Bau- und Gartenmärkte, Friseure & Blumenläden

Der „harte Hund“ lockert: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern seit 1. März, 0 Uhr

Baumarkt Söder
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Bayern erlaubt erste Corona-Lockerungen nach längerer Zeit zum 1. März 2021.

München - Zum Frühlingsstart dürfen Hobby-Gärtner wieder in Bau- und Gartenmärkten stöbern und Friseure Hand an Haar anlegen. Seit 1. März, 0 Uhr, greifen in Bayern - trotz grassierender Virus-Mutationen -erste Corona-Lockerungen nach längerer Zeit.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte mit den Lockerungen für Kritik gesorgt - vor allem in den Nachbarländern (News-Ticker Montag, 1. März). In Baden-Württemberg war man irritiert angesichts Söders Kehrtwende gewesen: „Bisher war er immer der harte Hund, jetzt fängt er an, eine Sache nach der anderen Sache zu öffnen. Ich weiß nicht, was das soll“, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet. Gerade im Grenzbereich sollten einheitliche Regeln gelten. „Das würde auch für mehr Akzeptanz sorgen“, sagte die Oberbürgermeisterin von Neu-Ulm, Katrin Albsteiger (CSU). Zuletzt waren im Freistaat zum 15. Februar neue Corona-Regeln verkündet worden.

rosenheim24.de hat die neuen Regeln im Überblick zusammengefasst!

Friseure:

Schere und Fön liegen wieder in Profi-Händen: Nach knapp elf Wochen Lockdown dürfen ab Montag Friseure den Wildwuchs im Freistaat bändigen - unter erhöhtem Arbeitsschutz- und Hygieneauflagen. In Bayern müssen Kunden FFP2-Masken tragen, das Personal mindestens medizinische Gesichtsmasken. In den Salons muss der Mindestabstand eingehalten werden, Trennwände sind empfohlen.

Friseuren sei es derzeit besonders wichtig, dass Kunden pünktlich kämen und nicht kurzfristig absagen, sagt eine Kreishandwerksmeisterin aus Unterfranken. Denn nur eine gewisse Anzahl an Menschen darf zeitgleich in den Salon und sonst könnte die Planung durcheinander kommen. Viele Friseure arbeiten daher ausschließlich mit Terminreservierungen. Übrigens ist mit Preiserhöhungen zu rechnen: Denn viele Friseure kalkulieren durch die Schutz- und Hygieneauflage ihre Preise neu, sagte Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Fußpflege, Nagel- und Kosmetikstudios:

Nicht nur die Haare sind bald wieder schön: Maniküre, Pediküre und andere „körpernahe Dienstleistungen“ dürfen wieder angeboten werden, die „zum Zweck der Körperhygiene und Körperpfege erforderlich sind“. Fußpflege- und Nagelstudios sowie andere Schönheitsalons waren seit dem 1. November geschlossen. Ausschließlich medizinisch notwendige Dienstleistungen durften mit Attest durchgeführt werden.

Auch Gesichtsbehandlungen - wie das Färben von Wimpern und Augenbrauen, Permanent-Make-up, Gesichtsmassagen und Anti-Aging-Behandlungen - dürfen wieder durchgeführt werden. „Die Maskenpflicht entfällt bei Kunden nur, soweit die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt“, heißt es seitens des bayerischen Innenministeriums. Solarien und Betriebe, die zum Beispiel Wellness-Massagen anbieten, bleiben indessen weiterhin geschlossen, da sie laut Gesundheitsministerium „nicht hygienisch oder pflegerisch erforderlich sind“.

Bau- und Gartenmärkte:

Petrus meint es gut mit dem sonnigen Wetter - weshalb viele Hobby-Gärtner am Montag und die ganze Woche vor Bayerns Baumärkten erwartet werden. Die Öffnung der Baumärkte wurde kontrovers diskutiert, aber die Regierung verteidigte das Vorgehen: Wenn die Gartenabteilungen geöffnet werden dürften, der Rest der Baumärkte aber nicht, werfe das Fragen auf.

Mit Hygiene- und Abstandskonzepten sei man für die Besucher gewappnet. „Jeder Einkaufswagen wird für Kunden einzeln desinfiziert, es gibt separate Ein- und Ausgänge und Sicherheits- sowie Ordnungspersonal ist vor Ort“, sagte Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern, der mit Baumarktleitern telefoniert habe. In vielen Baumärkten seien Zählapparaturen installiert, um die Besucherzahlen im Blick zu halten. Auf den ersten 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ist ein Kunde pro 10 Quadratmeter erlaubt. Ist die Verkaufsfläche größer, sind danach 20 Quadratmeter pro Kunde vorzusehen. Nicht auszuschließen seien sogenannte Einkaufstouristen aus den Nachbarbundesländern, in denen noch keine Öffnungen erlaubt sind, hieß es weiter.

Blumenläden:

Stiefmütterchen, Primeln, Hornveilchen und andere Frühlingspflanzen stehen bereit - in manchen Gewächshäusern sogar bis zu Hundertausenden. Denn die sogenannten Frühlingsblüher spriesen Anfang März. Zahlreiche Blumen mussten mit dem Lockdown im vergangenen Jahr vernichtet werden. Da man sich nicht sicher war, wann wieder geöffnet werden darf, wurde in manchen Gewächshäusern das Wachstum der Pflanzen künstlich verzögert

Um auf die fehlenden Umsätze und unsichere Perspektive aufmerksam zu machen, zog eine Floristin aus Unterfranken auf Facebook blank. Die Aktion #ihrmachtunsnackt ist eigentlich von Tätowierern initiiert worden - um auf die stockende Auszahlung der Corona-Hilfe aufmerksam zu machen. Durch die Schließungen bangten aber auch Floristen buchstäblich um das letzte Hemd.

Baumschulen:

Baumschulen sind eine Untergruppierung des Gartenbaus - weshalb auch diese erwerbsmäßig bewirtschaftete Anbauflächen öffnen dürfen. Die Baumschulen in Bayern wollen ein deutlich höheren Vorsorge- und Hygienestandard erreichen als es beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel oder auf Wochenmärkten besteht. Der Verkauf und die Beratung soll ausschließlich im Freien stattfinden. Der Mindestabstand wurde auf zwei Meter erweitert. Ziel sei es unter anderem, die Eigenversorgung der Bevölkerung mit Obstgehölzen, Gemüsepflanzen und Sämereien zu ermöglichen.

mw/dpa

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