Bei Fußballspiel mit Kopf und Gesicht voran in Betonmauer

Ex-Rosenheimer nach Horror-Unfall: "Ich hätte auch tot sein können!"

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Der Ex-Rosenheimer Johannes Zottl wurde bei einem Spiel der Westfalenliga schwer verletzt.
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Iserlohn/Rosenheim - Fürchterliche Szenen haben sich - so wie sie auf einem Fußballplatz wirklich niemand sehen will - am Freitagabend in der Westfalenliga abgespielt. Mittendrin und auch der Leidtragende: Der Ex-Rosenheimer Johannes Zottl.

Beim Spiel seines FC Iserlohn gegen den Lüner SV war es in der 60. Minute nahe der Seitenlinie zu dem verhängnisvollen Laufduell zwischen Zottl und dem Lüner Verteidiger Gian Luca Reis gekommen. Im folgenden Zweikampf gab es einen leichten Schubser von Reis, wodurch der 25-jährige Ex-Rosenheimer, der sowohl für den Sportbund als auch für den TSV 1860 Rosenheim spielte, mit voller Wucht mit dem Kopf bzw. Gesicht voran gegen eine an das Spielfeld angrenzende Betonmauer prallte. Von der schockierenden Szene kursiert auch ein Video im Internet.

Schnell wird klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Zottl wurde durch den Aufprall bewusstlos und verschluckte seine Zunge. Lünens Meris Memic reagierte laut einem Bericht der Ruhr Nachrichten geistesgegenwärtig, eilte zu dem Verletzten, zog ihm die Zunge wieder raus und befreite dadurch seine Atemwege. Dadurch rettete er dem Stürmer möglicherweise das Leben.

Nach der Erstversorgung kam Zottl mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus - dort folgte die schlimme Diagnose: Schädelbasisbruch, Bruch der Augenhöhle und ein angebrochener Kiefer - Intensivstation! 

Besuch von Marius Wolf und Julian Weigl

Inzwischen geht es dem ehemaligen Rosenheimer bereits besser. Zottl wurde von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt. Er hat Besuch von den Dortmund-Profis Marius Wolf und Julian Weigl - der Ostermünchener spielte in der Vergangenheit ebenfalls für den TSV 1860 Rosenheim - bekommen. Weigl postete sogar ein Foto von dem Besuch auf seiner Instagram-Seite. Sollte Zottl nicht doch noch operiert werden müssen, hofft der Stürmer, bis Ende der Woche die Klinik verlassen zu dürfen.

Dass Zottl bei dem Unfall trotz der schweren Verletzungen sehr viel Glück hatte, ist auch ihm selbst inzwischen bewusst geworden. "Ich hätte tot sein können. (...) Die Mauer hat da nichts zu suchen", sagte "Joey" aus seinem Krankenbett im Interview mit den Ruhr Nachrichten. An den Hergang kann er sich aber fast gar nicht mehr erinnern. Bei Lebensretter Memic will er sich bald persönlich bedanken - und auch die Rückkehr auf den Fußballplatz steht für Zottl außer Frage: "(...) Klar habe ich Angst, wieder zu spielen, aber mein Herz sagt, dass ich wieder auf den Platz will!" 

Das Spiel am Freitagabend war übrigens beim Stand von 3:0 für Iserlohn abgebrochen worden. Erst Anfang April hatte es bei einem Regionalliga-Spiel des TSV 1860 Rosenheim ebenfalls schlimme Szenen gegeben, als der Eichstätter Spieler Lucas Schraufstetter nach einem Zusammenprall mit Rosenheims Matthias Heiß bewusstlos zu Boden gesackt war.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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