Wurde Monika Frischholz 1976 ermordet?

Bayerischer Cold Case: Polizei findet vergrabenes Auto - keine Leiche, aber Spuren

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Grabungen nach mutmaßlichem Mord vor 42 Jahren
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Georgenberg/Neustadt an der Waldnaab/Oberpfalz - Seit über 40 Jahren gilt Monika Frischholz in Bayern als vermisst. Die 12-Jährige kam von einem Treffen mit Freundinnen nie nach Hause. Nun hat die Polizei am Montag eine neue Suchaktion gestartet und fand ein vergrabenes Auto. Von der Leiche der Schülerin fehlt allerdings noch immer jede Spur.

Update, Dienstag, 8.15 Uhr: Keine Leiche, aber Spuren gefunden

Bei einer Suchaktion im Fall der seit fast 43 Jahren vermissten Monika Frischholz in der Oberpfalz wurde die Polizei am Montag fündig: In einem Waldstück bei Waldkirch fanden die Ermittler ein vergrabenes Autowrack. Stück für Stück haben mehr als 20 Einsatzkräfte mit Schubkarren, Schaufeln und Händen das Fahrzeug freigelegt. Kurz flammte die Hoffnung auf, die Leiche der Schülerin in dem verrotteten VW Käfers zu finden. 

Doch die sterblichen Überreste des möglicherweise ermordeten Mädchens hat die Polizei in dem Auto nicht gefunden, so der BR. Doch so fest scheint diese Tatsache noch nicht zu sein: „Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass sterbliche Überreste der Vermissten gefunden wurden“, ein Polizeisprecher gegenüber der Bild.

Diesen VW Käfer gruben die Ermittler am Montag aus.

Spuren in VW Käfer entdeckt

In dem VW Käfer wurden jedoch Spuren entdeckt, die "möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren stehen können", so die Polizei in einer aktuellen Pressemitteilung. "Da diese Erkenntnisse jedoch zunächst weiterer Ermittlungen und Abklärungen bedürfen, können dazu derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden." Die Polizei scheint sicher, auf der richtigen Spur zu sein. Polizeisprecher Florian Beck (29): „Wir haben damit gerechnet, dass wir den VW Käfer finden.“ Offenbar wurden laut BR unter anderem Stoffreste aus der Grube geholt.

Grabungen im Fall Monika Frischholz fördern vergrabenes Auto zutage

Jetzt müssen die Ermittler die Eigentumsverhältnisse des VW Käfers klären. Es sei früher durchaus öfter vorgekommen, dass Müll einfach in der Landschaft vergraben wurde. Aber ein komplettes Auto? 

Ob und inwieweit die forensischen Grabungen auch zum Fund von menschlichen Überresten oder Beweismitteln führen werden ist weiterhin offen. Wie der Fall auch ausgeht – für die Angehörigen kommen die Ergebnisse zu spät. Anfang Februar 2019 verstarb der letzte lebende Angehörige von Monika Frischholz, ihr Bruder. „Die Ermittlungen waren für ihn und die Familie stets belastend, dennoch war der Wunsch nach Aufklärung bis zuletzt ungebrochen“, so die Polizei.

Vorbericht

Vor 42 Jahren verschwand die damals zwölfjährige Monika Frischholz aus Flossenbürg aus der Oberpfalz ohne jede Spur. Nun wurde der Fall von der Polizei neu aufgerollt; sie hatte im Dezember 2018 die Ermittlungsgruppe "EG Froschau" gegründet. Die Polizei habe am Morgen eine große Suchaktion in einem Wald bei Georgenberg gestartet. Von der These, dass das Mädchen ermordet wurde, rückt die Ermittlungsgruppe weiterhin nicht ab. Die Ermittler hoffen, sterbliche Überreste des Mädchens zu finden. Das Gebiet liege nur knapp fünf Kilometer von Monikas damaligem Wohnort entfernt. Es befinde sich nahe der Ortschaft Waldkirch. Polizei gehe davon aus, dass das Mädchen damals getötet worden ist.

Wie der Bayerische Rundfunk aktuell berichtet, wurde bei den Grabungen am Montag ein im Waldboden vergrabenes Auto entdeckt. Dieses soll laut BR-Informationen wohl schon seit mehreren Jahrzehnten dort liegen und in einem offenbar verrotteten Zustand sein. Im Laufe des Nachmittags soll der Wagen mithilfe eines Baggers nun freigelegt werden. Ob die Ermittler in dem Wrack die sterblichen Überreste von der vermissten Monika Frischholz vermuten, dazu wollte sich ein Polizeisprecher gegenüber dem BR nicht äußern.

Der Fall Monika Frischholz

Am 25.05.1976, gegen 15.30 Uhr, wurde die damals 12-jährige Monika Frischholz in ihrem Heimatort Flossenbürg zum letzten Mal lebend gesehen. Gegen 15.15 Uhr verabschiedete sich das Mädchen in der Froschau, ganz in der Nähe ihres Elternhauses, von ihren Freundinnen, geht vom Stieberweg in die Floßer Straße auswärts in Richtung Ortsbereich "Bahnhof", weil sie angeblich mit einem jungen Burschen verabredet war. Dann verliert sich ihre Spur. Die Leiche von Monika Frischholz wurde bis jetzt nicht gefunden. Die Polizei geht aber von Mord aus.

Grabungen nach mutmaßlichem Mord vor 42 Jahren

Nach Gründung der "EG Froschau" ging eine Vielzahl von wertvollen Hinweisen aus der Bevölkerung bei der Polizei ein. Am Montag begannen die Ermittler die Suche nach dem Leichnam von Monika Frischholz. Die Ermittler der Weidener Kriminalpolizei konnten durch ihre Arbeit einen potentiellen Ablageort der Leiche herausarbeiten und graben seit heute Morgen an einem Waldrand südlich der kleinen Ortschaft Waldkirch bei Flossenbürg.

10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Die vom Bayerischen Landeskriminalamt ausgesetzte Belohnung für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, in Höhe von 10.000 Euro soll nach wie vor motivieren, Informationen an die Polizei weiter zu geben. Zeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, werden um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordes unter der Rufnummer 0961/401-291 gebeten. Jeglicher noch so kleine Hinweis kann weiterhin für die Ermittler von großer Bedeutung sein.

mh/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberpfalz

Quelle: rosenheim24.de

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