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Hightech-Unterstützung für den Ernstfall

Alpinwetter in Echtzeit für lebensrettende Einsätze der Bergwacht Ramsau

Alpinwetter in Echtzeit für lebensrettende Einsätze der Bergwacht Ramsau
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Das Echtzeit-Alpinwetter-Diagramm ist in den Alarmmonitor der Bergrettungswache eingebunden.

Die ehrenamtlichen Lebensretter der Bergwacht Ramsau können ihre Einsätze in Zukunft noch besser planen. Von der besseren Lage-Beurteilung profitieren die Retter und Hilfesuchende.

Pressemitteilung im Wortlaut:

Ramsau bei Berchtesgaden - Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau haben nach dem großen winterlichen Sucheinsatz im September am Hochkalter ihre Möglichkeiten zur besseren Lage-Beurteilung weiter optimiert und zusammen mit langjährig bewährten Kooperationspartnern wie dem Nationalpark Berchtesgaden und den Lawinenwarndiensten aus Bayern und Salzburg eine online überall auch am Handy oder Pad verfügbares Echtzeit-Alpinwetter-Diagramm für ihr Einsatzgebiet rund um Watzmann, Hochkalter und Steinernes Meer realisiert, das den ehrenamtlichen Bergrettern im Ernstfall hilft, wesentlich schneller und besser Entscheidungen zu treffen und damit Leben zu retten und Risiken und Gefahren für die eigenen Einsatzkräfte zu minimieren.

Wind und fehlende Sicht durch Nebel und Schneefall machen einen zeitsparenden Heli-Flug immer wieder unmöglich, wobei die Verhältnisse lokal auch mal zunächst unbemerkt wesentlich besser sein können als die allgemeine Tendenz.

„Diese Wetterfenster schließen sich aber meist auch wieder rasch, weshalb es so hilfreich ist, dass wir sie nun ohne aufwendige Online-Recherche über Webcams und Wetterdienste und Beobachtungen im Gelände sofort erkennen und idealerweise auch sofort nutzen können!“, freut sich Bereitschaftsleiter Thomas Meeß, der auch den Sicherheitsgewinn für die Retter im Gelände wertschätzt und sich bei allen Partnern für die unkomplizierte Umsetzung herzlich bedankt: „Wir können nun besser Tendenzen erkennen und gegebenenfalls rechtzeitig abbrechen, einen Unterschlupf suchen oder absteigen, wenn ein Gewitter aufzieht oder Gefahr durch Windbruch droht.“

In den bayerischen Alpen existiert bereits ein Netz an Messstationen für den Bayerischen Lawinenwarndienst, darunter auch die Station auf Kühroint im Gebiet der Bergwacht Ramsau; darüber hinaus unterhält der Nationalpark ein sehr viel dichteres Netz an Wetterstationen, das die Ramsauer Bergwacht zunächst als Umweg über den Salzburger Lawinenwarndienst genutzt hat.

„Wir haben jedoch schnell gemerkt, dass diese Lösung für unsere Zwecke nicht perfekt ist: Der Lawinenwarndienst gibt beispielsweise die Windgeschwindigkeit nur im Durchschnitt der letzten drei Stunden an, was die für uns so entscheidenden Echtzeit-Verhältnisse stark verzerrt, da sich durch sehr dynamisches Wetter bei Föhn oder Gewitter in drei Stunden wirklich sehr viel ändern kann“, erklärt Meeß.

Der Nationalpark war sofort begeistert vom Anliegen der ehrenamtlichen Bergretter und ermöglichte ihnen den Zugriff auf seine automatischen Klima-Stationen.

Dank der engen Kooperation von Nationalpark und Lawinenwarndienst Bayern, der im Nationalpark unter anderem die Station auf Kühroint betreibt, fand die Freigabe gemeinsam für alle Stationen der beiden Partner statt. Die Landesleitung der Bergwacht Bayern unterstützte ihre Ramsauer Bergwacht dann, indem sie das Wetter-Tool auf ihren Servern installiert und verfügbar gemacht hat.

Das Echtzeit-Alpinwetter-Diagramm ist in den Alarmmonitor der Bergrettungswache eingebunden und deshalb besonders gut lesbar mit grauem Hintergrund und weißer Schrift gestaltet.

Es kann darüber hinaus über einen Link jederzeit auch unterwegs abgerufen werden, so dass die Einsatzkräfte bereits auf der Anfahrt zu Wache den Einsatz planen und die richtigen Entscheidungen treffen können. Vervollständigt werden die Wetterdaten durch ein so genanntes Realtime-Cockpit (Webcam-Tool), das in der Wache auf einem separaten Bildschirm läuft und vor allem bei Luftrettungen hilft, die Wolkenuntergrenze und damit den möglichen Aktionsradius für den Heli zu bestimmen.

Die Webcam am Funtenseetauern liegt beispielsweise mit rund 2.500 Metern besonders hoch und bietet über die Ostwand einen guten Blick auf alle Höhenlagen am Watzmann, was bereits mehrfach dabei geholfen hat zu erkennen, dass der Grat oberhalb der Wolkengrenze liegt und angeflogen werden kann.

Bei Notfällen auf der Überschreitung war mit dieser Information bereits öfters der Einsatz alternativer, weiter entfernter Helis aus anderen Himmelsrichtungen möglich, die ohne Bodennebel am Hangar starten und landen und über dem Inversionsnebelmeer zum Einsatzort fliegen konnten.

Im Detail zeigt das Echtzeit-Alpinwetter-Diagramm mit einer Aktualisierung alle zehn Minuten folgende Daten an:

  • Den Durchschnitt der Windgeschwindigkeit der letzten zehn Minuten in Kilometern pro Stunde
  • Die den Grad der Windrichtung, der automatisch in eine Himmelsrichtung umgerechnet wird
  • Die Böen-Geschwindigkeit, also das Maximum der letzten zehn Minuten in Kilometern pro Stunde
  • Die Gesamtschneehöhe
  • Die Neuschneemenge der letzten 24 Stunden
  • Zusätzlich werden die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes ab Stufe 2 und die aktuelle Warnstufe des Lawinenwarndienstes angezeigt
Wetter-Tool.jpg

Pressemitteilung BRK Kreisverband Berchtesgadener Land

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