"globalen Trends können wir nicht gegensteuern“

Ladensterben in Rosenheim: MAC Store schließt zum 4. April

+
Am Freitag, 20. März startet der Räumungsverkauf. Bis zum 04. April haben Kunden dann die Gelegenheit MAC-Produkte zu reduzierten Preisen zu erwerben.

Rosenheim - Nach nur 36 Monaten Öffnungszeit wird der MAC Cosmetics Store in der Münchener Straße 28 in Rosenheim am Samstag 4. April geschlossen.

Das Ladensterben in Rosenheim geht weiter. Mitte 2019 standen bereits über 20 Läden leer. Nun ist das nächste Geschäft in der Innenstadt betroffen. Wie die Wiedemann Parfümerie in einer Pressemitteilung am Freitagnachmittag bekannt gab, wird der MAC Cosmetics Store am 4. April schließen. 

Das Unternehmen begründet diesen Entschluss wie folgt: 

"Als die in Bad Tölz beheimatete Wiedemann Parfümerie GmbH im Mai 2017 diesen Store als Lizenzbetrieb der zum Estée Lauder Konzern gehörenden Make-up Marke MAC eröffnete, standen die interessierten Kundinnen Schlange. Neue und vor allem digital gehypte Marken haben die Nachfrage nach M•A•C Produkten in den letzten Jahren derart gesenkt, dass ein Weiterbetrieb kaufmännisch nicht mehr vertretbar ist.

Am Freitag, 20. März startet der Räumungsverkauf. Bis zum 04. April haben Kunden dann die Gelegenheit MAC-Produkte zu reduzierten Preisen zu erwerben.

Christian Wiedemann sagt über diese zwingende Maßnahme: "Unsere Familie bedauert diese Entwicklung sehr, da wir viel Energie und große Finanzmittel in dieses Projekt investiert haben. Wir waren bundesweit der einzige MAC Store, der in privater Hand war. Aber gegen globale Trends können wir selbst nicht gegensteuern.

Die Parfümerie-Filiale am Max-Josefs-Platz 2 in Rosenheim sei von der Veränderung allerdings nicht betroffen und soll dem Handelsstandort Rosenheim noch lange erhalten bleiben. Gutscheine aus dem MAC Store können hier auch nach der Schließung eingelöst werden, verspricht Christian Wiedemann. 

Ladenschließungen und Insolvenzverfahren im Raum Rosenheim

Sowohl das Citymangement Rosenheim als auch der Stadrat sind davon überzeugt, dass der stark wachsende Online-Handel ein ausschlaggebender Grund für das Ladensterben in Rosenheim ist. Um den örtlichen Handel zu stärken, beschloss der Stadtrat bereits im März 2018 ein Einzelhandelskonzept.

2019 verschwanden zahlreiche Geschäfte aus der Rosenheimer Innenstadt. Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens mussten 14 Filialen der Kette K&L Ruppert geschlossen werden - auch die Geschäftsstelle in Rosenheim. Ebenso die Eisenwarenhandlung Förg in der Heilig-Geist-Straße bzw. Fußgängerzone musste seine Pforten schließen - nach 97 Jahren und nach dem Tod des Besitzers.

Auch im Jahr 2019 bekanntgegeben, wurde die Schließung des "Feinkost Ester" in Rosenheim am Salzstadel. Die Inhaber werden zukünftig "nur" noch einen Partyservice an derselben Stelle, allerdings mit Zugang von der Frühlingsstraße, betreiben. Der "Rosenheimer Fischladen" gehört ebenfalls der Geschichte an. Nach 21 Jahren war 2019 Schluss. Ende August war zudem für das Traditionsunternehmen Foto Sauter nach 50 Jahren Schluss. 

Die Liste ist lang und sie droht immer länger zu werden. 

mz

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare