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Zahlen für Rosenheim, Traunstein, BGL, Mühldorf, Altötting

Weniger Geimpfte, mehr Corona-Intensivpatienten - So hinkt unsere Region hinterher

  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Wer einen Blick auf die Kennziffern in unseren Landkreisen wirft, dem wird der Zusammenhang klar: Beim Impfen sind wir hintennach, umso mehr sind unsere Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt. rosenheim24.de liefert die Analyse.

Landkreise - Die anschaulichsten Kennziffern zuerst: In unserer Region - also in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf - leben 6,8 Prozent der bayerischen Bevölkerung. „Unser“ Anteil an allen Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Bayern macht aber 10,8 Prozent aus. Der Zusammenhang scheint in der mangelnden Impfbereitschaft zu liegen. Die bayerische Quote bei Zweitimpfungen liegt bei 63,2 Prozent. An diesen Wert kommt keiner der heimischen Landkreise heran. Am meisten schwächelt mit gut 51 Prozent das Berchtesgadener Land.

Bayernweite Kennzahlen steigen - und wir haben verhältnismäßig großen Anteil daran

Die neuen, ausschlaggebenden Kennziffern für Corona-Beschränkungen ist inzwischen nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz, sondern die Situation in den Krankenhäusern. Verschärft wird ab 1200 neuen hospitalisierten Fällen in den Krankenhäusern in den vergangenen sieben Tagen. 336 waren es am Freitag (10. September) in Bayern. Weit von der kritischen Zone entfernt, aber etwa 100 mehr als vorige Woche. Auch die Corona-Intensivpatienten werden im Freistaat mehr: 166 waren es vorige Woche, jetzt sind es bereits 213. Die „rote Stufe“ beginnt bei 600. Aber, wie gesagt: Wir steuern einen guten Teil zu den Intensivpatienten bei.

Corona-Intensivpatienten werden vor allem in Rosenheim mehr

23 Corona-Intensivpatienten zählen unsere Landkreise laut DIVI-Intensivregister des Robert-Koch-Instituts derzeit. Seit Mitte August geht es wieder hinauf, vor allem in Stadt und Landkreis Rosenheim, von zwölf auf jetzt 17. In den Kliniken des Landkreises Mühldorf gibt es keinen Corona-Intensivpatienten, in Traunstein, Altötting und dem Berchtesgadener Land sind es maximal drei (siehe Grafik). Mögen die Zahlen auch niedrig wirken: „Die Lage in den Kliniken in Stadt und Landkreis hat sich mittlerweile im Intensivbereich zugespitzt“, heißt es beispielsweise aus Rosenheim. Von den insgesamt 194 Intensivbetten in allen Landkreisen sind lediglich 19 frei - im Berchtesgadener Land kein einziges.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf in der Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate.

Impfquote: Vor allem Rosenheim, Traunstein und BGL deutlich hinterher

Der Zusammenhang mit der niedrigen Impfbereitschaft gegen das Coronavirus in der Region scheint offensichtlich. Während in Deutschland zwei Drittel der Bürger bereits die Zweitimpfung bekommen hat und in Bayern gut 63 Prozent, ist man bei uns hinterher. Am besten schaut es noch in den Landkreisen Altötting (59,3 Prozent) und Mühldorf (58,8 Prozent) aus. Dann klafft eine Lücke: Besonders in Stadt und Landkreis Rosenheim (52,6 Prozent), Traunstein (51,9 Prozent) und vor allem im Berchtesgadener Land (51,2 Prozent) ist die Impfbereitschaft schwach. Beispiel Altötting: Während sich Mitte Juni in einer Woche noch knapp 5700 Menschen impfen ließen, waren es Ende September nur noch rund 1300.

Zweitimpfungen im Prozent, Stand 10. September: Vergleich der heimischen Landkreise mit Bayern und Deutschland.

Rolle der Reiserückkehrer wird kleiner

Die Rolle der Reiserückkehrer bei den Neuinfektionen nimmt langsam wieder ab. Vorige Woche machten sie noch rund 30 Prozent der positiv Getesteten aus, jetzt sind es weniger: In den Landkreisen Mühldorf, Altötting und Traunstein liegt die Quote zwischen 17 und 19 Prozent. Ein Drittel der coronainfizierten Reiserückkehrer im Kreis Traunstein kommt aus Kroatien. Das Gesundheitsamt Rosenheim nennt darüber hinaus vor allem Albanien, Mazedonien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina als Herkunftsländer.

Eine umfangreiche allgemeine Einschätzung der Lage bekamen wir jüngst vom Traunsteiner Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Krämer: Er geht davon aus, dass die „vierte Welle“ vor allem bei den Ungeimpften an Fahrt aufnehmen wird. „Ich rechne bei Kindern und jungen Erwachsenen mit einer deutlichen Zunahme“, so Krämer. 95 Prozent der aktuell Erkrankten seien nicht gegen das Coronavirus geimpft. Und auch von Rosenheims Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Hierl heißt es: „Diese vierte Welle ist vornehmlich eine Welle der bislang Ungeschützten.“

xe

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa

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