Gibt es bald Neues wegen der Ortsumfahrung Burghausen?

Mehringer Bürgermeister: „Wir wurden uns einig, dass wir uns nicht einig sind“

Bürgermeisterkandidat in Mehring: Robert Buchner (Freie Wähler).
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Bürgermeisterin Mehring: Robert Buchner (Freie Wähler).

Robert Buchner und Florian Schneider verstehen sich gegenseitig gut. Nur, wenn es um die Ortsumfahrung Burghausen geht, können sie sich gar nicht einig werden. Zu unterschiedlich sind die Standpunkte. Während Burghausen auf die Ortsumfahrung drängt, möchte Mehring, dass die Gegenargumente berücksichtigt und ernsthaft bedacht werden.

Burghausen - Während das Straßenbauamt Traunstein bereits im Oktober letzten Jahres in Burghausen den aktuellen Stand zur Ortsumfahrung präsentieren konnte, musste der Termin für die Präsentation in Mehring wegen Corona abgesagt werden. Da kann niemand was dafür, soviel ist dem Bürgermeister von Mehring, Robert Buchner auch klar. Nun hat er das Straßenbauamt in Traunstein um Terminvorschläge für diese ausstehende Informationsveranstaltung gebeten, und hofft auf baldige Antwort.

„Ich habe dem Amt eine nichtöffentliche Sitzung im kleinen Kreis angeboten, das ist alles was man derzeit machen kann.“, meint Robert Buchner, der erst seit Mai das Bürgermeisteramt in Mehring übernommen hat. „Das Straßenbauamt drängt, dass wir unsere Stellungnahme zur Ortsumfahrung bis Mitte März abgeben sollen.“ Die Präsentation selbst ist zwar schon online verfügbar, doch wenn man sich diese anschaut, wird schnell klar, weshalb die Mehringer Erläuterungen brauchen:

Es handelt sich um etwa 40 Seiten Stichpunkte und Planungsdetails, die kein Laie auf Anhieb versteht. (Hier geht es zur Präsentation: https://www.stbats.bayern.de/strassenbau/projekte/B16S.ABBA0002.00.html Robert Buchner würde nur zu gern eine öffentliche Gemeinderatssitzung für die Präsentation halten, doch er erwarte mindestens 30 bis 40 Besucher. Die Mehringer wollen natürlich wissen, was da geplant wird.

Kosten-Nutzen-Faktor steht noch aus

10 Anwesen sind direkt betroffen von dem Straßenbauvorhaben, doch auch die Anwohner an der St2108 werden durch mehr Verkehr belastet werden. Dem Bürgermeister ist völlig klar, dass die betroffenen Mehringer gegen die Ortsumfahrung sind, denn seit Jahren werden die Gegenargumente der Mehringer nicht berücksichtigt. So steht eine Erklärung für den Kosten-Nutzen-Faktor noch aus.

Die geplante Ortsumfahrung soll zu 100 Prozent auf Mehringer Gemeindegebiet gebaut werden, und bringt nur für die Burghauser Vorteile. Rückmeldungen für die Einwände der Mehringer seien noch keine gekommen, und so stünden laut Robert Buchner einige unerklärte und unvergleichbare Zahlen im Raum. So sei eine Entlastung von 2-3 dB für jeweils 2-3 Anwohner von 200-300 Anwesen an der Burgkirchner Straße in Burghausen nicht vergleichbar mit 10-15 dB Belastung von 6-8 Anwohnern in 10 Anwesen.

Politik anscheinend wichtiger als Logik

„Man hat den Eindruck gegen Windmühlen anzulaufen“ meint Robert Buchner dazu. Es sei eine politische und keine logische Entscheidung. Was er am wenigsten verstehen kann ist, dass einerseits auf „grüne Mobilität“ und andererseits auf Erweiterung des Straßenverkehrsnetzes gesetzt werde. Außerdem sei die aktuelle Situation wegen Corona mehr als schwierig, vor allem für den Staatshaushalt.

„Wie will der Staat das finanziell verwirklichen, vor allem in dieser Zeit?“ gut gefragt, und interessant vor allem dann, wenn noch Klagen und Verzögerungen einkalkuliert werden müssen. Denn wer lässt sich schon freiwillig eine Ortsumfahrung vor sein Haus bauen? 3 Jahre Bauzeit sind geplant. Doch mit einem Baustart wird erst in 4 bis 5 Jahren gerechnet. Und das auch nur, wenn keine Klagen eingereicht würden.

Das ist auch den Planern klar, zum Beispiel Bernadette Wallner vom Straßenbauamt Traunstein. Bei der Präsentation des Planes in der Stadtratssitzung in Burghausen am 14. Oktober erwähnte sie, dass die konfliktärmste Trasse gewählt werden müsse. Ein schwieriges Unterfangen und von Konfliktfreiheit kann man nur träumen. Schon damals wusste Wallner „dass es kein leichtes Verfahren wird“, und die Bürgermeister von Burghausen und Mehring sind sich sicherlich auch darin einig.

Daniela Haindl

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