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Nach Blockade am Münchner Flughafen

So geht es dem Notfall-Patienten - Ermittlungen gegen „Klimakleber“ laufen

Klimaaktivisten angeklebt auf Rollfeld am Münchner Flughafen
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Klimaaktivisten sitzen mit angeklebten Händen auf dem Zubringer einer Landebahn am Münchner Airport.

München – Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben am Donnerstag (8. Dezember) Münchner Flughafen eine Protestaktion gestartet. Die Aktion währte nicht lange. Zudem musste ein Flieger mit einem Notfallpatienten umgeleitet werden.

Update, 9. Dezember, 13.55 Uhr - So geht es dem Notfall-Patienten - Ermittlungen gegen „Klimakleber“ laufen

Wie berichtet, kam es am Vormittag des 8. Dezember zu einer Blockadeaktion von Umweltaktivisten am Flughafen München. Vier Personen waren im Bereich der nördlichen Start- und Landebahn in den Sicherheitsbereich des Flughafens eingedrungen und hatten sich auf einem Rollweg festgeklebt. Kurz vorher hatten drei Personen versucht, den Sicherheitszaun an der südlichen Start- und Landebahn zu überwinden, was noch verhindert werden konnte.

Bei den vier Personen, denen es gelungen war, sich auf dem Rollweg festzukleben, handelte es sich um vier Männer im Alter von 19 und 60 Jahren. Die drei Frauen, die den südlichen Zaun überwinden wollten, sind zwischen 30 und 42 Jahre alt. Die sieben Personen stammen aus Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein und sind dem Kreis der Klimaaktivisten zuzuordnen.

Der 80-jährigen Fluggast, der um 8.30 Uhr (geplante Landung 9.18 Uhr) beim Anflug auf den Flughafen München über Schmerzen in der Brust geklagt hatte, befindet sich nicht mehr stationärer Behandlung.

Gegen die genannten Personen wird nun wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und zum Teil wegen Nötigung ermittelt. Bei sechs Tatverdächtigen wurde aufgrund bestehender Wiederholungsgefahr gestern die Aufrechterhaltung des polizeilichen Gewahrsams bis 17. Dezember in einer Justizvollzugsanstalt richterlich angeordnet, bei einem weiteren Tatverdächtigen wird dies noch geprüft.

Die Kriminalpolizei Erding und die Staatsanwaltschaft Landshut führen die weiteren Ermittlungen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Nord

Update, 8 Dezember, 17.28 Uhr - Flieger mit Notfall-Patient musste umgeleitet werden

Wegen des Klimaprotests am Münchner Flughafen konnte am Donnerstagmorgen ein Flugzeug mit einem Notfall-Patienten erst mit rund 20-minütiger Verspätung landen. Nach Informationen der Polizei hatte um 8.30 Uhr eine Maschine im Anflug auf München einen medizinischen Notfall gemeldet. In der Folge sollte der Flieger um 9.18 Uhr auf der nördlichen Landebahn aufsetzen, musste dann aber wegen der dortigen Sperrung auf die Südbahn umgeleitet werden, wo er erst um 9.38 Uhr landen konnte.

„Ein 80-jähriger Passagier klagte über Schmerzen in der Brust. Nach jetzigem Stand ist er derzeit Gott sei Dank in einem stabilen Zustand“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München.

„Eine schwerere Akut-Erkrankung wie ein Herzinfarkt hatte sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Das war aber nur Glück und als die Maschine noch in der Luft war, noch nicht absehbar“, betonte Herrmann. Gerade bei Notfällen würden oftmals Minuten über Leben oder Tod entscheiden. Der Vorfall verdeutliche, wie kaltschnäuzig und bewusst diese Klimawahnsinnigen mit dem Leben anderer Menschen spielen. Einerseits sich als Weltverbesserer aufspielen und andererseits Leben zu gefährden, „passt nicht zusammen.“

Update, 13.23 Uhr - Joachim Herrmann rügt Aktion der Klimaaktivisten: „Absolut unverantwortlich“

Nach der Protestaktion von Klimaaktivisten am Münchner Flughafen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eine Überprüfung des dortigen Sicherheitskonzepts. „Ich erwarte mir, dass umgehend geprüft wird, ob gegebenenfalls die Sicherheitskonzepte am Münchner Flughafen angepasst werden müssen“, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in München.

„Es ist absolut unverantwortlich, durch Blockadeaktionen in den Flugverkehr einzugreifen“, betonte Herrmann. Es sei eine unverfrorene Rücksichtslosigkeit, nicht nur laufend gegen Gesetze zu verstoßen, sondern mit irrsinnigen Aktionen auch eine Vielzahl anderer Menschen potentiell zu gefährden. Als Beispiel nannte er Flugzeuge, die trotz Notfällen nicht regulär landen könnten. „Diese Aktivisten sind offenbar so verbohrt, dass es ihnen egal ist, wenn andere Menschen zu Schaden kommen.“

Herrmann lobte, dass es der Polizei gelungen sei, weitere „Klimachaoten“ von der Südbahn fernzuhalten. „Drei Personen wurden dort vorläufig festgenommen. Diese werden zusammen mit den Klimaklebern auf der Nordbahn zunächst in Gewahrsam genommen“, sagte er. Bei den Nordbahn-Klebern stünde der Verdacht eines „Gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr“ sowie weiterer Straftaten im Raum. „Der Strafrahmen liegt hier bei bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Der Flugverkehr auf der Nordbahn war für rund 45 Minuten gesperrt.“

Update, 10.53 Uhr - Landebahn am Münchner Flughafen nach Klimaaktion schnell wieder frei

Der Flugbetrieb am Flughafen München läuft wieder uneingeschränkt. Die wegen einer Aktion von Klimaaktivisten am Donnerstagmorgen gesperrte nördliche Start- und Landebahn konnte bereits relativ kurze Zeit nach der Sperrung wieder freigegeben werden, wie ein Flughafensprecher sagte.

„Die sind sehr schnell von der Bundespolizei wieder entfernt worden.“ Auch weil die südliche Start- und Landebahn durchgehend in Betrieb war, habe es keine Annullierungen von Flügen und nur geringfügige Verspätungen gegeben, hieß es weiter. Die Aktivisten seien festgenommen worden.

Update, 10.18 Uhr - Polizei löst Klimaakivisten von Rollfeld

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord hat die Polizei die Protestaktion der Klimakleber am Flughafen München aufgelöst. Die Aktivisten werden im Moment von Beamten vom Rollfeld gelöst und in Gewahrsam genommen.

Erstmeldung

Nach ersten Informationen haben sich die „Klimakleber“ auf der Nordbahn des Flughafens festgeklebt. Zuvor hatten die Klimaaktivisten einen Zaun zerstört und waren so auf das Gelände gelangt.

Flughafen München: „Letzte Generation“ klebt sich an Rollfeld

Wie die Gruppe „Letzte Generation“ via Twitter bekannt gab, sei die Polizei von dem Vorhaben vorab in Kenntnis gesetzt worden. Es gebe keine Gefährdungslage durch die Klimaaktivisten. Zahlreiche Polizisten sind ausgerückt und versuchen nun, die festgeklebten Klimaaktivisten von dem Rollfeld zu lösen.

Laut Airport hatten die Aktivisten auch versucht, an der Südseite des Flughafens auf das Gelände zu kommen, sie seien aber von der Polizei daran gehindert worden.

Wegen des Klimaprotests sei eine der beiden Start- und Landebahnen nach Angaben des Münchner Flughafens aktuell gesperrt. Mit Beeinträchtigungen im Luftverkehr sei zu rechnen. Auch am Berliner Flughafen BER soll es laut der Klimaaktivisten zu Protestaktionen kommen.

Bereits Ende November Aktion am Berliner Flughafen BER

Ende November hatte die Gruppierung den Berliner Hauptstadtflughafen BER für fast zwei Stunden lahmgelegt. Damals verschafften sich zwei Gruppen bestehend aus jeweils mehreren Menschen Zugang zum Flughafengelände. Einige von ihnen hatten sich nach Polizeiangaben am Boden festgeklebt. Die Gruppe selbst teilte mit, dass einige Aktivisten mit Fahrrädern über das Gelände gefahren seien. Der Berliner Flughafen hatte den Betrieb auf beiden Start- und Landebahnen gestoppt.

„Sind immer bereit für konstruktive Gespräche“

Die Gruppe „Letzte Generation“ zeigte sich für die Aktion am Donnerstag verantwortlich. „Wir sind immer bereit für konstruktive Gespräche, so wie auch gestern mit dem bayerischen Innenminister (Joachim Herrmann). Aber was wir angesichts der drohenden Klimahölle brauchen, sind Handlungen und nicht nur leere Worte“, sagte Sprecherin Aimée van Baalen.

Die Gruppe, die zuletzt auch häufig Straßen in München und Berlin blockierte, verlangt von der Bundesregierung einen besseren Klimaschutz und fordert unter anderem ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen und ein 9-Euro-Bahnticket für ganz Deutschland.

fgr/dpa

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