Wusstet ihr das schon? Teil 3 unserer Serie

Artikelserie zur Burghauser Geschichte: Anna Eßbaum - Bierbrauerswitwe und Stifterin 

Ein Porträt von Anna Eßbaum
 aus dem 19. Jahrhundert
 (Öl auf Leinwand).
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Ein Porträt von Anna Eßbaum aus dem 19. Jahrhundert (Öl auf Leinwand).

In unseren neuen Serie präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit dem Burghauser Stadtarchiv in regelmäßigen Abständen interessante Details aus der Geschichte der alten Herzogstadt. Der dritte Teil befasst sich mit Anna Eßbaum, der Bierbrauerswitwe und großzügige Stifterin.

Burghausen - Die Stadt Burghausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und sie bietet weit mehr als nur die längste Burg der Welt. Zusammen mit dem Stadtarchiv Burghausen wollen wir euch besondere Geschichten aus der Burghauser Vergangenheit präsentieren. Den Anfang machte Johann Anton von Mannerder erste Burghauser Bürgermeister, von dem ein Porträt überliefert ist. Der zweite Teil thematisierte das Adelsgeschlecht der Mautner.

Anna Eßbaum - Bierbrauerswitwe und Stifterin

Maria Anna Ball heiratete 1823 den Burghauser Bierbrauer Johann Baptist Eßbaum. Für den 56-jährigen Eßbaum war die Hochzeit mit der 27-jährigen Neuöttinger Weißgerberstochter nach dem Tod zweier Ehefrauen die dritte Eheschließung. Das Ehepaar wohnte am Stadtplatz 109 - die heutige Stadtbibliothek - wo sich auch die Brauerei befand.

1845 starb Johann Baptist Eßbaum kinderlos. Das nicht unbeträchtliche Vermögen gab die Witwe Anna großzügig an verschiedene soziale und kirchliche Einrichtungen in Burghausen. So verdankt ihr die Pfarrkirche St. Jakob ein Ziborium (Kelch für die geweihte Hostie auf dem Altar), einen Kreuzweg und die Stiftung einer Rosenkranz- und Kreuzwegandacht. In der Heilig-Geist-Spitalkirche stiftete sie vier Vesperandachten.

Burghauser Armenhaus

Die größten Zuwendungen erhielt jedoch das Bruderhaus. In dem Haus in der Mautnerstraße 250 fanden mittellos gewordene Burghauser Aufnahme. Ihren Lebensunterhalt mussten sich die Bewohner möglichst selbst besorgen, und das hieß in vielen Fällen als Bettler. So entwickelte sich das Bruderhaus zum Burghauser Armenhaus, und im 19. Jahrhundert trug es auch diese Bezeichnung.

Ein Jahr vor ihrem Tod gab Anna Eßbaum dem Bruderhaus eine Staatsobligation in Höhe von 1000 Gulden. Zudem hatte sie in ihrem Testament das Bruderhaus als Universalerben eingesetzt. So erbte die Einrichtung nach dem Tod Anna Eßbaums 1869 Möbel, Betten, Kleidung und die hohe Summe von 33.393 Gulden.

Dieses Erbe ermöglichte den Ausbau des Bruderhauses, die Einführung einer festen Verpflegung und die Aufnahme von zahlenden Bewohnern neben den Bedürftigen. Auch konnten die Barmherzigen Schwestern des Ordens vom Hl. Vinzenz von Paul zur Betreuung berufen werden. Damit legte Anna Eßbaum den Grundstock für den Ausbau des Armenhauses in das Altersheim St. Josefspital. 1965 benannte der Burghauser Stadtrat eine Straße nach der Wohltäterin.

Auch viele interessante Persönlichkeiten aus Rosenheim und Mühldorf

Angefangen hat unsere Serie mit Rosenheim. Auch dort spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, nicht mehr kennen, startete rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim vor kurzem eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet, im zehnten Teil war dies Marie Faber. Auch zu berühmten Mühldorfern Persönlichkeiten gibt es inzwischen eine Artikel-Serie. Im ersten Teil wurde Peter Ostermayr, Produzent und Filmregisseur, vorgestellt.

Stadtarchiv Burghausen/jz

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