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Kosten nun auf 11 Millionen Euro geschätzt

Sanierung des Klärwerks Altötting-Neuötting soll fast doppelt so teuer werden als geplant

Bereits 5,9 Millionen Euro hat die Renovierung des Klärwerks Altötting-Neuötting bisher gekostet. Der Stadtrat deckelte die Maßnahme, die den Bedarf auch noch in Zukunft decken kann, bei 11,4 Millionen Euro.
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Bereits 5,9 Millionen Euro hat die Renovierung des Klärwerks Altötting-Neuötting bisher gekostet. Der Stadtrat deckelte die Maßnahme, die den Bedarf auch noch in Zukunft decken kann, bei 11,4 Millionen Euro.

Die Kosten für die Sanierung und Erweiterung des Klärwerks Altötting-Neuötting werden deutlich höher ausfallen, als ursprünglich erwartet. Der ausführende Planer Dieter Schreff berichtete dem Stadtrat in einer Sitzung, dass er nun von etwa 11 Millionen Euro ausgeht, die für die Realisierung des Vorhabens benötigt werden. Gründe dafür sind neben den massiv gestiegenen Rohstoffpreisen, die Entdeckung von weiteren Mängeln, sowie der Bedarf einer Erweiterung der Anlage.

Altötting - Die bisherigen Kosten für die Erneuerung der Kläranlage werden sich nahezu verdoppeln. Das geht aus dem Bericht des ausführenden Planers Dieter Schreff aus Miesbach hervor, der dem Altöttinger Stadtrat auf der Septembersitzung berichtete. Da es sich um notwendige Investitionen handelt, stimmte das Gremium einstimmig für die nun geschätzten 11 Millionen Euro, wobei der Ingenieur noch von mindestens zehn Prozent Kostenmehrung ausgeht, bis das Projekt 2025 fertiggestellt ist. Ebenso einstimmig wurde dann noch ein Grundsatzbeschluss über die Anschaffung eines adäquaten Notstromaggregats für 400.000 Euro getroffen.

Die aktuelle Schätzung beruht auf Preisen von heute“, betonte Dieter Schreff in seinem Sachstandsbericht. Aufgrund von Lieferengpässen und den damit verbundenen sprunghaft ansteigenden Preisen bei den Baustoffen sowie der generell hohen Inflation, seien seine Kalkulationen nicht als so exakt einzustufen, wie bisher. Die bisher ausgeführten Arbeiten für 5,86 Millionen Euro lägen, trotz Corona und Lockdown, nur um vier Prozent über der ursprünglichen Schätzung von 5,64 Millionen Euro. In dem Zuge wurde bis Anfang 2022 ein neues Belebungsbecken errichtet sowie das Nachklärbecken umgebaut und eine Fällmittelstation neu installiert. Der Großteil der Planungen von 2018 war damit schon zu Beginn dieses Jahres erledigt.

Bauabschnitte zwei, drei und vier nun deutlich teurer

Doch bei den ebenfalls 2018 beschlossenen drei weiteren Bauabschnitten ist inzwischen in großem Umfang weiterer Handlungsbedarf entdeckt worden. Während die Standsicherheit der 1976 - 77 errichteten Bauwerke noch nicht bedroht ist, würde sich die Lebensdauer drastisch verringern, wenn man jetzt nicht handelt. Die Kalkulation belief sich im Februar 2019 insgesamt auf 6,9 Millionen Euro. So sah der zweite Bauabschnitt im Bereich der Vorklärung nur die Sanierung des Fettfangs vor. Hinzu gekommen ist nun aber auch der Sandfang. Zur der bisher schon geplanten Ertüchtigung des alten Belebungsbeckens, inklusive der Maschinen- und Energietechnik, ist nun auch noch Nachbesserungsbedarf bei beiden Nachklärbecken entdeckt worden und auch das Rücklaufschlamm- Pumpwerk muss inklusive der Maschinentechnik erneuert werden. Dies erhöht die Kosten von bisher prognostizierten 610.000 auf 1,32 Millionen Euro.

Größer fällt der Unterschied zur ursprünglichen Kalkulation beim dritten Bauabschnitt aus. Hier ging es bisher hauptsächlich um den Ersatz der Asbestislolierung des Faulturms sowie die Erneuerung von Rohrleitungen und Armaturen für rund 400.000 Euro. Doch inzwischen sind bei den jährlichen Wartungen der Gasschiene Undichtigkeiten und Korrosion aufgetaucht. Es müssen daher nun zusätzlich der Gasbehälter saniert, der Gasverdichter erneuert und eine Gastrocknung mit Aktivkohlefilter für den Betrieb als Blockheizkraftwerk neu gebaut werden, weshalb der Bauabschnitt in der neuen Kalkulation nun mit 1,35 Millionen Euro zu Buche.

Preislich verzehnfachen wird sich schließlich der vierte Bauabschnitt. Dort war bisher nur die Überholung der Schlammeindickungsanlage von 2008 für geschätzte 250.000 Euro vorgesehen. Da inzwischen aber kein Klärschlamm mehr auf Feldern ausgebracht werden darf, müsste die Kapazität verdoppelt werden. Das Ingenieurbüro schlug den Stadträten daher nun eine Erweiterung der Anlage vor: neben der Verbesserung der Schlammeindickung soll zusätzlich eine Schlammentwässerung gebaut werden. Die Kosten des Projekts abzüglich der staatlichen Fördermöglichkeiten belaufen sich geschätzt auf fast 2,5 Millionen Euro. Allerdings könnten dann Reischach, Arbing, Perach und Erlbach ihren Schlamm ebenfalls hier entsorgen. „Das ist kein Luxus, sondern Bestandserhaltung“, betonte Diplomingenieur Dieter Schreff. Eine Ansicht, welche die Stadträte unisono teilten. Die Arbeiten könnten dem Plan zufolge großteils schon 2023 durchgeführt werden, der Abschluss der Maßnahme soll bis Ende 2025 erfolgen.

Die Maßnahmen in der Übersicht

Als gesonderter Punkt stand anschließend noch die Anschaffung eines neuen Notstromaggregats für das künftige Klärwerk auf der Tagesordnung. Nicht nur, dass der bisherige Generator mit seinen 125 kA schon 45 Jahre alt ist und es dafür keine Ersatzteile mehr gibt. Zudem ist die jetzige Installation gar nicht für Notstrombetrieb ausgelegt, sondern sorgt im Falle eines Stromausfalls lediglich dafür, dass die Anlagen keinen Schaden nehmen. Auch die Faulgase reichen nicht annähernd, um den Bedarf der Anlage zu decken. Durch ein neues Aggregat mit 400kA kann hingegen auch die erweiterte Anlage im Notfall weiterlaufen. Dem Grundsatzbeschluss stimmten ebenfalls alle Stadträte zu, die Kosten werden im Haushalt 2023 angesetzt.

pbj

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