeln, werden wir keine Chance haben. Unsere Aufgabe ist es, Bayern zu schützen und dieser Aufgabe kommen wir nach.

Update, 12.50 Uhr - Kultusministerium stellt klar: Distanzunterricht bleibt weiterhin möglich

Distanzunterricht bleibt in Bayern auch auf der dreitägigen Zielgeraden zu den Weihnachtsferien möglich. Das hat das Kultusministerium am Dienstag ausdrücklich klargestellt. Man habe sich - abgesehen von den Abschlussklassen - bewusst gegen verpflichtenden Distanzunterricht entschieden, erklärte das Ministerium, „auch, um in der besonderen Lage kurz vor Weihnachten etwas Druck von allen Beteiligten zu nehmen“. Die Lehrkräfte stellten in jedem Fall Materialien zum Vertiefen, Üben und Wiederholen bereit und seien für Schüler weiterhin erreichbar.

Aber selbstverständlich könne die Schule dabei, je nach Gegebenheiten vor Ort, „auch alle digitalen Formen und Strukturen des Distanzunterrichts nutzen“, betonte das Ministerium, also etwa Videokonferenzen, MS Teams, die Lernplattform mebis, die Schulcloud, E-Mails oder ähnliches.

Für Aufregung hatte ein Schreiben des Ministeriums vom Montag gesorgt, in dem es für alle Jahrgangsstufen mit Ausnahme der Abschlussklassen unter anderem hieß: „Distanzunterricht findet in den betreffenden Klassen nicht statt.“ Die Landtags-FDP forderte nun den Rücktritt von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Die Pressekonferenz von Jens Spahn im Video:

Update, 11.47 Uhr - Spahn: „Wir wollen noch vor Jahresende mit dem Impfen beginnen“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eröffnet das Briefing mit einem Statement. „Wir erleben einen Vorweihnachtsstress, aber ganz anderes als sonst.“ In den Bundesländern bereiten sich alle davor, mit dem impfen zu beginnen. Die Balance von Einschränkungen in Freizeit, Kunst und Kultur und Öffnungen in der Wirtschaft sei nicht länger tragbar gewesen. Deshalb seien die neuerlichen Beschränkungen entschieden worden. Dieser Jahreswechsel muss anders aussehen als üblich, so Spahn. Wichtig sei nun, dass die Vereinbarungen jetzt konsequent umgesetzt werden. „Ich weiß, das wird hart.“

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir keine Notzulassung für einen Impfstoff wollen“, so Spahn. Zudem hätte man von Anfang an betont, dass es in einer europäischen Initiative geschehen solle. „Wir reden viel über europäischen Geist und in der Krise, wenn es drauf ankommt, ziehen viele die nationale Karte.“ Er wundere sich sehr über den Ton in den vergangenen Tagen. Ziel sei eine Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen. Noch vor Jahresende soll mit dem Impfen begonnen werden.  

Update, 11.32 Uhr - Laut Medienbericht: Zulassung soll schon am 23. Dezember erteilt werden

Die EU-Zulassungsbehörde EMA will womöglich doch schon am 23. Dezember die Zulassung für den Biontech-Impfstoff gegen Corona erteilen. Dann könnte in Deutschland offenbar schon am 26. Dezember mit dem Impfen begonnen werden. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Kreise aus EU-Kommission und Bundesregierung. Zuletzt hatte es massiven Druck aus Deutschland auf das EU-Verfahren gegeben. Gesundheitsminister Spahn hatte angemahnt, man müsse so schnell wie möglich zu einem Ergebnis kommen.

Ursprünglich sollte die Prüfung durch die Zulassungsbehörde bis zum 29. Dezember dauern - eine Zulassung womöglich erst im Januar erteilt werden. Deutschland ist bisher an dieses Zulassungsverfahren gebunden. In anderen Ländern wie beispielsweise USA, Großbritannien, Israel oder Singapur ist die Zulassung schon erfolgt und wird teilweise auch schon geimpft.

Update, 11.22 Uhr - Verstoß gegen Corona-Regeln im Landtag: Minister spenden je 250 Euro

Für ihren peinlichen Verstoß gegen die Corona-Regeln im bayerischen Landtag spenden Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer je 250 Euro für einen guten Zweck. Die beiden CSU-Politiker hatten in der vergangenen Woche in der Gaststätte des Landtags das Abstandsgebot missachtet und mit den drei Abgeordneten Petra Loibl, Harald Kühn und Andreas Jäckel (alle CSU) an einem Tisch zu Mittag gegessen. Ein Sprecher des Landtags bestätigte am Dienstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung.

Die Corona-Schutzregeln im Landtag sehen vor, dass es bei Verstößen zunächst eine Anhörung gibt und erst für den Wiederholungsfall ein Zwangsgeld von 250 Euro fällig wird. Bei weiteren Wiederholungen etwa durch notorische Maskenverweigerer könnte das Zwangsgeld dann auch noch verdoppelt werden. Die fünf CSU-Politiker haben sich nun bereits vor der Anhörung reumütig gezeigt und gegenüber Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) erklärt, jeweils 250 Euro spenden zu wollen.

Die Landtagsgaststätte ist wegen Corona derzeit eigentlich geschlossen, im Maximilianeum wird nur eine „Essen-to-go-Kantine“ betrieben. Wer aber kein eigenes Büro hat, darf dennoch an einem der Tische Platz nehmen - allerdings nur maximal zwei Personen pro Tisch.

Update, 10.33 Uhr - Huml: 99 Impfzentren in Bayern bereit, rund 6000 Ärzte beteiligt

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat gemeinsam mit den Landkreisen und Städten die Vorbereitungen für die Corona-Impfungen planmäßig vorangetrieben. Huml teilte am Dienstag in München mit: „Die Impfzentren in Bayern sind jetzt bereit. Die Standorte für 99 Zentren stehen fest, die logistischen Vorbereitungen sind abgeschlossen. Unser Ziel war es, bis zum 15. Dezember flächendeckend Impfzentren in jedem Landkreis oder jeder kreisfreien Stadt einzurichten. Das wären 96 gewesen - wir haben das Ziel also sogar übertroffen.“

Zum Stand 14. Dezember verteilen sich die Impfzentren wie folgt auf die Regierungsbezirke:

  • Oberbayern 28
  • Schwaben 18
  • Niederbayern 11
  • Oberpfalz 11
  • Unterfranken 10
  • Mittelfranken 9
  • Oberfranken 12

Die Ministerin ergänzte: „Bei der Suche nach Personal für die Impfzentren sind wir gut vorangekommen. Inzwischen haben rund 6000 Ärztinnen und Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) ihre Bereitschaft signalisiert, sich zu beteiligen. Die KVB wird auch bei den konkreten Dienstplänen unterstützen. Das ist gerade in der Anfangsphase ein sehr wichtiges Engagement, und dafür danke ich den Ärztinnen und Ärzten sowie der KVB von Herzen.“

Update, 9.52 Uhr - Wirte verklagen Versicherung auf Millionensumme für Oktoberfest-Ausfall

Mehrere Wiesn-Wirte wollen ihre Versicherung gerichtlich zur Zahlung ihrer Kosten wegen des abgesagten Oktoberfests zwingen. Die ersten Klagen seien unterwegs zum Landgericht München I, teilten die Wirte am frühen Dienstagmorgen mit. Insgesamt geht es um einen Millionenbetrag.

„Die Klagesumme liegt pro Zelt im Schnitt im mittleren sechsstelligen Bereich“, sagte Sebastian Kuffler vom Weinzelt. Die Ausgaben für die Wiesn summierten sich aus Mieten über Personal-, Büro- und Lagerkosten - und den teuren Versicherungsprämien. Diesen Belastungen stünden wegen der Corona-Pandemie keine Einnahmen gegenüber. Obwohl eine Epidemie ausdrücklich als Versicherungsfall vereinbart sei, habe die betreffende Versicherung bisher nichts bezahlt.

Neben Kuffler haben Wirtesprecher Peter Inselkammer vom Armbrustschützenzelt), Christian und Michael F. Schottenhamel von der gleichnamigen Festhalle, Eduard Reinbold vom Schützen-Festzelt, Arabella Schörghuber vom Paulaner-Zelt, Hans Stadtmüller von der Fischer Vroni sowie Ricky Steinberg vom Hofbräu Festzelt Klagen angekündigt.

Update, 9.08 Uhr - Landkreis Altötting meldet 24 neue Fälle, auch Schulen betroffen

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 24 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 14. Dezember, 17 Uhr). Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 2595. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 173,1. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Töging (107), gefolgt von Altötting (49) und Neuötting (39).

Außerdem meldet das Altöttinger Landratsamt weitere Corona-Fälle an Schulen und Einrichtungen:

  • Comenius-Schule Töging: Schüler der 10. Jahrgangsstufe, ermittelte Kontaktpersonen der Kategorie I 19 Schüler, 1 Lehrer
  • KiTa St. Rupert Tüßling: Mitarbeiterin aus Nachbarlandkreis, KP I 20 Kinder, 1 Mitarbeiterin
  • König-Karlmann-Gymnasium Altötting: Lehrkraft aus Nachbarlandkreis, KP I 122 Schüler, 1 Lehrkraft
  • Pestalozzi-Schule Neuötting: Schüler der 5. Jahrgangsstufe, KP I 19 Schüler, 7 Lehrkräfte
  • Grund-und Mittelschule Winhöring: Schüler der 4. Jahrgangsstufe, KP I 15 Schüler

Update, 8.03 Uhr - Inzidenzen in der Region sinken, ein weiterer Todesfall

Noch immer hält Corona die Region fest im Griff. Die 7-Tage-Inzidenzen haben sich auf einem hohen Niveau eingependelt, doch meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) mit Stand Dienstag (15. Dezember) durchweg sinkende Werte aus den Landkreisen: Landkreis Altötting (von 200,9 auf 173,1), Kreis Berchtesgadener Land (von 155,8 auf 147,3), Kreis Mühldorf (von 260,6), Landkreis Rosenheim (von 242,2 auf 228,4), Stadt Rosenheim (von 234,5 auf 221,9) und der Kreis Traunstein (von 256,6 auf 245,9).

Außerdem verzeichnete das RKI einen weiteren Todesfall in der Region, nämlich im Berchtesgadener Land.

Update, 6.57 Uhr - Bayerns Landtag stimmt über den Weihnachts-Lockdown ab

Nur fünf Tage nach der letzten turnusmäßigen Sitzung des bayerischen Landtags in diesem Jahr treffen sich die Abgeordneten wegen der Corona-Krise wieder im Maximilianeum. Die Fraktionen wollen in der Sitzung (13 Uhr) über den harten Lockdown ab diesem Mittwoch abstimmen.

Nachdem der Ministerrat die Verschärfungen in der Corona-Strategie bereits beschlossen hat, wird der Kabinettsbeschluss nun als Antrag von CSU und Freien Wählern ins Plenum eingebracht. Zuvor will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Regierungserklärung für den Kurs werben. Söder erhofft sich von dieser Art der Landtagsmitsprache mehr Rückendeckung für die Maßnahmen. Am Montag nach der Sitzung des Kabinetts hatte sie auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) als „unpopulär“ aber notwendig bezeichnet.

Der Lockdown sieht unter anderem verschärfte Ausgangsbeschränkungen und - wie es die Regierung nennt - auch eine nächtliche Ausgangssperre vor. Einzig über Weihnachten sollen die strengen Kontaktbeschränkungen kurzzeitig gelockert werden. Einen Überblick über die Regeln, die ab Mittwoch 0 Uhr in Bayern gelten, findet Ihr hier.

rosenheim24.de berichtet um 13 Uhr wie gewohnt live von der Regierungserklärung.

14.432 neue Fälle und 500 Tote: Corona-Zahlen weiter auf hohem Niveau

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen bekannt gab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die Höchststände von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die 500 Todesfälle vom Dienstag bedeuten den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 22.475. Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - ging leicht zurück. Sie lag am Montag bei einem Höchststand von 176,4. Am Dienstag ging dieser Wert zurück auf 173,7.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.351.510 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 15.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.003.300 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,06 (Vortag: 1,12). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Erst wenn er für längere Zeit unter 1 liegt, flaut dieses ab.

mh/dp/dpa

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