Wusstet ihr das schon? Teil 4 unserer Serie

Artikelserie zur Burghauser Geschichte: Therese Voraus - Besitzerin des Herzogsbades

Ein Aquarell vom damaligen Herzogsbad
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Ein Aquarell vom damaligen Herzogsbad .

In unseren neuen Serie präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit dem Burghauser Stadtarchiv in regelmäßigen Abständen interessante Details aus der Geschichte der alten Herzogstadt. Der vierte Teil befasst sich mit Therese Voraus, Besitzerin des Herzogsbades.

Burghausen - Die Stadt Burghausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und sie bietet weit mehr als nur die längste Burg der Welt. Zusammen mit dem Stadtarchiv Burghausen wollen wir euch besondere Geschichten aus der Burghauser Vergangenheit präsentieren. Den Anfang machte Johann Anton von Manner, der erste Burghauser Bürgermeister, von dem ein Porträt überliefert ist. Der zweite Teil thematisierte das Adelsgeschlecht der Mautner, der dritte Teil Anna Eßbaum, Bierbrauerswitwe und Stifterin.

Therese Voraus - Besitzerin des Herzogsbades

Im Norden des Wöhrseebeckens sprudelt auch heute noch eine Quelle, die zu Zeiten der Herzogin Hedwig als der „Herzogin Brunn“ bezeichnet wurde. Die später Herzogsbad genannte Quelle wurde von der Burghauser Bevölkerung genutzt.

1898 bildeten einige Drittordensschwestern eine Gemeinschaft zur Krankenpflege. Sie erwarben auf Schuldenbasis das Burghauser Herzogsbad und richteten dort eine „Kaltwasserkuranstalt“ ein. Die Leiterin dieser Naturheilanstalt war Therese Voraus. Kurgäste berichteten von den Heilungserfolgen. Doch Bezirksamt, Pfarramt und ein Teil der Bürgerschaft, angeführt vom Burghauser Anzeiger, bekämpften Therese Voraus. Man warf ihr das unerlaubte Tragen einer klösterlichen Tracht vor, da es sich beim Herzogsbad um ein Privatunternehmen und nicht um eine Ordensgemeinschaft handele. Auch unterstellte man ihr das Erschleichen von Geldern bei kranken Kurgästen. Therese Voraus wurde wegen Betrugs angezeigt. Obgleich ihre Kurgäste für sie eintraten, wurde sie vom Burghauser Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Danach verliert sich ihre Spur.

Der Burghauser Maler Maximilian Liebenwein stellte den Konflikt um Therese Voraus ironisch in einer Karikatur dar.

Die Vorwürfe und die Auseinandersetzung zwischen Therese Voraus und Teilen der Stadt Burghausen stellte der Burghauser Maler Maximilian Liebenwein ironisch in einer Karikatur dar. Therese Voraus begegnet mit ausgefahrenen Krallen und mit einem Revolver bewaffnet den von der Stadt Burghausen auf sie gerichteten Geschützen.

Auch viele interessante Persönlichkeiten aus Rosenheim und Mühldorf

Angefangen hat unsere Serie mit Rosenheim. Auch dort spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, nicht mehr kennen, startete rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim vor kurzem eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet, im zehnten Teil war dies Marie Faber. Auch zu berühmten Mühldorfern Persönlichkeiten gibt es inzwischen eine Artikel-Serie. Im ersten Teil wurde Peter Ostermayr, Produzent und Filmregisseur, vorgestellt.

Stadtarchiv Burghausen/jz

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