Funde auch in Kiefersfelden, Traunstein und Piding

Kokain in Bananenkisten: Acht Bandenmitglieder jetzt angeklagt

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Landkreis/München/Landshut - Im September 2017 waren in zehn bayerischen Supermärkten, darunter auch in Kiefersfelden, Traunstein und Piding, Bananenkisten gefunden worden, die rund 200 Kilogramm Kokain enthielten. Jetzt wurden die mutmaßlichen Täter angeklagt:

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat insgesamt acht Männer wegen unerlaubtem Handel von Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen angeklagt, wie der Bayerische Rundfunk nun berichtet

"Wir gehen davon aus, dass es sich hier um eine Gruppierung handelt, die, organisiert als Bande, über längere Zeit das Kokain, versteckt in Bananenkisten, aus Südamerika ins Land geholt hat", sagte Thomas Steinkraus-Koch, Oberstaatsanwalt in Landshut, dem BR. Zudem ist es den Ermittlern offenbar auch gelungen, Mitglieder der mittleren Führungsebene der international agierenden Drogenbande zu fassen.

Drogenhandel mit enormer Logistik

Nach einer Großrazzia der Polizei in verschiedenen Bundesländern, an der insgesamt rund 500 Polizisten beteiligt waren, kamen auch Details zum Vorgehen der Täter ans Licht. Die Spur führte zunächst nach Südamerika. Dort versteckten Drogendealer das Kokain in Ein-Kilogramm-Paketen in unverdächtigen Bananenkisten. Mit dem Obst transportierten die Schiffe das illegale Pulver dann von Ecuador zum Hamburger Hafen. Von Hamburg wurden die Bananen per Lkw in Reifereien in ganz Deutschland gebracht. Dort brachen dann bewaffnete Täter ein, um an "ihre" Drogen zu gelangen.

Innenminister Joachim Herrmann (2.v.l.) freute sich nach der Großrazzia zusammen mit den Ermittlern über den großen Fahndungserfolg.

Wie die Polizei mitteilte, gehen die Beamten davon aus, dass durch derartige Einbrüche deutschlandweit insgesamt 950 Kilo Kokain entwendet wurden. Auf die Spur der Täter kamen die Ermittler schließlich im September 2017, nachdem ein Einbruch in eine Reifehalle in Bayern gescheitert war. So schlug ein Sondereinsatzkommando (SEK) am 25. April 2018 zu und verhaftete zwölf Bandenmitglieder, die nach einem Einbruch auf dem Weg nach Holland waren. 

Acht davon, alle Beschuldigten sitzen derzeit in Untersuchungshaft, wurden jetzt angeklagt. Einen Termin für die Hauptverhandlung gibt es derzeit noch nicht. Sowohl Anklage als auch Verteidigung rechnen laut BR mit einem langwierigen und komplexen Verfahren.

Quelle: rosenheim24.de

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