News-Ticker zur Corona-Pandemie

„Absurd, dass wir Impfstoff haben, den keiner will“ - Söder will Impf-Reihenfolge überdenken

Bild von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert für eine Änderung der Impfreihenfolge gegen das Corona-Virus. 

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag, 23. Februar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 51,9, Landkreis Rosenheim 60,5, Landkreis Traunstein 91,4, Landkreis Berchtesgadener Land 86,9, Landkreis Mühldorf 70,8, Landkreis Altötting 78,0 (Quelle/Stand: RKI, 23. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2847, Landkreis Rosenheim 10.472, Traunstein 7407, Berchtesgadener Land 4267, Mühldorf 4507, Altötting 3854 (Quelle/Stand: RKI, 23. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 52, Landkreis Rosenheim 420, Traunstein 190, Berchtesgadener Land 92, Mühldorf 122, Altötting 163 (Quelle/Stand: RKI, 23. Februar, 0 Uhr)
  • Mindestens 68.318 Todesfälle in Deutschland (12.176 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.41 Uhr - Söder will Reihenfolge von Impfungen überdenken

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert für eine Änderung der Impfreihenfolge gegen das Corona-Virus. «Wir müssen diese Impfpriorität nochmal echt klug wägen. Ehrlich gesagt, schon in den nächsten Wochen, wenn man sieht, wie viel bleibt da übrig von Astrazeneca», sagte Söder am Dienstagabend in einem Online-Gespräch der «Bild»-Zeitung mit Kindern. «Es ist ja echt absurd, dass wir Impfstoff haben, den keiner will

Söder fand deutliche Worte: «Das ist ziemlich ätzend, diese Geschichte mit Astrazeneca. Dieser Eindruck, dass der nicht wirksam sei, und dann liegt er rum.» Wegen der Altersbeschränkung werde der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns inzwischen auch an Lehrkräfte und Erzieherinnen vergeben. «Aber das wird wahrscheinlich nicht reichen.»

«Mein größter Wunsch wäre ein zusätzlicher Impfstoff für Kinder und Jugendliche», sagte Söder in der Fragerunde. «Dann könnten wir in der Schule alle durchimpfen, und dann hätten wir nach wenigen Wochen wieder absolute Freiheit.»

Update, 17.37 Uhr - Bayern gedenkt am 23. März der Todesopfer der Corona-Krise

Bayern will der mehr als 12 000 Todesopfer der Corona-Pandemie noch vor Ostern mit einem Trauerakt im Landtag gedenken. «Wir wollen gemeinsam innehalten, den Menschen, die hinter den täglich veröffentlichten Zahlen stehen, ein Gesicht geben und unserem Mitgefühl Ausdruck verleihen», sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag in München. Der Trauerakt soll am 23. März ab 14.00 Uhr im Plenarsaal des Maximilianeums stattfinden. Er wird dann auch live im Bayerischen Fernsehen übertragen. Zudem soll es um 14.30 Uhr eine landesweite Schweigeminute für die Opfer geben.

Die Idee für einen zentralen Gedenkakt stammt eigentlich von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Die zentrale Veranstaltung soll aber erst am 18. April sein. In ganz Deutschland sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr nach Angaben des Robert Koch-Instituts mehr als 68 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Der bayerische Trauerakt soll vor einer Sitzung des Landtags abgehalten werden. Neben Aigner und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) soll auch die Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates und ehemalige Regionalbischöfin, Susanne Breit-Keßler, eine Rede halten.

«Mit dem gemeinsamen Trauerakt von Staatsregierung und Landtag setzen wir ein Zeichen, dass die vielen Toten der Corona-Pandemie nicht vergessen sind», sagte Söder. Jeder einzelne Tote hinterlasse eine tiefe Lücke bei Angehörigen, Verwandten und Freunden. «Jeder einzelne Tote schmerzt, jeder Verlust wiegt unendlich schwer. Daher ist es die moralische Pflicht der Politik, diese schlimme Pandemie einzudämmen, damit wir nicht noch weit mehr Opfer betrauern müssen.»

Update, 16.12 Uhr - Labore: Corona-Mutante breitet sich aus - nun rund 30 Prozent Anteil

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der ansteckenderen Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.

Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme. In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp sechs auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

Experten zufolge kann die Ausbreitung der Variante bereits mit ein Grund dafür sein, dass die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner zuletzt kaum mehr sank und an einigen Tagen sogar stieg. Am Dienstagmorgen lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI bei 60,5 und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 107,6 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Update, 15.55 Uhr - Todesfall im Kreis Mühldorf

Wie das Landratsamt mitteilt Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn ist eine weitere Person verstorben, die mit dem Corona-Virus infiziert war. Seit Montag gibt es 12 neue bestätigte Corona-Fälle.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 158 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt einschließlich der 12 neuen Fälle bei 81,1. Das RKI weist einen Inzidenzwert von 70,8 aus.

Update, 15.11 Uhr - Aiwanger fordert Hotelöffnungen für Gäste mit negativem Corona-Test

Ab Ostern sollen Hotels und Gaststätten nach Ansicht von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wieder Gäste mit einem negativen Corona-Test beherbergen dürfen. „Hier muss Richtung Ostern eine Perspektive kommen“, sagte der Freie-Wähler-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Trotz aller Schwierigkeiten in der Pandemie sehe er positive Signale.

Aiwanger nannte hier zum einen die bayernweite Inzidenz unter 60 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen und zum anderen die deutliche Entlastung in den Kliniken. 470 Corona-Patienten in Bayern seien derzeit auf Intensivstationen in Behandlung, das sei in etwa eine Halbierung seit Jahresanfang.

Mit Blick auf die in der kommenden Woche stattfindende Konferenz von Bund und Ländern betonte Aiwanger, dass er sich wünsche, dass es hier mehr Mut für Lockerungen gebe, zumal ja anders als vor einem Jahr nun auch Hilfsmittel wie Masken und Schnelltests vorhanden seien. Nach den Wochen des Lockdowns seien die Schäden in der Wirtschaft teils massiv, gerade auch in den Bereichen Handel, Gastronomie und auch Kulturwirtschaft.

Auf Nachfrage erklärte Aiwanger, dass eine geordnete Öffnung der Außengastronomie „in Richtung Ostern“ zudem ein „strategischer Schachzug“ sei. So könnten die Bedürfnisse der Menschen nach mehr Aufenthalten an der frischen Luft bei frühlingshaftem Wetter „in geordneter Form“ befriedigt werden.

Pressekonferenz im Livestream:

Update, 13.49 Uhr - Öffnung von (Außen-)Gastronomie noch kein Thema

Auf die Nachfrage, ob die Staatsregierung wegen des schönen Wetters möglicherweise über eine zeitnahe Öffnung der Außengastronomie nachdenke, entgegnete Herrmann: „Darüber haben wir heute noch nicht gesprochen. (…) Das liegt auf unserer Agenda eher etwas weiter hinten, weil da natürlich die Kontakte wieder höher sind.“ Der Staatskanzleichef warnte vor zu schnellen Schritten: „Wer auf einen Schlag zu viel macht, kann auch nicht zuordnen, wo es Schwierigkeiten gibt und wo nicht.“

Wirtschaftsminister Aiwanger ist prinzipiell für eine „geordnete Öffnung der Außengastronomie“, will aber in diesem Zusammenhang den Entscheidungen bei der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz nicht vorgreifen. Er hoffe aber in diesem Zusammenhang auf eine Perspektive in „Richtung Ostern“.

Update, 13.43 Uhr - Keine politischen Konsequenzen für Minister Sibler nach Corona-Verstoß

„Es war ein unglücklicher Vorgang. Wir haben als Politiker eine Vorbildfunktion und müssen deswegen die Regeln, die wir selber beschließen, exakt und penibel einhalten“, sagte Staatsminister Herrmann auf die Nachfrage eines Journalisten, wonach Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) im Rahmen seines 50. Geburtstages gegen die derzeit gültigen Corona-Regeln verstoßen habe.

Sibler hatte am vergangenen Freitag laut einem Medienbericht in Plattling vier Personen gleichzeitig empfangen - den Bürgermeister, den städtischen Geschäftsleiter sowie zwei Vereinsvertreter. Erlaubt ist derzeit allerdings nur eine haushaltsfremde Person. Über ein etwaiges Bußgeld soll nun die zuständige Kreisverwaltungsbehörde, also das Landratsamt, befinden. „Es wird jedoch keine politischen Konsequenzen haben“, stellte Kollege Herrmann klar.

Update, 13.35 Uhr - 81 Prozent von Altenheim-Bewohnern bereits geimpft

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) stellte klar, dass es das Ziel Bayerns sei, ab April 111.000 Menschen pro Tag eine Impfung anbieten zu können. Sehr erfreulich entwickle sich auch die Zahl der Impfungen in den Alten- und Pflegeheime. 81 Prozent aller Bewohner im Freistaats hätten inzwischen zumindest die Erstimpfung erhalten, was ein wichtiges Signal zum Schutz dieser besonders vulnerablen Personengruppe sei. Alles stehe und falle jedoch mit der Verfügbarkeit des Impfstoffes. Die entsprechenden Kapazitäten sollen weiter ausgebaut werden. „Impfen ist ein wichtiges und zentrales Thema in der Pandemie-Bekämpfung“, so Holetschek.

Zum Thema Testen sagte Holetschek, Bayern hat sich bereits eine Kaufoption auf 5,3 Millionen Selbsttests gesichert. Diese will der Freistaat sofort kaufen, wenn die entsprechende Zulassung erfolgt sei. Auch in den besonders betroffenen Hotspots sollen die Testkapazitäten nochmals ausgeweitet werden.

Update, 13.26 Uhr - 45 Prozent der bayerischen Schüler sind in Schulen zurückgekehrt

Kultusminister Michael Piazolo (FW) sprach von einem „gelungenen Schulstart“ für viele Schüler am Montag. 45 Prozent der bayerischen Schüler seien inzwischen wieder in den Wechsel- bzw. Präsenzunterricht zurückgekehrt. Die dazu eigens erarbeiteten Konzepte/Abläufe hätten sich inzwischen eingespielt und etabliert und seien immer am aktuellen Infektionsgeschehen orientiert. 

Um zukünftig bei steigenden oder fallenden Zahlen schnell reagieren zu können, soll zwischen den örtlichen Gesundheits- und Schulämtern ein Austausch auf dem „kurzen Dienstweg“ erfolgen. Gegebenenfalls kann dann der Präsenzunterricht zum jeweils übernächsten Schultag wieder aufgenommen bzw. gestoppt werden. „Schule ist natürlich mehr als ein Lernort“, sagte Piazolo, der hofft, dass bei der nächsten MPK weitere Öffnungsschritte für Schulen und Kitas beschlossen werden können.

Update, 13.16 Uhr - Aiwanger hofft auf weitere Perspektiven und Lockerungen

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) blickt angesichts der aktuellen Inzidenzwerte und der Belegung der Kliniken optimistisch auf die nächsten Wochen: „Wir sehen an dieser Stelle eine deutliche Entspannung!“ Zudem hofft Aiwanger bei der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz auf weitere Perspektiven und Lockerungsschritte, vor allem auch für besonders stark betroffene Branchen wie Hotellerie und Gastronomie. „Ich glaube, es ist die richtige Strategie, mit Schnelltests neue Wege freizumachen“, so Aiwanger.

Update, 13.12 Uhr - Bau- und Gartenmärkte öffnen, körpernahe Dienstleistungen werden erlaubt

„Wir müssen Vorsicht und Umsicht weiterhin walten lassen und bei Lockerungen sehr behutsam vorgehen“, sagte Herrmann und erläuterte dann die neuen Maßnahmen. Ab 1. März sind neben Friseurbesuchen in Bayern auch wieder andere körpernahe Dienstleistungen erlaubt. Gartenmärkte, Baumärkte, Blumenläden und Baumschulen dürfen dann zu diesem Zeitpunkt - unter gewissen Auflagen - ebenfalls wieder öffnen. Zudem wird in allen Städten/Kommunen, in denen die Inzidenz unter 100 liegt, auch wieder Einzelunterricht in Musikschulen gestattet.

Weitere Vorgriffe auf andere Bereiche wollte die Staatsregierung im Hinblick auf die nächste Bund-Länder-Konferenz nicht machen. Diese Maßnahmen, z.B. für die Bereiche Sport und Kultur, sollen am 3. März besprochen werden. „Es ist ganz entscheidend, in diesem doppelten Wettlauf gegen die Zeit - Impfungen und Virus-Mutationen - nicht die Nerven zu verlieren und nicht auszurutschen“, so Herrmann. 

Update, 13.08 Uhr - Herrmann: „Wir sind schlichtweg nicht über den Berg!“

Am Vormittag beriet die bayerische Staatsregierung über mögliche Corona-Lockerungen im Freistaat. Soeben sind Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) vor die Presse getreten und informieren über die Ergebnisse. „Wir haben nach wie vor keine starke Verbesserung des Infektionsgeschehens feststellen können. Wir haben eher wieder eine Seitwärtsbewegung“, sagte Herrmann zu Beginn und begründete dies mit den stark betroffenen „Hotspots“ in der Grenzregion zu Tschechien.

„Wir sind schlichtweg noch nicht über den Berg. Das Virus gibt nicht auf“, so Herrmann weiter. Vor allem die Mutationen bereiten der Staatsregierung weiter große Sorgen. Inzwischen liegt die Quote der Virus-Mutationen bei 41,4 Prozent. Zudem verzeihe das Virus keine Fehler, hieß es. Deswegen müsse man in den nächsten Tagen und Wochen in Sachen Lockerungen mit Vorsicht und Bedacht vorgehen.

Update, 12.42 Uhr - Kabinett beschließt weitere Lockerungen

Über grundlegende Lockerungsschritte wollen Bund und Länder erst in gut einer Woche beraten, zwei vorsichtige Öffnungsschritte will das bayerische Kabinett aber heute schon beschließen: Am nächsten Montag (1. März) sollen neben Friseuren auch Fußpfleger und ähnliche Dienstleister zurück zur Arbeit dürfen, zudem sollen Gärtnereien, Gartencenter und Blumenläden öffnen dürfen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits am Montag angekündigt hatte.

Über Details zu den Öffnungen und weitere Beschlüsse des Kabinetts informieren nach der Videoschalte Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

rosenheim24.de berichtet um 13 Uhr wie gewohnt live von der Pressekonferenz.

Update, 12.22 Uhr - Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage

Die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol werden bis zum 3. März verlängert. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden.

Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Regeln waren zunächst für zehn Tage eingeführt worden.

Update, 12.04 Uhr - Corona-Zahlen: Bayern mit höchsten und niedrigsten Inzidenzwerten

Die Corona-Werte in Bayern gehen nach wie vor extrem weit auseinander. Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzwerte haben nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag immer noch der Landkreis Tirschenreuth (355,3) in der Oberpfalz und der Landkreis Wunsiedel (306,9) in Oberfranken. Sie sind mit deutlichem Abstand auch bundesweite Spitzenreiter.

Den niedrigsten Wert in ganz Deutschland bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage hat dagegen weiterhin die unterfränkische Stadt Schweinfurt (11,2). Ingolstadt in Oberbayern hat bayernweit die zweitniedrigste Sieben-Tage-Inzidenz (13,1). Mehr als die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern liegt unter dem wichtigen Corona-Inzidenzwert von 50. Gut zwei Dutzend davon unterschreiten sogar die Marke von 35.

Update, 11.36 Uhr - 48 Patienten in InnKlinikum in Behandlung

An den Standorten des InnKlinikums in den Landkreisen Mühldorf und Altötting werden derzeit insgesamt 48 Patienten im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung stationär behandelt - 12 davon in Mühldorf, elf in Burghausen und 25 in Altötting. Insgesamt acht Menschen müssen derzeit intensivmedizinisch versorgt werden, sieben davon werden beatmet (Stand: 23. Februar, 9 Uhr). Zudem meldeten die Kliniken einen weiteren Todesfall. Es handelt sich dabei um einen 71-jährigen Mann aus einem auswärtigen Landkreis, der am 22. Februar verstorben ist.

Update, 10.52 Uhr - Lauterbach: „Dritte Welle lässt sich nicht mehr aufhalten”

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht die dritte Corona-Welle in Deutschland bereits unaufhaltsam im Gange. „Wir sind noch nicht mitten in der dritten Infektionswelle, aber diese hat angefangen und lässt sich auch nicht mehr aufhalten”, sagte Lauterbach der „Passauer Neuen Presse”. Der Anteil der mutierten Varianten an den Neuinfektionen sei mittlerweile so hoch, dass bereits aus dem Lockdown heraus die nächste Welle beginne, erklärte der Virologe.

Lauterbach erwartet, dass sich nun Öffnungen nach hinten verschieben. „Ich glaube, dass wir die Inzidenzzahl von 35, wenn wir jetzt schon so früh in die dritte Welle kommen, an vielen Orten nicht mehr erreichen können. Öffnungsschritte würden sich also nach hinten verschieben”, sagte der SPD-Politiker. Lauterbach warnt: „Immer noch hoffen viele, dass die Mutationen mit ihrer höheren Gefährdung vor allem im Ausland wirken und nicht so sehr bei uns. Auch gibt es Experten, die ich gar nicht kenne, die glauben, dass die Gefährdung aus saisonalen Gründen abnimmt. Das wird alles nicht geschehen. Das Problem wird sich nicht durch das bessere Wetter lösen. Die britische Variante B 1.1.7 wird dadurch nicht zurückgedrängt. Die neuen Varianten des Virus werden sich durchsetzen.” 

Update, 10.23 Uhr - Landkreis Altötting meldet neun neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt neun neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 3849 Personen (Stand: 22. Februar, 16.30 Uhr). Aktuell gibt es im Landkreis 119 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burgkirchen (23), Altötting (22) und Burghausen (21). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 78,0.

Update, 9.44 Uhr - Herrmann verteidigt Grenzkontrollen: „Wenn man konkret die Themen anpackt, findet man Lösungen“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich am Dienstagmorgen (23. Februar) über die aktuelle Situation an der bayerisch-tirolerischen Grenze in Kiefersfelden informiert. Er verteidigte die Grenzkontrollen erneut und begründete diese damit, dass die vor allem in Tirol und Tschechien vorherrschende Virusmutationen eingedämmt werden müssten. „Für die Pendler haben wir inzwischen sehr pragmatische Lösungen entwickelt“, so Herrmann vor Ort. Aktuell würden noch Lösungen für einige „Alltagsprobleme“ diskutiert. „Wenn man konkret die Themen anpackt, findet man Lösungen.“

Innenminister Joachim Herrmann (li) mit Rosenheims Landrat Otto Leder an der Grenze in Kiefersfelden.

Im Anschluss daran besuchte Herrmann die Corona-Teststation des Landratsamtes Rosenheim an der Grenze. Der Leiter der Teststation erklärte vor Ort, dass bisher von etwa 2000 durchgeführten Tests nur einer positiv gewesen sei.

rosenheim24.de berichtet in einem ausführlichen Artikel von dem Besuch Herrmanns.

Update, 9.02 Uhr - Kabinett will heute Lockerungen für Bayern beschließen

Nach wochenlangem Corona-Lockdown will das bayerische Kabinett am Dienstag (10 Uhr) weitere vorsichtige Öffnungsschritte beschließen: Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden sollen vom kommenden Montag (1. März) an wieder öffnen dürfen. Außerdem sollen neben Friseuren auch Fußpflege-Angebote und ähnliches wieder erlaubt sein. Das hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag angekündigt. Zudem hatte er weitere Lockerungen in Regionen mit niedrigen Corona-Zahlen in Aussicht gestellt - zuvor aber auf die Ministerpräsidentenkonferenz kommende Woche verwiesen.

Zudem will das Kabinett die von Söder angekündigte Gebührenerstattung für Kitas auch für März beschließen: Eltern, die ihre Kinder auch nach den Kita-Öffnungen weiter nicht in die Betreuungseinrichtungen bringen, sollen auch im März Gebühren erstattet bekommen. Die Pauschalbeträge, die den Trägern erstattet werden, werden wie im Januar und Februar an durchschnittlichen Beitragshöhen bemessen.

rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live von der anschließenden Pressekonferenz um 13 Uhr. 

Update, 8.26 Uhr - RKI meldet drei weitere Todesfälle in der Region

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 23. Februar).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickeltGestiegen sind die Inzidenzen in den Kreisen Berchtesgadener Land (von 83,1 auf 86,9), Landkreis Rosenheim (von 58,9 auf 60,5) und der Stadt Rosenheim (von 48,8 auf 51,9). Gesunken sind die Inzidenzen dagegen im Kreis Altötting (von 78,9 auf 78,0) und dem Kreis Mühldorf (von 75,9 auf 70,8). Gleich geblieben ist die Inzidenz im Kreis Traunstein (91,4).

In der Region wurde laut RKI drei weitere Todesfälle gemeldet. Demnach sind zwei Personen im Kreis Berchtesgadener Land und eine Person im Kreis Rosenheim verstorben. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 7.33 Uhr - Holetschek will „Impfturbo“ einschalten

In bayerischen Schulen und Kindergärten sollen sich rund 200.000 Beschäftigte so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montagabend nach der Einigung von Bund und Ländern auf beschleunigte Impfungen der Belegschaft von Grund- und Förderschulen sowie Kinderbetreuungseinrichtungen. „Aber das kann in Sachen Impfbeschleunigung nur ein Anfang sein“, sagte Holetschek. „Wir müssen jetzt gemeinsam in den Impfturbo schalten.“

Ziel müsse sein, den Impfstoff des Pharmaunternehmens Astrazeneca so schnell und unkompliziert wie möglich anzubieten, sagte Holetschek. Das bezieht sich darauf, dass viele Menschen den Astrazeneca-Impfstoff wegen Berichten über Nebenwirkungen und mögliche mangelnde Wirksamkeit gegen Virusvarianten ablehnen. „Für Bayern kann ich sagen: Ich will, dass wir den sicheren und wirksamen Impfstoff von Astrazeneca so schnell wie möglich verimpfen“, sagte Holetschek dazu. „Verzögerungen können wir uns angesichts des Infektionsgeschehens und von hochansteckenden Virusvarianten nicht erlauben.“

Update, 6.49 Uhr - RKI meldet 3883 Corona-Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.394.811 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.02., 03.11 Uhr). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.207.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 68.318.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,05 (Vortag 1,10). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Herrmann verschafft sich Lagebild in Kiefersfelden

Das österreichische Bundesland Tirol ist mit Ausnahme des politischen Bezirks Lienz, der Gemeinde Jungholz sowie des Rißtals im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee nach wie vor als Mutations-Gebiet eingestuft. An der Grenze zu Tirol finden deshalb weiterhin Binnengrenzkontrollen durch die Bundespolizei - unterstützt von der bayerischen Grenzpolizei - statt, um die Einhaltung der strengen Corona-Einreiseregeln zu überwachen (News-Ticker Montag, 22. Februar).

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wird sich am Dienstagmorgen, 23. Februar, um 8 Uhr am Grenzübergang Kiefersfelden über die Situation an der bayerisch-tirolerischen Grenze informieren. Dabei wird er vom Vizepräsidenten der Bundespolizeidirektion München, Franz-Xaver Vogl, und vom Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, Polizeidirektor Reinhard Tomm begleitet. Im Anschluss besucht Herrmann die Corona-Teststation des Landratsamtes Rosenheim an der Grenze bei Kiefersfelden.

mw/mh/dpa

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