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Abwassermonitoring klärt auf

So hoch ist die Corona-Dunkelziffer im Berchtesgadener Land

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Getestet wird im Berchtesgadener Land nur noch, wenn es wirklich sein muss.

Während in den Landkreisen Traunstein (326, Stand 11. August), Mühldorf (365), Altötting (330), Rosenheim (352) und der Stadt Rosenheim (410) die Corona-Zahlen nur langsam sinken, gehen die Zahlen im Berchtesgadener Land (212) weiter deutlich zurück. BGLand24.de hat sich auf Spurensuche begeben.

Berchtesgadener Land - Kurzzeitig konnten man seinen Augen nicht trauen. Am Mittwoch (10. August) verkündete das Robert-Koch-Institut (RKI) für das Berchtesgadener Land eine Corona-Inzidenz von 93, die Ampel sprang somit von rot auf gelb. Die Nachfrage beim Landratsamt Berchtesgadener Land bestätigte schnell: es handelt sich um einen Übertragungsfehler der eigentlichen Zahlen vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) an das RKI. Die Inzidenz lag demnach am Mittwoch bei 222,9.

Abwassermonitoring im Berchtesgadener Land bestätigt teilweise dreifachen Corona-Wert

Dennoch zeigen die Zahlen von Donnerstag (212), dass die Inzidenz vor allem im Berchtesgadener Land weiter rückläufig ist. „Wir gehen davon aus, dass viele Bürger sich keiner weiteren Testung mehr unterzogen haben, wenn sie nur leichte Symptome (Schnupfen, Kopfweh, etc.) verspürt haben“, so die Einschätzung aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land. „Das Abwassermonitoring des Landkreises Berchtesgadener Land hat diese Einschätzung entsprechend bestätigt. Die Dunkelziffer lag in der Hochphase der Sommerwelle bei einem dreifachen Wert im Vergleich zu den gemeldeten Fällen.“

So war die Corona-Lage in der Region am 11. August.

Das Abwassermonitoring überwacht im Rahmen einer wissenschaftlich begleitenden Studie, die Viruslast im Abwasser. Hierzu werden Stichproben in den Kläranlagen gezogen, die hieraus gewonnen Daten können auf die Kommunen beziehungsweise den Landkreis umgelegt und hochgerechnet werden.

„Die Daten werden uns von der TU München, die diese im Zuge der Analyse wissenschaftlich aufbereitet, zur Verfügung gestellt“, heißt es aus dem Gesundheitsamt Berchtesgadener Land. „Die Viruslast im Abwasser wird mit Genkopien je ml angegeben. Man spricht circa bei 7 Gkp/ml von einem nachweislichen positiven SARS-COV2 Fall. So ist es dem Gesundheitsamt möglich, eine mögliche Dunkelziffer zu eruieren und daraus das Infektionsgeschehen ableiten zu können.“

Keine strengen Corona-Auflagen - weniger Tests und positive Fälle im Berchtesgadener Land

Während zu Zeiten von Kontaktbeschränkungen mit Hilfe des Abwassermonitoring frühzeitig Infektionsketten identifiziert und unterbrochen werden konnten. Begleitet das Abwassermonitoring die Arbeit des Gesundheitsamtes nur noch unterstützend. Es darf im Fall einer Häufung derzeit nicht aktiv auf eine Kommune zugegangen werden. „Das Landratsamt, speziell das Gesundheitsamt, kann nur soweit „aktiv“ werden, wie es der rechtliche Rahmen erlaubt. Zur Zeit gibt es keine strengen Auflagen, die wiederum vom Freistaat Bayern für das Bundesland festgesetzt werden.“

Versucht wird dennoch weiterhin die vulnerablen Gruppen in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern zu schützen. Hierzu ist nach wie vor ein negatives Testergebnis, zum Beispiel für einen Besuch einer solchen Einrichtung notwendig. „Die Fallzahlen sind also auch aufgrund der nur noch wenigen verpflichtenden Testungen gesunken“, ist man sich im Gesundheitsamt sicher. „Auf der anderen Seite hat bereits die breite Bevölkerung entweder einen Impfschutz oder eine Infektion durchlaufen.“

In der Vergangenheit war das Berchtesgadener Land als Grenzregion oft als Erster einer Wellenbewegung ausgesetzt und Spitzenreiter in Sachen Corona-Inzidenz in Bayern. Das war unter anderem auf die Nähe zu Österreich und das Pendeln vieler aus dem Landkreis zur täglichen Arbeit zurückzuführen. „Da auch im benachbarten Österreich kein strenges Testregime mehr verfolgt wird, hat sich der Umgang mit Corona nach gut zwei Jahren in der Bevölkerung eingespielt“, ist man im Berchtesgadener Land überzeugt.

cz

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