Zu Besuch beim Edlinger Hobby-Imker Barthl Ramsl

Wenn der süße Honig-Geschmack am Gaumen an ein Pils erinnert 

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Barthl Ramsl aus Edling besitzt als Hobby-Imker 14 Bienenvölker. 
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Edling - Von unzähligen Bienchen an den Waben zum zuckersüßen Honig: Barthl Ramsl ist stolzer Besitzer von 14 Bienenvölkern. Warum die fleißigen Insekten für den Hobby-Imker "wunderbare Tiere" sind, wird bei einem Besuch deutlich. 

"Das hier ist meine persönliche Idylle", erzählt Bartl Ramsl mit einem Blick auf einen Teil seiner Bienenvölker - getarnt in dunkelgrün gestrichenen Stöcken in einem Wald im Gemeindegebiet von Rechtmehring im Landkreis Mühldorf - einer von insgesamt drei Standorten. Da sagen sich Fuchs und Hase noch "Gute Nacht" - begleitet von einem eifrigen Summen der Bienen. 

20.000 bis 80.000 Bienen 

Seit Anfang des Jahres betreibt der 58-Jährige aus Edling die Hobby-Imkerei. Vier von seinen insgesamt 14 Völkern seien "Wirtschaftsvölker", mit einer mehr als einem Jahr alter Königin. Ab 20 Stöcken gehöre man zu den Berufs-Imkern. Die Anzahl der Honigbienen in Ramsls Stöcken sei jahreszeitenabhängig und variiere: "Aktuell sind es 20.000, die sich an den Standorten jetzt langsam aufs Einwintern vorbereiten. Dann kriechen sie kugelförmig zusammen um ihre Königin, halten sie warm und wärmen sich gegenseitig. Im Sommer hingegen kann die Zahl meiner Bienen schon mal auf 80.000 steigen. Da müssen sie auch mehr arbeiten, wenn ab dem Frühjahr alles blüht, wächst und gedeiht." 

Das wirke sich dann allerdings auf die Lebensdauer der Tiere aus: Je nach Aufgabenverteilung - von Brutpflege, Stubendienst, Wachdienst am Flugloch bis zu den Sammelflügen von Pollen und Nektar sammelnden Bienen. Die Tiere im aktiven Flugdienst verbrauchen Ramsl zufolge so viel Energie, dass sie nach etwa 28 Tagen sterben. Im Winter hingegen können die Insekten bis zu sechs Monate alt werden. 

Und: Bienen können bis zu 100 Mal schneller sehen als Menschen. Darum sollte man auch niemals nach einer schlagen, denn "bis man ausgeholt hat, hat die Biene das schon längst erkannt und vermutlich schon zugestochen." Was wiederum Hobby-Imker Ramsl in der Seele weh tut, denn schließlich sterben Bienen nach einem Stich - weil ihr Stachel mit kleinen Widerhaken ausgestattet sei, die den Stachel in der Haut festhalten. Beim Versuch sich zu befreien, verbleibe der Stachel in der Haut und ziehe den kompletten Stechapparat aus der Biene heraus.

Hobby-Imker Barthl Ramsl aus Edling im Portrait 

"Sollte alles über die Biene wissen"

Gelernt hat der Edlinger all das beim Wasserburger Imkerverein. Dort hat er Kurse besucht, darunter 15 Pflichtveranstaltungen à zwei bis vier Stunden. Am Ende steht ein Wissenstest. Zwei Jahre dauert die Ausbildung zum Hobby-Imker in der Regel. Es gibt auch die Möglichkeit als "Imker auf Probe" zu "schnuppern", um zu sehen, ob einem das der Umgang mit den Bienen liege. 

"Grundsätzlich sollte man alles über die Biene wissen, von der Zucht und artgerechten Haltung und der Zucht über die Rassen bis hin zu Krankheiten und Bekämpfung von Schädlingen wie der Varroa-Milbe", untermalt Ramsl. 

Sie sind ihm ans Herz gewachsen, die Königinnen, die Drohnen und freilich auch die Arbeiterbienen. Weiterentwickeln möchte der Edlinger das Imkern allerdings nicht. Für ihn bleibe es ein leidenschaftliches Hobby, das ihn entspanne, wenn er die fleißigen Bienen beim Arbeiten beobachte, ihre Stöcke baue, einfüttere oder die für die Überwinterung vorbereite.

Von "Dani's Liebling" bis "Erna's Empfehlung" 

Den gewonnen Honig verschenkt Ramsl im Bekanntenkreis. In der Familie haben sich schon einige "Kosenamen" gefunden. "Dani's Liebling" schmecke der 26-jährigen Tochter sehr gut, "da der Frühjahrsblütenhonig sehr süß ist", erklärt Bartl Ramsl und grinst in die Richtung seiner Tochter Dani, die gleich zustimmend nickt. 

"Erna's Empfehlung" hingegen gehe auf den Favoriten seiner Frau zurück, die einen würzigen und holzigen Geschmack bevorzuge. 

Und welchen Honig mag der Hobby-Imker am liebsten? "Weißklee", ist die prompte Antwort, während er schmunzelnd ergänzt: "Der schmeckt erst nach Kirschen und am Gaumen erinnert er an ein Pils." 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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