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Bundesweite Probeübung am 8. Dezember

SMS-Alarm soll bei Katastrophen Schlimmeres verhindern - Warum er bei einigen nicht ankommt

Ganz heftig hat es bei dem Starkregenereignis am Pfingstsonntag den Ortsteil Oberbonbruck erwischt. Dort war praktisch jeder Bewohner von der Überschwemmung betroffen. Doch auch hier kann die Marktgemeinde finanziell nicht helfen.
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Rund 3 Millionen Euro Schaden hat der Starkregen im Sommer 2022 im Markt Buchbach angerichtet. Im Ortsteil Oberbonbruck war praktisch jeder Bewohner von der Überschwemmung betroffen.

Bei der Flut im Ahrtal haben Sirenen und Info-Kanäle versagt. Jetzt soll es eine Push-Nachricht auf alle Handys richten. Eine Ankündigung der bundesweiten Probeübung am 8. Dezember gab es vorab per SMS. Doch diese hat bis dato nicht jeden erreicht - auch nicht Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang.

Landkreis Mühldorf - Ein Update für den Ernstfall? Die rund drei Millionen Euro an Schäden, die Überschwemmungen in Buchbach angerichtet haben, hätten auch durch ein ausgefeilteres Warnsystem nicht verhindert werden können. Davon ist Thomas Einwang überzeugt. Als Bürgermeister des Marktes (CSU/Parteifreie-WVR), der neben anderen Kommunen großer Leidtragender der Starkregenereignisse dieses Sommers war, sollte er wissen, wovon er spricht.

Auf lokaler Ebene sei wichtig, dass der Austausch vor Ort klappt und sich die Hilfseinrichtungen reibungslos abstimmen. Das sei zumindest in Buchbach Fall gewesen. Dass es nun am Donnerstag, 8. Dezember, nach dem ersten bundesweiten Warntag 2020 einen weiteren geben wird, bei dem auch ein neues Warnsystem via Funkmasten getestet wird, findet Einwang dennoch sinnvoll - sollte es technisch gut funktionieren. In diesem Fall also (auch) mithilfe einer SMS.

Problem: noch keine SMS

Neu ist das sogenannte Cell Broadcast System, das vorab installierte Warn-Apps ergänzen soll. „Die zentral gesteuerte Warnung auf den Mobilfunk sollte trotz unterschiedlicher Anbieter immer funktionieren. Eine Vorabeinstellung durch den Handynutzer muss nicht erfolgen“, erklärt das Landratsamt Mühldorf auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Das bedeutet, man muss keine App installieren; der Warntext wird ohne weitere Einstellungen auf dem Bildschirm als Push-Nachricht erscheinen, dazu soll ein deutliches Tonsignal zu hören sein.

Dass keine App installiert werden soll, macht das zusätzliche Angebot auch nach Einschätzung des Buchbacher Bürgermeisters im Katastrophenfall besser - vorausgesetzt die Funk-Netze funktionieren und die SMS kommt auch an. Die Tatsache, dass viele, darunter auch er, bis dato noch keine Info-SMS über die Probewarnung am 8. Dezember erhalten haben, macht Einwang nachdenklich. Wie Kilian Hoffmeister vom BBK auf Nachfrage mitteilt, wird die SMS „von den Mobilfunkanbietern an die Kunden über einen längeren Zeitraum verschickt, damit zuverlässig alle Kunden erreicht werden können.“ Noch keine Nachricht erhalten zu haben, sei demnach also nicht ungewöhnlich.

Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Jetzt soll es auch im Katastrophenfall ein wesentliches Warn-Tool werden.

Natürlich müssen die Mobilgeräte eingeschaltet und empfangsbereit sein, betont Hoffmeister, der überdies dazu rät, die aktuelle Software auf dem jeweiligen Smartphone installiert zu haben: „Bei den Smartphones sind für das Warnsystem beim iPhone von Apple die Betriebsversionen iOS 16, 15.7.1 und 15.6.1 notwendig. Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android sind ab Version 11 kompatibel.“

Apps und Sirenen weiter im Einsatz

Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie das Landratsamt Mühldorf mitteilen, wird die Alarmierung jedoch nicht nur per SMS über die Bühne gehen. Um 11 Uhr soll darüber hinaus zentral über den Bund über alle an das sogenannte Modulare Warnsystem (MoWaS) angeschlossenen Warnkanäle ausgelöst werden, unter anderem auch die Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP. Bleibt die Frage nach den Sirenen im Katastrophenfall, die bekanntermaßen bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 neben weiteren Info-Kanälen nicht funktioniert hatten.

Was bei Thomas Einwang für Verunsicherung gesorgt hat, ist die Frage, inwieweit die Kommunen, die nicht an MoWaS angeschlossen sind, jede für sich beispielsweise mittels Sirenen an der Probewarnung teilnehmen können. Diese Möglichkeit, die eigenen örtlichen Warnmittel wie Lautsprecherwagen oder Sirenen zu testen, bestehe laut Hoffmeister. So war es auch in der SMS zu lesen, die die Probewarnung angekündigt hatte: „Der Probealarm kann zusätzlich zu Radio, Sirene usw. direkt auf Ihrem Handy erfolgen.“ Der Markt Buchbach sei nicht informiert worden. „Das wird wohl deutschlandweit jeweils anders gehandhabt. Das Land Bayern hat die Informationen wohl nicht an die Kommunen herausgegeben“, überlegt Thomas Einwang, der darüber nicht böse sei. „Wir warten die Übung ab und ich bin mir sicher, dass die bereits auf digital umgestellten Feuerwehrsirenen in das System mit hinein genommen werden.“

Flächendeckende Alarmierung geplant

Diese Überlegung bestätigt auch das Landratsamt auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen: „Künftig soll die Umstellung auf eine flächendeckende, digitale Alarmierung erfolgen, wonach es möglich sein wird, alle rund 70 Sirenen im Landkreis automatisch auszulösen.“ Bei der Probeübung im Dezember werden allerdings lediglich die Katastrophenschutz-Sirenen in Waldkraiburg, die die ILS Traunstein auslöst, sowie die Sirene im Werk Aschau zu hören sein.

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