Söder: „Es bleibt alles sehr gefährlich!“

Handel, Schule, Testpflicht: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern ab 12. April, 0 Uhr

Neue Corona-Regeln in Bayern ab 12. April 2021
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Neue Corona-Regeln in Bayern ab 12. April 2021.

München/Landkreis - Am Mittwochvormittag (7. April) hat sich die bayerische Staatsregierung einmal mehr mit dem weiteren Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschäftigt. Vor allem für die Bereiche Schule und Einzelhandel gibt es nun entscheidende Änderungen.

Einige Tage vor dem nächsten Bund-Länder-Gipfel in Berlin (Montag, 12. April) ist Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeprescht und hat einige Corona-Regeln für den Freistaat angepasst. Die Lage sei nach wie vor „sehr gefährlich“, sagte Söder und nannte dabei die „dritte Welle“ und die neuen Virus-Varianten. Deswegen sei es wichtig, die Marschroute von „Vorsicht mit Vernunft“ zu halten, hieß es (News-Ticker Mittwoch 7. April)

Deswegen wurden unter anderem etwaige Lockerungen um zwei Wochen zurückgestellt. Für Schüler und Lehrer gibt es nun zweimal wöchentlich eine Testpflicht - und ohne negativen Corona-Test nun keine Teilnahme mehr am Unterricht im Freistaat. Für viele Einzelhändler hingegen gibt es nun wieder eine echte Perspektive. Die neuen Regeln werden am Montag, 12. April, 0 Uhr, in Kraft treten.

rosenheim24.de hat die neuen Regeln für Bayern im Überblick zusammengefasst!

Öffnungen:

Alle laut Stufenplan vorgesehenen Öffnungen in Bayern werden um mindestens zwei Wochen nach hinten verschoben. Bis dahin erhofft sich die Staatsregierung verlässliche Zahlen und weitere Perspektiven. Auch in Regionen, in denen aufgrund einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 oder 100 theoretisch weitere Öffnungen in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport möglich wären, dürfen Lockerungen nun frühestens erst ab dem 26. April erfolgen.

Schulen:

An Bayerns Schulen gilt künftig - inzidenzunabhängig - eine Testpflicht für Schüler und Lehrer - und das mindestens zweimal wöchentlich. „Die Teilnahme am Unterricht kann nur mit einem negativen Testergebnis stattfinden“, stellte Söder klar. Erlaubt sind PCR-, Schnell- oder Selbsttest, welcher jeweils direkt in der Schule durchzuführen ist. Dieses Prinzip gilt auch für eine etwaige Notbetreuung.

Ansonsten bleibt das Konzept für Unterricht weitestgehend wie bisher: In Städten/Kreisen mit einer Inzidenz von unter 100 bleibt es bei Wechselunterricht. Dort, wo ausreichend Abstand gewährleistet werden kann, ist sogar Präsenzunterricht möglich. Bei Inzidenzen über 100 gibt es Distanzunterricht - mit Ausnahme von Abschlussklassen, Q11 und den vierten Klassen der Grundschulen. Diese Jahrgangsstufen dürfen weiter Wechselunterricht anbieten.

Handel/Einzelhandel:

Für den Einzelhandel gibt es ebenfalls einschneidende Änderungen. Die „Sonderstellung“ von Bau- und Gartenmärkten, Buch- und Blumenläden wird abgeschafft. Inzidenzunabhängig dürfen ab 12. April nur noch die Geschäfte des täglichen Bedarfs offen bleiben, also zum Beispiel Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Die Öffnungen anderer Geschäfte wird an Inzidenzen gekoppelt. In Städten und Kreisen mit einer Inzidenz unter 50 dürfen die Läden mit Auflagen (wie zum Beispiel Kundenbegrenzung und Maskenpflicht) öffnen. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 ist „Click & Meet“ erlaubt - und das ohne Vorlage eines negativen Corona-Tests.

Neu ist: Liegt die Inzidenz in einer Stadt/einem Kreis zwischen 100 und 200 dürfen die Geschäfte ebenfalls „Click & Meet“ anbieten. Allerdings ist dann zwingend ein negativer Corona-Test vorzulegen. Bei einer Inzidenz über 200 ist dagegen maximal noch „Click & Collect“ möglich. „Wir glauben, dass dieses Konzept vertretbar ist, weil das Ansteckungsrisiko sehr reduziert ist“, sagte Söder hierzu.

Modellprojekte:

Das Modellstädte-Konzept wird ebenfalls um mindestens zwei Wochen aufgeschoben. Voraussichtlich soll Ende der kommenden Woche entschieden werden, welche Städte/Kommunen im Freistaat zum Zug kommen werden. Beworben haben sich weit über 100 Kommunen. Die Projekte (wie es eines schon im baden-württembergischen Tübingen bereits gibt) sollen zeigen, ob mit Hilfe zahlreicher Corona-Tests der Besuch von Restaurants, Läden und Theatern ohne große Ansteckungsgefahr möglich ist. 

Neue Regeln für Geimpfte:

Für Bürger mit vollem Impfschutz wird es Lockerungen geben bzw. werden Beschränkungen teilweise entfallen. In Betracht kommen insbesondere Erleichterungen von Testpflichten, wo diese vorgesehen sind (z.B. beim Besuch des Einzelhandels). Zudem kündigte Söder eine Ausnahme bei den Einreiseregeln für vollständig Geimpfte an: Wer beide Impfungenerhalten hat und ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen kann, soll nach der Einreise nach Bayern nicht mehr in Quarantäne müssen.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege wird in den kommenden Tagen die Bereiche ausarbeiten, in denen Lockerungen für Geimpfte möglich sind.

Impfungen:

Bayern will die Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus lockern. Betriebsärzte sollen Angestellte in zehn großen Betrieben durchimpfen können. Das Projekt soll noch im April beginnen.

Zudem sollen alle approbierten Ärzte bis hin zu Zahnärzten die Möglichkeit erhalten, gegen das Coronavirus zu impfen. Seit dem Impfstart in den Praxen vergangene Woche seien laut Söder fast 30 000 Spritzen verabreicht worden.

Noch im Laufe des Jahres könnte der russische Impfstoff Sputnik V im schwäbischen Illertissen produziert werden. Eine entsprechende Absichtserklärung für die Produktion und den Import sei unterzeichnet, noch fehle aber die Zulassung des Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).

Kontaktverfolgung mit Luca-App:

Bayern will die Luca-App nutzen, um Kontakte in der Corona-Krise besser nachverfolgen zu können. Der Freistaat wird hierfür eine bayernweite Lizenz erwerben. Bürger können die App kostenlos auf ihr Handy laden. Die Luca-App funktioniert mit einer Art virtuellen Visitenkarte: Nutzer müssen zunächst ihre Kontaktdaten eingeben. Das Programm verschlüsselt die Informationen und generiert wechselnde QR-Codes. Mit den Codes können sich die Nutzer dann in Restaurants, Kinos oder bei Veranstaltungen anmelden, ohne sich in eine Liste eintragen zu müssen. Tritt im Umfeld eine Infektion auf, kann das Gesundheitsamt die gefährdeten Besucher über die App ermitteln.

mw/mz

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