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Was Top-Mediziner raten

Fit durch den Winter: 17 Tipps für die Gesundheit in der kalten Jahreszeit

Schnee in Hannover
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Raus an die frische Luft - das tut der Gesundheit immer gut. Aber was hilft noch?

Der Winter verlangt dem Körper einiges ab. Aber es gibt auch einiges, das man für den eigenen Körper tun kann, um ihn fit zu halten. Wir haben 17 Tipps von Medizinern zusammengestellt.

München Corona macht uns krank – und zwar nicht nur das Virus selbst. So gehen viele Leute aus Angst vor einer Ansteckung nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus. Doch das kann fatale Folgen haben, beispielsweise dann, wenn man die Warnzeichen eines Schlaganfalls ignoriert oder wichtige Vorsorgeuntersuchungen vernachlässigt.

Dazu kommen Bewegungsmangel durch Homeoffice, falsche Ernährung – und das vor allem vor dem Hintergrund, dass neben Corona derzeit viele andere Erkältungserreger durch die Luft fliegen. Umso wichtiger ist es, dass man sich gegen Viren und Erkrankungen wappnet. Münchner Top-Mediziner und Therapeuten geben Tipps, wie Sie gesund durch diesen Advent kommen.

Tipp 1: Im Notfall rasch handeln

Scheuen Sie sich nicht, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auch nachts den Rettungsdienst (112) zu rufen – auch wenn die Kliniken voll sind. „Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute, weil Herzmuskelgewebe irreparabel zerstört wird und weil der Infarkt jederzeit lebensgefährliches Kammerflimmern auslösen kann, das zu Herzstillstand und Tod führt, wenn nicht sofort reanimiert wird“, sagt Prof. Heribert Schunkert, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Bei einem Schlaganfall sei rasches Handeln genauso wichtig. „In der Regel kann man nur in den ersten drei Stunden Hirngewebe retten, sonst geht es unwiederbringlich verloren.“

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Tipp 2: Vorsorgetermine nicht schleifen lassen

Lassen Sie auch in Pandemiezeiten Ihre Kontrolltermine beim Arzt nicht schleifen und Ihre Medikamente checken. Dies gilt besonders nach einem Eingriff zum Beispiel am Herzen oder bei anderen notwendigen Kontrollen, etwa der Blutwerte: „Wer Herz-Kreislauf-Medikamente beispielsweise zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern, nach dem Einsetzen einer künstlichen Herzklappe oder nach einer Lungenembolie einnimmt, der sollte seine Termine unbedingt wahrnehmen. Sonst drohen Komplikationen“, betont Schunkert.

Tipp 3: Gegen Corona impfen – und die Auffrischung nicht vergessen

Lassen Sie sich unbedingt gegen Covid-19 impfen oder Ihre Covid-Impfung auffrischen! „Diese Impfung ist ein Muss, weil sie das entscheidende Miel ist, um eine Erkrankung mit unkalkulierbaren schwerwiegenden Folgen für Lunge, Herz und andere Organe sowie Todesfälle zu verhindern, aber auch, um die Pandemie beenden zu können“, betont Prof. Thomas Voigtländer, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Die Risiken einer Coronavirus-Infektion überwiegen bei Weitem die Nebenwirkungen der Impfung. Die Herzstiftung informiert unter www.herzstiftung.de/corona-impfung.

Tipp 4: Beratung zur saisonalen Grippe-Impfung

Lassen Sie sich gegen Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken impfen. „Wer sich gegen Covid boostern lässt, sollte sich gleich auch gegen das Influenzavirus und gegen Pneumokokken impfen lassen, wenn das ärztlich angeraten wird“, rät Voigtländer. Ein zeitlicher Abstand zwischen beiden Impfungen ist nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht nötig. Eine Infektion mit dem Influenzavirus oder mit Pneumokokken (Haupterreger einer Lungenentzündung) schwächt das vorgeschädigte Herz- und Gefäßsystem zusätzlich.

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„Herzschwäche, Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung und andere Herzkomplikationen können die Folge sein“, warnt der Kardiologe. Eine Pneumokokken-Impfung wird Menschen ab 60 Jahren oder Jüngeren mit besonderen Gesundheitsrisiken (zum Beispiel chronische Lungenerkrankung oder nach Entfernung der Milz) empfohlen, die Influenza-Impfung bei über 60-Jährigen und bei Risikopatienten und Personen, die beruflich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind (etwa Pflegepersonal).

Tipp 5: Ausdauersport und Ernährung

Halten Sie sich mit Ausdauersport fit – gerade in der Corona- und Grippezeit! Denn mit Bewegung und gesunder Ernährung, zum Beispiel der mediterranen Küche, nimmt jeder Mensch einen weiteren wichtigen Risikofaktor für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall effektiv in die Zange: Übergewicht. „Alles, was insgesamt für die Herzgesundheit gut ist, stärkt auch die Abwehrkräfte des Körpers und unterstützt das Immunsystem“, weiß Voigtländer. Mindestens dreimal die Woche, je nach Belastbarkeit und nach Rücksprache mit dem Arzt, etwa eine Stunde walken oder 30 Minuten joggen. „Wer das nicht kann, der macht etwas anderes. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung.“

Tipp 6: Herzpatienten sollen Eisenwerte checken lassen

Wenn Sie an Herzinsuffizienz leiden, dann lassen Sie bei Routinekontrollen beim Kardiologen auch einmal Ihren Eisen-Wert im Blut checken. „Eisenmangel führt insbesondere zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche der meist ohnehin geschwächten Herzpatienten“, so der Herzspezialist. Die Überprüfung des Eisenwerts neben anderer wichtiger Aspekte wie der Medikamenteneinstellung sei daher bei Herzschwächepatienten sinnvoll, betont Voigtländer.

Tipp 7: Mindestens dreimal pro Woche schwitzen

Bringen Sie sich drei Mal pro Woche durch Sporteln so richtig ins Schwitzen. „Das stärkt nachweislich Ihr Immunsystem“, erklärt Prof. Christian Stief, Direktor der Urologie im LMU Klinikum.

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Tipp 8: Krebsvorsorge nicht vergessen

Gehen Sie unbedingt trotz der Corona-Krise zur Krebsvorsorge. „Der Krebs macht wegen Corona keine Pause, er kann sich leider auch unabhängig von einem starken Immunsystem entwickeln“, warnt Stief. Als Urologe rät er beispielsweise Männern ab 45 Jahren: Lassen Sie einmal im Jahr Ihren PSA- Wert bestimmen. Die Abkürzung steht für prostataspezifisches Antigen. Der Wert kann helfen, Prostatakrebs zu enattrnen. „Sind Sie unter 50 Jahre alt, so sollte er unter eins liegen. Sind Sie unter 60, sollte der Wert unter zwei liegen. Ist er höher, gehen Sie zu einer Urologin oder einem Urologen!“, sagt Stief.

Tipp 9: Gesunde Wintergewürze

Gönnen Sie sich duftende Weihnachtsgewürze für Ihre Gesundheit. „Zimt senkt den Blutzucker. Ingwer kann Schmerzen lindern und Entzündungen mildern. Auch Kardamom wirkt antientzündlich und zudem antibakteriell“, weiß Tobias Homburg, Physiotherapeut und Chef der Praxis therapie.welt im Lehel.

Tipp 10: Auch mal barfuß in den Schnee

Trainieren Sie Temperaturwechsel und laufen Sie zum Beispiel auch mal barfuß durch den Schnee. Das fördert die Bildung von braunem Fett. Dieses verbraucht mehr Energie in Ruhe und hilft damit gegen Weihnachtsspeck“, erläutert Homburg. Außerdem verbessere braunes Fett die Thermoregulation.

Tipp 11: Mit mehr Nüssen und weniger Getreide backen

Backen Sie gesündere Plätzchen. „Verwenden Sie weniger Zucker oder ersetzen ihn ganz, etwa durch das Süßungsmittel Xylit“, empfiehlt Homburg. „Proben Sie mal getreidefreie Rezepte aus. Generell gilt: Lieber mit mehr Nüssen und weniger Getreide backen. Dadurch ersetzen Sie einfache Kohlenhydrate durch gesunde Fee.“

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Tipp 12: Weg mit dem Winterspeck

Achten Sie auf Ihr Gewicht, im Idealfall sollten Sie auch im Advent ein paar Pfunde von den Rippen bekommen. Vor allem dann, wenn Sie an Arthrose leiden. „Studien zeigen, dass bereits fünf Kilo weniger Beschwerden lindern können. Sie verringern die Belastung für Ihre Gelenke. So wirkt etwa beim Laufen das dreifache Körpergewicht aufs Knie ein. Wenn Sie fünf Kilo abnehmen, reduzieren Sie die Belastung also bereits um 15 Kilo“, erklärt Gelelenkersatz-Spezialist Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Direktor der Orthopädie im Uniklinikum rechts der Isar.

Tipp 13: Was tun bei anhaltender Heiserkeit?

Richtig reagieren bei Heiserkeit: „Wenn man im Winter erkältet ist, kann Heiserkeit ganz normal sein. Dann sollte man einfach seine Stimme schonen und inhalieren“, erläutert Prof. Martin Canis, Direktor der HNO-Klinik im LMU Klinikum. „Falls die Heiserkeit aber länger als drei Wochen anhält, sollte man unbedingt zu einem HNO-Arzt gehen. Jede längere Heiserkeit kann nämlich auch Krebsverdacht bedeuten und muss abgeklärt werden.“

Tipp 14: Vorsicht bei Nasenspray

Nehmen Sie bei einer Erkältung Nasenspray – aber nicht zu lange! Eine Erkältung wird meistens von Viren hervorgerufen. Typische Symptome sind Halsschmerzen sowie eine verstopfte und laufende Nase. „Herkömmliche Nasensprays sind empfehlenswert. Sie können eine aufsteigende Infektion in die Ohren verhindern“, erklärt Canis. „Allerdings sollte man das Spray nicht länger als acht bis zehn Tage verwenden.“

Tipp 15: Hautpflege von innen

Verwöhnen Sie Ihre Haut. „Das geht sogar von innen“, berichtet der Dermatologe Dr. Christoph Liebich von der Praxis Dermazent. „Sie können sich zum Beispiel statt eines feigen Gänsebratens ein schönes Lachsfilet gönnen. Dies hat wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die die Haut pflegen. Sie unterstützen unter anderem die Entwicklung neuer Hautzellen. Am besten kombinieren Sie den Fisch mit buntem Obst und Gemüse. Es beinhaltet sekundäre Pflanzenfarbstoffe, die als Fänger von Giftstoffen wie freien Radikalen dienen.“

Tipp 16: Kalte und warme Wechselduschen

„Kalt-Warme-Wechselduschen nützen gleich doppelt, fördern die Durchblutung der Haut und stärken die allgemeinen Abwehrkräfte“, erläutert Liebich.

Tipp 17: Die Muskeln im Alter richtig füttern

Ernähren Sie Ihre Muskeln: Gerade im Seniorenalter ist es ganz wichtig, dass man Muskelabbau entgegenwirkt – eine gute Muskulatur hilft auch dabei, Stürze zu verhindern. Deshalb dürfe man regelmäßiges Krafttraining nicht vernachlässigen, betont Prof. Marion Kiechle, Chefin der Frauenklinik des Uniklinkums rechts der Isar. Um die Muskeln zusätzlich zu „ernähren“, sollten ältere Menschen den Körper mit Eiweiß füttern. „Als Faustregel gilt: Man sollte täglich etwa ein bis eineinhalb Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht zu sich nehmen“, so Kiechle.

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