Ministerpräsident Söder stellt Planungsprozess in Frage

Kommt die Wende beim Brenner-Nordzulauf? 

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Ministerpräsident Markus Söder hat Zweifel am Bedarf des Brenner-Nordzulaufs
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Landkreis Rosenheim/München - Die Kritik an der geplanten Zulaufstrecke zum Brenner-Basistunnel wird immer lauter. Nun zweifelt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sogar am Bedarf.

Es ist die essentielle Frage, die sich beim Thema Brenner-Nordzulauf alle stellen: Braucht es die geplanten neuen Gleise durch das Inntal überhaupt oder nicht? Zwar ist die kleine Anfrage der Grünen an das Verkehrsministerium, die genau diese Frage beantwortet haben möchten, immer noch unbeantwortet, doch jetzt meldet sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu Wort - und meldet Zweifel an.

Günther Platter (VP), Tirols Landeshauptmann drängt zwar nach der bayerischen Landtagswahl am Sonntag auf ein Einlenken des Freistaats in der Verkehrspolitik und mehr Tempo eben bei den Zulaufstrecken. Doch Ministerpräsident Söders Auffassung diesbezüglich geht in eine völlig andere Richtung. Er stellt nämlich den aktuellen Planungsprozess in Frage.

"Ich möchte keine Zerschneidung der Landschaft haben"

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Im Bayerischen Rundfunk erklärte der Bayerische Ministerpräsident, dass der Basistunnel an sich eine gute Sache sei, weil er auch eine Entlastung der Straße bringe. Nur: Ob es überhaupt eine Ersatzstrecke, also zwei zusätzliche Geleise benötige, das müsse die Deutsche Bahn (DB) noch nachweisen. „Meiner Meinung nach hat sie das noch nicht können." Sollte tatsächlich eine neue Strecke notwendig sein, sagt Söder, müsse die Trassenauswahl absolut im Einklag mit der Bevölkerung passieren. Und: Wenn überhaupt eine andere Trasse diskutiert werde, dann gebe es für ihn zwei Vorgaben. „Sie muss entweder unter der Erde oder durch den Berg geführt werden. Eine Zerschneidung der Landschaft möchte ich nicht haben“, pocht Söder auf eine Untertunnelung.

Immer wieder Kritik am Bedarf

An den Plänen gab es immer wieder Kritik seitens der Bürgerschaft und auch der Politik. Bundesinnenminister Horst Seehofer ist bereits mit dem Thema betraut. Bei einem Besuch in Brannenburg sicherte er der Bevölkerung seinen Einsatz für eine Tunnellösung zu, sollte der Bedarf für die neue Trasse gegeben sein: "Wenn es notwendig sein sollte, was ich nicht weiß, werde ich mich dafür einsetzen, dass das Bestehende genutzt wird oder eine Tunnellösung gemacht wird. Das verspreche ich euch, daran könnt ihr mich messen." Zuletzt wurde ein Gutachten von Vieregg Rössler, präsentiert, welches im Auftrag der Inntal Gemeinschaft erstellt wurde, wonach es erst in Jahrzehnten zu einem Engpass auf der Bestandsstrecke kommen werde. Trotz Verlagerung. Von einer Vollauslastung von 240 Zügen pro Tag wäre man auch weit entfernt.

Quelle: rosenheim24.de

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