News-Ticker zur Corona-Pandemie

Masken an Schulen: Ja - Aber auch im Unterricht? Debatte teilt Bundesländer

Landkreis/Welt - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sechs Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag, 3. August, im News-Ticker:

Masken in der Schule Symbolbild

Das Wichtigste in Kürze:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2865, Traunstein 1317, Berchtesgadener Land 356, Mühldorf 515, Altötting 620
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9148 Todesfälle in Deutschland (2622 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Update, 22 Uhr - Debatte um Maskenpflicht in Schulen - An Schulen Ja, im Unterricht Nein?

Nordrhein-Westfalen führt eine Maskenpflicht an Schulen ein - an weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch im Unterricht. Damit gibt das einwohnerstärkste Bundesland in diesem Bereich nun die strengsten Regeln vor. Nachdem Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sich am Wochenende für eine Maskenpflicht ausgesprochen hatte, ist die Debatte in mehreren Ländern in vollem Gange. Auch Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg haben - zum Teil bereits zuvor - angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll dort jedoch nicht im Unterricht gelten.

In Mecklenburg-Vorpommern galt am Montag - dem ersten Schultag nach den sechswöchigen Sommerferien - noch keine landesweite Maskenpflicht. Doch nachdem die Debatte ins Rollen gekommen war, schwenkte die Bildungsministerin des Landes, Bettina Martin (SPD), um. Künftig soll nach ihren Worten die Maskenpflicht in weiterführenden Schulen im Schulgebäude, aber nicht im Klassenraum gelten. An Grundschulen soll es demnach weiterhin keine Maskenpflicht geben.

Um Corona-Infektionen zu vermeiden, sind die Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in Gruppen von zwei bis vier Jahrgängen eingeteilt worden. Diese sollen sich nicht begegnen. Auf vielen Schulhöfen teilt nun Flatterband die Areale ein, auf denen sich die einzelnen Gruppen in der Pause aufhalten dürfen.

Der Landeselternrat sieht den Schulbusverkehr als Schwachpunkt bei der Corona-Bekämpfung. Der Vorsitzende Kay Czerwinski forderte, mehr Busse einzusetzen, damit diese nicht überfüllt sind. «Die Definition der festen Schülergruppen ist spätestens dann hinfällig, wenn sich alle im Schulbus treffen, zumal bei Hitze», sagte er. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich alle Kinder an die Maskenpflicht im Bus halten.» Gerade in den Stoßzeiten sollten mehr Busse für eine Entzerrung sorgen, forderte Czerwinski.

Die Bundesregierung begrüßt die Pläne der Bundesländer, in der Schule mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzuführen. «Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung», sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Dies müsse aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept und dafür liege die Zuständigkeit bei den Ländern.

Der Bundesvorsitzende der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, beklagte, das Maskentragen sei schnell gefordert, die Umsetzung obliege aber wieder den Lehrkräften und werde zu einer weiteren Aufgabe für sie. Hier dürfe sich die Politik nicht zu schnell aus der Affäre ziehen, sagte Beckmann der «Welt» am Montag. Er forderte von der Politik «klare Rahmenvorgaben mit ausreichendem Handlungsspielraum für die Schulleitung vor Ort». Auch müsse es in Ministerien und Behörden klare Ansprechpersonen für Schulleitungen geben.

Update, 19.30 Uhr - Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer: Hausrecht ändern zur Durchsetzung der Maskenpflicht

In Deutschland gilt aufgrund der Corona-Pandemie die Verpflichtung zur Mund-Nase-Bedeckung in den Zügen. Zu Beginn der Maskenpflicht war an vielen Stellen noch Sicherheitspersonal unterwegs, das zum korrekten Tragen der Maske aufgefordert hatte. In der Durchsetzung gegenüber unwilligen Kunden in den Zügen sieht die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mittlerweile ein massives Problem. „Das Management hat die Durchsetzung zur Maskenpflicht zuerst an unsere Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter delegiert und sie dann im Regen stehen gelassen. Ja, sie haben nach dem Hausrecht noch nicht einmal die Möglichkeit, Maskenverweigerer am nächsten Bahnhof zum Aussteigen zu bewegen, wenn sie das nicht wollen. Das ist bei der österreichischen Bahn ÖBB gang und gäbe und das ist in Deutschland auch bei Schwarzfahrern grundsätzlich möglich“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky. Will ein Fahrgast partout keine Maske vorschriftsmäßig tragen, bleibe dem Zugbegleiter bisher nur der Anruf zur Bundespolizei.

Die GDL fordert daher, dass sich das ändert. „Gerade wenn wieder mehr Fahrgäste in den Zügen sind und die Corona-Fälle zunehmen, muss die Mund-Nase-Bedeckung in den Zügen zur Eindämmung der Virenübertragung strikt eingehalten werden. Fahrgäste schreckt es zudem immer wieder ab, wenn Maskenverweigerer im Zug sind, und sie steigen um aufs Auto.“ Deshalb fordert die GDL auf der einen Seite, dass Sicherheitspersonal eingesetzt wird. Auf der anderen Seite muss den Zugbegleitern auch mehr Respekt entgegengebracht werden. Da die Bahnen den

mangelnden Anstand von uneinsichtigen Maskenverweigerern aber nicht beheben können, muss den Zugbegleitern zumindest das Recht eingeräumt werden, ihnen die Weiterfahrt im Zug am nächsten Bahnhof zu verweigern. Weselsky: „Diese Maßnahme ist zwar kein Allheilmittel, kann aber dennoch disziplinieren. Für die Sicherheit der Zugbegleiter und der Fahrgäste müssen jedenfalls alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.“

Zu mehr Anstand kann auch die DB selbst beitragen. So verbietet sich die GDL eine so unwürdige Aufforderung wie die einer DB-Führungskraft. Sie hat die Fahrgäste per Twitter aufgefordert, dass Mitarbeiter, die ihre Maske im Dienst nicht oder nicht korrekt tragen, bei der Bahn anzuzeigen sind. „Wertschätzung der Mitarbeiter sieht anders aus“, so Weselsky. Die GDL hat dazu eine Entschuldigung gefordert. Darauf warten die Zugbegleiter bis heute vergeblich. Lediglich der Tweet wurde entfernt. „Die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter stehen im Zug an vorderster Front und leisten rund um die Uhr zuverlässig ihre Arbeit. Sie haben Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit verdient.“

Pressemitteilung der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer

Update, 18.30 Uhr - Gesundheitsamt Mühldorf auf steigende Zahlen vorbereitet – 20 zusätzliche Stellen von der Regierung

Kommt eine sogenannte zweite Welle? Stehen wir bereits kurz davor? – Selbst Wissenschaftler sind sich uneins, wie sich das Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus weiterentwickeln wird. Fakt ist, dass nach einer Zeit ohne Neuinfektionen die Zahlen wieder ansteigen – auch im Landkreis Mühldorf a. Inn. Das Gesundheitsamt Mühldorf sieht sich jedoch gerüstet. „Wir haben aus den Erfahrungen gelernt und jetzt die Zeit ohne Neuinfektionen genutzt, um uns auf wieder steigende Zahlen vorzubereiten“, so der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Benedikt Steingruber.

Grundlage ist die lokale Teststrategie in sensiblen Bereichen. So sollen Ausbrüche vor Ort verhindert bzw. das Infektionsgeschehen und harte einschränkende Maßnahmen begrenzt werden. Mittlerweile sind bereits zwei Reihentestungen der gesamten Belegschaft in den Schlachthöfen in Waldkraiburg und Ampfing erfolgt. Die Betreiber führen darüber hinaus regelmäßige stichprobenartige und zusätzliche anlassbezogene Tests durch, etwa bei Reiserückkehrern. Ebenso wurden Bewohner und Mitarbeiter der Anker Dependance – wie bereits berichtet – nach einer Reihentestung im April nun im Juli erneut getestet, nachdem mehrere Sicherheitsdienstmitarbeiter infiziert waren. In diesem Zusammenhang erfolgten wiederholte Reihentestungen in einer Kindergartengruppe und auf einer Station eines Seniorenheims. Darüber hinaus bietet das Gesundheitsamt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Alten- und Pflegeeinrichtungen regelmäßige Testungen an. Mit all diesen Maßnahmen sollen etwaige Ausbrüche schnell lokalisiert und die Infektionsketten unterbrochen werden. So wurden allein durch das Gesundheitsamt seit Ende Mai rund 4.100 Abstriche vorgenommen.

Neben den umfassenden Testungen wurde die Verwaltung personell und strukturell auf weiter steigende Zahlen vorbereitet. 45 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts sowie mehr als 10 aus den Gemeinden haben eine Schulung während der Zeit ohne Neuinfektionen im Landkreis für die Arbeit in einem „Contact Tracing Team“ erhalten, um bei positiven Fällen ohne Zeitverlust bei der Ermittlung und Beratung von möglichen Kontaktpersonen zu unterstützen. „Aufgrund der Lockerungen ist die Zahl der Kontakte, die im Falle einer Infektion nachverfolgt werden müssen, größer geworden, so dass wir uns in diesem Bereich personell gut aufstellen müssen“, so Steingruber. Darüber hinaus unterstützt auch die Regierung von Oberbayern die Landratsämter mit zusätzlichem Personal. Für das Gesundheitsamt in Mühldorf sind das zehn neue Stellen für die CTT-Teams sowie weitere zehn zur Verstärkung des Personals des Gesundheitsamtes. Die Auswahlverfahren sind noch nicht abgeschlossen, erste neue Kollegen unterstützen die CCT-Teams ab dieser Woche jedoch bereits. „Das Gesundheitsamt arbeitet auf Hochtouren und wir sind sehr froh, dass wir mit weiteren Stellen von der Regierung unterstützt werden. Ich bedanke mich bei allen Kolleginnen und Kollegen des Landratsamtes und den Gemeinden für ihre Bereitschaft, das Gesundheitsamt zu unterstützen sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes für Ihren Einsatz. Wir tun alles, um lokale Ausbrüche zu verhindern bzw. falls es zu einer zweiten Welle kommt, für die Herausforderungen gerüstet zu sein“, stellt Landrat Max Heimerl fest.

Pressemitteilung des Landratsamt Mühldorf a. Inn

Update, 16.22 Uhr - Erneut Neuinfektion im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit vier aktive COVID-19-Fälle vor.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 1,13 .Seit Freitag, den 31. Juli, ist beim Staatlichen Gesundheitsamt eine Neuinfektion eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1317 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten weiterhin mindestens 1225 Personen.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt.

Update, 13.51 Uhr - Abwasseruntersuchungen in sechs Städten sollen vor Corona warnen

Die Technische Universität München sucht im Abwasser von sechs bayerischen Städten nach Spuren des Coronavirus. Auf diese Weise will das Team um Professor Jörg Drewes vom Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft eine Art Frühwarnsystem etablieren. Derzeit wird Wasser aus München, Erlangen, Augsburg, Starnberg, Freising und Weiden untersucht. Zuvor hatte der „Bayerische Rundfunk“ über das Projekt berichtet.

Die Proben stammen aus dem Zulauf von Kläranlagen und werden auf den genetischen Fingerabdruck des Virus geprüft, wie Drewes erklärte. Aus dem Vorkommen der Spuren zieht das Team vor allem qualitative Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen. Das Projekt läuft inzwischen seit drei Wochen mit wöchentlichen Probeentnahmen.

Auch andernorts in Deutschland wollen Forscher mit Hilfe von Abwasserproben Rückschlüsse auf das aktuelle Infektionsgeschehen gewinnen. Solche Daten aus Kläranlagen könnten ein bundesweites Frühwarnsystem für regionale Ausbrüche ermöglichen. Lässt sich Virus-Erbgut im Abwasser nachweisen, bedeutet das nicht zwingend lebende Viren: Infizierte scheiden vielfach abgetötete Viren aus; auch in solchen nicht infektiösen Bruchstücken lässt sich Erbgut nachweisen.

Update, 13.07 Uhr - Ein neuer Corona-Fall im Berchtesgadener Land 

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Freitag einen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 356 (Meldestand: 03.08.2020, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land sinkt auf 5,7.
 

Von den insgesamt 356 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind mittlerweile 321 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen (vier mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Aktuell befinden sich noch 10 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung (drei weniger im Vergleich zum Vortag).
 

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich noch acht direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne (5 weniger im Vergleich zur letzten Meldung). Insgesamt 1.038 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile seit März wieder aus der Quarantäne entlassen worden (sechs mehr im Vergleich zu Freitag). Allerdings ist seit Freitag 1 neue direkte Kontaktpersonen ermittelt worden. In den Kliniken im Berchtesgadener Land wird nur noch 1 Covid-19-Patient stationär behandelt.

Update, 11.44 Uhr - Nach Corona-Ausbruch: Hurtigruten stellt Kreuzfahrten vorerst ein     

Mindestens 40 Passagiere und Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.

Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die „Roald Amundsen“ am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei vier Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus.

Alle Passagiere, die auf den beiden am 17. und 24. Juli begonnenen Touren mit der „Roald Amundsen“ unterwegs gewesen seien, seien über die Lage informiert worden, hieß es. All diese Passagiere müssten für zehn Tage in Quarantäne. Norwegischen Medienberichten zufolge handelt es sich insgesamt um rund 380 Passagiere.

Update, 9.58 Uhr - 43 weitere Corona-Infektionen in Mamming

43 Saisonarbeitskräfte haben sich in einem zweiten Betrieb im niederbayerischen Mamming mit dem Corona-Virus angesteckt. „Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Am Vortag hatten die Behörden noch von 27 Fällen gesprochen. Nach vollständiger Auswertung der Tests liege die Zahl nun bei 43, sagte Bumder. Die Tests in weiteren Betrieben und bei Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien negativ gewesen. „Nach jetzigem Stand liegt also nur ein Infektionsherd in Mamming vor.“

Der jetzt betroffene Betrieb im 3340 Einwohner Ort Mamming stellt Gemüsekonserven und Sauerkraut her. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die Corona-Infizierten bei Mitarbeitern des Gemüsehofes angesteckt haben, in dem es zuerst zu einem Ausbruch gekommen war. Dort wurde bei rund 230 Erntehelfern eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Drei der Erkrankten befanden sich zwischenzeitlich nach Angaben des Landrats im Krankenhaus - am Sonntagnachmittag war einer von ihnen bereits wieder entlassen worden.

Nach dem Ausbruch hatte der Landkreis Reihentests in allen Betrieben mit Saisonarbeitskräften angeordnet. Dadurch waren die Fälle in dem zweiten Betrieb entdeckt worden. In den übrigen 24 Betrieben seien die Tests negativ ausgefallen, sagte Bumeder. Unter den mehr als 5000 Bürgerinnen und Bürgern, die sich vergangene Woche freiwillig testen lassen haben, seien ebenfalls keine Infizierten. „Deshalb gehen wir weiterhin davon aus, dass das Virus trotz des Massenausbruchs auf den Betrieben in Mamming nicht in die Landkreisbevölkerung getragen wurde“, sagte Bumeder.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich am Sonntag besorgt über die steigenden Fallzahlen in Deutschland. „Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt“, teilte Söder auf Twitter mit. Es sei jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen oder naive Unvorsichtigkeit.

Update, 8.50 Uhr - Spahn: Testpflicht für Risikoreisende noch diese Woche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Laufe dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er am Montag im ARD-“Morgenmagazin“ aber noch nicht: „Wir haben erste Entwürfe“, sagte der CDU-Politiker. „Wir wollen das gut abstimmen auch mit den Ländern, da das ja auch vor Ort dann an den Flughäfen zum Beispiel oder an den Bahnhöfen gelebt werden können muss. Und deswegen finde ich es wichtig, es gut zu machen.“

Er betonte, bis dahin gelte für alle Einreisenden aus Risikogebieten die Pflicht zu zwei Wochen Quarantäne. Er verwies zudem darauf, dass sich seit Samstag alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen können.

Auf die Frage, warum solche Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer nicht schon früher geschaffen wurden, verwies Spahn darauf, dass man erst einmal Testkapazitäten habe aufbauen müssen. „Wir haben jetzt 1,2 Millionen Tests, die wir pro Woche schaffen können. Es wird im Moment etwa die Hälfte abgerufen.“ Spahn rechnet mit einer Zunahme der Tests, neben Reiserückkehrern auch etwa von Lehrern und Erziehern: „Wir werden sehen - da bin ich sehr sicher - in den nächsten Wochen, dass deutlich mehr getestet werden wird.“

Behörden melden über 500 neue Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 210.402 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 3. August, 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148. Etwa 193.500 Menschen gelten als bereits genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,11 (Stand: 2. August; Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert zuletzt bei 1,09 (Stand: 2. August; Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mw/mh/mda

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