News-Ticker zur Corona-Pandemie

Gesundheitsminister beraten über Zuschauerrückkehr in die Bundesliga-Stadien - Über fünf Millionen Infektionen in USA

Landkreis - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr fast sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am 8./9. August im News-Ticker:

Bayern, München: Fußball: Bundesliga, Bayern München - FC Augsburg, 25. Spieltag in der Allianz Arena. Fußballfans kommen vor dem Spiel in das Stadion.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2865, Traunstein 1320, Berchtesgadener Land 359, Mühldorf 520, Altötting 620
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9196 Todesfälle in Deutschland (2624 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Update, 19.41 - Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen in den USA

n den USA haben die Behörden seit Beginn der Pandemie bereits fünf Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in den USA, vor allem in Bundesstaaten im Süden und im Westen des Landes, wieder stark angestiegen. Die Schwelle von vier Millionen bekannten Infektionen war erst vor zweieinhalb Wochen überschritten worden.

Bislang sind in den USA mehr als 162.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben, wie die Daten von Johns Hopkins zeigten. Pro Tag meldeten die Behörden zuletzt im Schnitt gut 1000 Todesfälle und rund 60.000 Neuinfektionen. In keinem Staat der Welt gibt es in absoluten Zahlen gesehen so viele bekannte Infektionen und Todesfälle wie in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern.

dpa

Update, 17.28 - Schutzmasken: 48 Lieferanten klagen gegen Bundesregierung

Bei der Beschaffung von knapp sechs Milliarden Schutzmasken in der Corona-Pandemie drohen der Bundesregierung einem Bericht zufolge Rückzahlungsforderungen in dreistelliger Millionenhöhe.

48 Lieferanten, die vom Bundesgesundheitsministerium nicht oder nur teilweise für gelieferte Ware bezahlt worden seien, hätten bisher Zivilklagen am zuständigen Bonner Landgericht eingereicht, berichtete die „Welt am Sonntag“.

Rund 100 weitere Lieferanten bereiten nach Informationen der „WamS“ mit Hilfe von Anwälten ein abgestimmtes juristisches Vorgehen vor. Insgesamt wollen die betroffenen Unternehmen demnach ausstehende Zahlungen in Höhe von etwa 400 Millionen Euro einfordern. Das hätten beteiligte Anwaltskanzleien hochgerechnet.

Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte am Sonntag den Eingang von bisher 48 Klagen bis vergangenen Freitag. Es gehe um Forderungen von 300.000 Euro bis zu fünf Millionen Euro, sagte er. Etliche Klagen lägen im Millionenbereich. Ein erster Verhandlungstermin sei im September angesetzt. Die Verfahren würden einzeln behandelt. Schon im Mai seien erste Klagen bei Gericht eingegangen. Vor zwei Wochen seien es noch 30 gewesen.

Dem Bundesgesundheitsministerium seien bislang 21 Klagen bekannt, bei denen es um Forderungen in Höhe von 59 Millionen Euro gehe, schrieb die Zeitung. Grund für die „Verzögerungen beim Zahlungsziel“ seien Qualitätsmängel und falsch gestellte Rechnungen gewesen.

dpa

Update, 15.37 Uhr - Debatte um Zuschauerrückkehr: Gesundheitsminister beraten

Die Debatte um das Für und Wider einer Zuschauerrückkehr in die Bundesliga-Stadien zur neuen Saison hält an.

Das Konzept der Deutschen Fußball Liga für einen erst reduzierten Wiedereinzug der Fans ohne Besetzung der Stehplätze, Alkohol und Gästefans sowie mit personalisierten Tickets hat viel Anerkennung bekommen. Zugleich gibt es angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen weiter Kritik und Zweifel aus Bund, Ländern und Wissenschaft. Die Gesundheitsminister der Länder wollen am 10. August über die geplanten DFL-Maßnahmen beraten.

Vor dem Treffen hat der Ärzteverband Marburger Bund Bedenken gegen eine Zuschauer-Teilzulassung auch mit Corona-Schutzauflagen geäußert. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie Fußballfans mit zwei Metern Abstand ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn Fans im Stadion sind, dann wollen sie auch zusammen sein und gemeinsam feiern, was menschlich nachvollziehbar ist“, sagte die Ärztin und Hygienespezialistin. „Insofern bin ich da eher kritisch.“

Der Virus-Experte Helmut Fickenscher hingegen warnt, dass der Liga-Start mit Zuschauern am dritten September-Wochenende die Probleme mit der Pandemie in den kälteren Jahreszeiten vergrößern könnte. „Im Herbst und Winter ist zu erwarten, dass sich die epidemische Lage verschärft“, sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel der dpa. Gleichzeitig werde es schwer sein, zwischen Infektionen mit dem Coronavirus und herkömmlichen Erkältungen sowie der Grippe zu unterscheiden. „Das wird es schwieriger machen, über entsprechende Lockerungen im Sportbereich zu entscheiden“, sagte der Mediziner.

Grundsätzlich hält er eine begrenzte Rückkehr von Fans zu den Spielen für möglich. „Bei zehn Prozent der Zuschauer habe ich aber den Verdacht, dass man das auch gleich lassen könnte“, sagte Fickenscher und fügte hinzu: Vielleicht sei das andererseits ein Anfang.“ Und auf Basis dieses Anfangs kann man Erfahrungen sammeln.“

dpa

Update, 13.32 Uhr - Ex-Weltmeister hält Corona-Maßnahmen für „völlig überzogen“

Der frühere Fußball-Weltmeister Thomas Berthold hat seinen Auftritt als Redner bei einer Demonstration der umstrittenen Initiative „Querdenken 711“ - dort treten auch immer wieder Verschwörungstheoretikern und Rechtspopulisten in Erscheinung - in Stuttgart mit seiner kritischen Haltung zu den Corona-Schutzmaßnahmen begründet. Die Maßnahmen seien „völlig überzogen“, sagte der 55-Jährige der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Rede sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, hieß es weiter.

Berthold erklärte dabei unter anderem, dass sein Vertrauen in die politische Führung bei „unter Null“ angekommen sei. Die Teilnehmer der Kundgebung forderten ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert. In den sozialen Netzwerken erntete Berthold für seinen Auftritt Reaktionen von Häme bis Zuspruch: „Thomas Berthold stand ja früher schon selten richtig im Raum“, schrieb ein Twitter-Nutzer mit Anspielung auf dessen Fußballkarriere. Andere Nutzer attestierten ihm etwa Zivilcourage.

Update, 11.23 Uhr - RKI weitet Liste der Risikogebiete aus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat weitere Regionen in die Liste der Corona-Risikogebiete aufgenommen. Darunter ist unter anderem die belgische Stadt Antwerpen. Selbst die belgische Regierung rät ihren Bürgern von einer Reise in das Gebiet ab. Der Bürgermeister der Hafenstadt reagierte auf die Corona-Fälle und ordnete strengere Maßnahmen an. Außerdem hat er vor den Toren der Stadt ein „Corona-Dorf“ errichtet, wo sich Bürger auf der Virus testen lassen können.

Auf der Liste der Risikogebiete stehen nun außerdem auch Teile des berühmten „Goldstrandes“ an der bulgarischen Schwarzmeer-Küste. Dort hatten in den letzten Tagen ausufernde Partys von Sauf-Touristen für Schlagzeilen gesorgt, die nach Schließung der Partymeilen auf Mallorca oftmals auf diese Region ausgewichen waren.

Update, 9.18 Uhr - Paris führt Maskenpflicht im Freien ein

Wegen wieder ansteigender Corona-Zahlen für die französische Hauptstadt Paris ab Montag, 10. August, eine Maskenpflicht ein, die teilweise auch im Freien gilt. Diese gelte für Personen ab elf Jahren, wie es von Seiten der Stadtverwaltung hieß. Insgesamt gilt die Maskenpflicht in mehr als einhundert Straßen in fast allen Arrondissements. Betroffen sich auch beliebte „Hotspots“ von Touristen, wie zum Beispiel der Hügel Montmartre, das Ufer der Seine und des Canal Martin sowie Märkte und Einkaufsmeilen.

Frankreich hatte zuletzt die allgemeine Maskenpflicht, die zunächst nur in öffentlichen Verkehrsmitteln galt, am 20. Juli auf Geschäfte, Einkaufszentren, Banken, geschlossene Markthallen und Verwaltungsgebäude ausgeweitet

Update, 9. August, 7.32 Uhr - „Nur“ 555 Neu-Infektionen, aber R-Wert steigt

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist nach mehreren Tagen wieder unter die Schwelle von 1000 Fällen gesunken. Die Behörden haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 555 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Stand: 9. August, 0 Uhr). Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.891 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9196. Etwa 196.800 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit im Vergleich zu den Werten der Vortage etwa nur halb so hoch. Ein Grund dafür kann sein, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,32 (Stand: 8. August, Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,23 (Stand: 8. August; Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 21.48 Uhr - US-Experten fordern neue strikte Ausgangsbeschränkungen

Ein renommierter Epidemiologe und ein führender Vertreter der US-Notenbank fordern im Kampf gegen die Corona-Pandemie die erneute Verhängung strikter Ausgangsbeschränkungen.

Bis es eine Impfung gebe, werde es ohne einen neuen Lockdown Millionen weitere Coronavirus-Infektionen und zahlreiche Todesfälle geben, aber keine nachhaltige Erholung der Wirtschaft, warnten der Epidemiologe Michael Osterholm und der Chef des Büros der Notenbank in Minneapolis, Neel Kashkari, in einem Gastbeitrag in der „New York Times“.

„Es gibt keinen Zielkonflikt zwischen der Gesundheit und der Wirtschaft“, schrieben sie. „Beide verlangen es, das Virus aggressiv unter Kontrolle zu bringen.“ Die Geschichte werde hart über Amerika urteilen, wenn die aktuelle Chance, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, nicht ergriffen werde, schrieben sie. Sie schlagen die Verhängung von Ausgangsbeschränkungen in den Bundesstaaten für jeweils sechs Wochen vor, um die Zahl der Neuinfektionen von derzeit 50.000 bis 60.000 pro Tag mindestens auf wenige Tausend pro Tag zu reduzieren.

US-Präsident Donald Trump und viele Gouverneure lehnen erneute einschneidende Beschränkungen des öffentlichen Lebens entschieden ab, weil diese der Wirtschaft schaden. Nach Ansicht vieler Gesundheitsexperten wurden die ursprünglichen Beschränkungen, die ab Ende März verhängt worden waren, zu schnell wieder aufgehoben. Anders als in europäischen und asiatischen Staaten wurde die Pandemie in den USA nie weitgehend unter Kontrolle gebracht. Die USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern hatten im Schnitt nie weniger als 20.000 Neuinfektionen am Tag. Inzwischen sind im es Schnitt rund 60.000.

Mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit und die Wiedereröffnung von Schulen und Universitäten warnten Osterholm und Kashkari vor einer weiteren Zuspitzung. „In den nächsten sechs Monaten könnte das, was wir bisher erlebt haben, nur wie das Aufwärmen für eine größere Katastrophe erscheinen“, schrieben sie.

In den USA gibt es bislang Daten der Universität Johns Hopkins zufolge fast fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen und rund 161.000 damit zusammenhängende Todesfälle.

dpa

Update, 18.55 Uhr -  Staatssekretär Eck besucht Corona-Testzentrum an der A93

Staatssekretär Gerhard Eck verschafft sich einen Überblick über das neue Corona-Testzentrum am Grenzübergang Kiefersfelden.

Bereits über eine Woche ist das neue Corona-Testzentrum, in dem sich Reiserückkehrer auf das Virus testen lassen können, in Betrieb. So wurden zum Beispiel alleine am Freitag (31. Juli) innerhalb von 24 Stunden 1.214 Testungen durchgeführt. Am Freitag, dem 7. August, kündigte sich Staatssekretär Gerhard Eck, MdL, kurzerhand für einen Besuch der Teststation an der A93 an.

Die Teststation am Grenzübergang wird gemeinsam von den Hilfsorganisationen Ambulanz Rosenheim, BRK, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, DLRG Bad Aibling sowie dem THW Rosenheim geleitet und betrieben. Der Katastrophenschutzbeauftragte des MHW e.V. und Geschäftsführer der Ambulanz Rosenheim GmbH Gabriel Mayer führte Eck über das Gelände und erklärte kurzerhand den Ablauf.

„Wir erwarten für das kommende Wochenende einen höheren Andrang als bisher, da es sich um das erste richtige Rückreisewochenende handle“ erklärte Mayer. „Vor allem macht, den meist ehrenamtlich Helfern, die starke Hitze im Vollschutzanzug zu schaffen“ so Mayer weiter. An stark frequentierten Tagen könne logistisch an bis zu drei Spuren parallel getestet werden sofern die notwendigen Personalressourcen abrufbar sind – was nicht immer der Fall sei erklärte Mayer. Ein weiteres Problem stelle die Ungewissheit dar, von wem und vor allem wann genau die CoronaTeststation übernommen werden soll, da es sich bisher nur um eine Interimslösung handle.

Staatsekretär Eck sicherte eine schnelle Klärung der Fragen zu und tätigte bereits Vorort die ersten Anrufe. Ebenfalls dankte Staatssekretär Eck im Anschluss allen Helfern, die sich dafür einsetzen den Betrieb der Station aufrecht zu erhalten und somit einen reibungslosen Ablauf der Testungen gewährleisten zu können

Pressemitteilung der Ambulanz Rosenheim GmbH 

Update, 15.43 Uhr - Teil-Reisewarnung für Bulgarien und Rumänien

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Infektionen in Bulgarien und Rumänien warnt die Bundesregierung nun vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden EU-Länder.

Dazu zählt auch die bulgarische Touristenhochburg Warna mit dem bei deutschen Party-Touristen beliebten Urlaubsort Goldstrand, der oft mit dem Ballermann auf Mallorca verglichen wird. In Warna liegt auch einer der beiden wichtigsten Flughäfen an der bulgarischen Schwarzmeerküste.

Daneben sind in Bulgarien nach den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts im Internet Blagoewgrad und Dobritsch betroffen, in Rumänien die Kreise Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timiş. Die wichtigsten rumänischen Urlaubsregionen in Siebenbürgen und am Schwarzen Meer sind von der Warnung ausgenommen.

Die insgesamt zehn Regionen in Bulgarien und Rumänien wurden gleichzeitig vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen. Urlauber, die aus solchen Gebieten zurückkehren, müssen sich seit Samstag auf Corona testen lassen.

Die Deutschen sind neben den Russen und Briten die wichtigste Touristengruppe für Bulgarien. Goldstrand gilt als längste Partymeile Bulgariens und eifert seit vielen Jahren dem Ballermann auf Mallorca nach. Es sind sogar einige Bars wie „Bierkönig“ und „Ballermann 6“ nach Vorbildern an der Playa de Palma benannt. Berichte über mangelnde Corona-Schutzmaßnahmen in dem Urlaubsort hat die bulgarische Tourismusbranche stets zurückgewiesen.

Bulgarien und Rumänien sind bereits das vierte und fünfte Land der Europäischen Union, für das wieder ganz oder teilweise vor Urlaubsreisen gewarnt wird. Daneben gibt es Reisewarnungen für Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und drei Regionen in Spanien: Aragon, Navarra und Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava. Die einzigen Regionen außerhalb Europas, für die die Reisewarnung bisher aufgehoben wurde, sind vier Urlaubsgebiete im asiatischen Teil der Türkei, dem drittbeliebtesten Reiseland der Deutschen.

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

dpa

Update, 13.35 Uhr - Piazolo: Erneute Schulschließungen möglich

Auch in Bayern könnten Schulen schon nach einem einzigen Corona-Fall geschlossen werden. „Wenn dieser Schüler viele Begegnungen hatte, dann kann es passieren“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Samstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). Das sei aber nur das letzte Mittel. Die Schulen versuchten, feste Gruppen zu haben und auch in den Pausen zu schichten, „und insofern kann es auch sein, dass nur eine Klasse nach Hause geschickt wird oder manchmal auch ein Teil einer Schule.“

In Mecklenburg-Vorpommern waren vor kurzem zwei Schulen geschlossen worden, weil sich eine Gymnasiallehrerin und ein Grundschüler mit dem Virus angesteckt hatten. Piazolo sagte, Bayern wolle nach den Sommerferien an den Schulen in den Regelbetrieb zurück, unter strengen Hygienebedingungen. Wenn die Zahl von 20 Infektionen pro 100 000 Einwohner „überschritten wird, dann würden wir auch Maskenpflicht im Unterricht anordnen“.

Update, 12.50 Uhr - Test-Verweigerer müssen bis zu 25.000 Euro zahlen

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, für den gilt seit Samstag, 8. August, 0 Uhr: Entweder man legt bei der Einreise negativen Corona-Test vor, der nicht älter als 48 Stunden sein darf oder man muss sich testen lassen! So sieht es die neue Verordnung vor, die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erarbeitet wurde.

Für „Verweigerer“ kann (und wird es wohl auch) teuer werden. „Das Ganze ist bußgeldbewährt, wie es alle Regeln im Infektionsschutzgesetz sind“, sagte der Minister. Wer der Verpflichtung nicht nachkommt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen, wie die Bild-Zeitung nun berichtet. Spahn weiter: „Das heißt aber jetzt nicht, dass gleich jeder die Rechnung über 25.000 Euro bekommt. Das ist eine Entscheidung der Behörde vor nach Verhältnismäßigkeit.“

Zudem sieht die Ergänzung zum Infektionsschutzgesetz vor, dass die Bundespolizei ab sofort Daten von Einreisenden am Flughafen stichenprobenartig erheben und dann an die Gesundheitsbehörden weiterleiten kann.

Update, 11.07 Uhr - MdB Mayer fordert „verschärfte Maßnahmen“

Nach der Großdemonstration von Corona-Leugnern in Berlin gegen staatliche Corona-Auflagen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU), gefordert, bei Genehmigungen von Versammlungen gegebenenfalls restriktiver vorzugehen

Zwar seien Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung „hohe, allen Bürgern garantierte unveränderliche Grundrechte - allerdings eben immer nur so weit, als die Rechte Dritter oder die öffentliche Sicherheit nicht erheblich verletzt werden“, forderte der Politiker aus Burghausen in einem Gastbeitrag für die Rhein-Neckar-Zeitung.

Die Überwachung der Einhaltung der Hygieneregeln müsse weiter höchste Priorität haben, hieß es weiter. „Hier obliegt es den Landesbehörden abzuwägen, inwieweit Maßnahmen noch verschärft werden müssen und man aufgrund der negativen Erfahrungen des Demonstrationsgeschehens vom Wochenende bei der Genehmigung von Versammlungen zukünftig restriktiver zu entscheiden hat“, so Mayer.

Stephan Mayer (MdB).

Update, 9.18 Uhr - Testpflicht für Reiserückkehrer greift ab sofort

Für Rückkehrer aus Risikogebieten greift von diesem Samstag an bei der Heimkehr die Testpflicht auf das Coronavirus. Dies gilt auch in Bayern. Dazu wurden die Testkapazitäten entsprechend erhöht und entsprechende Testzentren an Flughäfen und großen Hauptbahnhöfen geschaffen. Flugreisende haben drei Tage Zeit, sich auch woanders testen zu lassen, müssen bis zum Ergebnis aber in häusliche Quarantäne, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Die Testpflicht gilt den Behörden zufolge nicht, wenn man ohne Zwischenaufenthalt durch ein Risikogebiet reist.

Die komplette Liste der Risikogebiete kann auf der Homepage des Robert-Koch-Institutes (RKI) eingesehen werden.

Coronatest Rastanlage

Erneut über 1000 Neu-Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Behörden haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI nun bekannt gab (Stand: 8. August, 0 Uhr).

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Samstag etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Sie war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten 196.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,16 (Stand: 7. August; Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand ebenfalls bei 1,16 (Stand: 7. August; Vortag: 1,06). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mw

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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