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Stilles Leiden

Corona und die Einsamkeit: Waldkraiburger Seelsorger und Seniorenclubs machen sich Sorgen

Wie wichtig es grade für ältere Menschen ist, Beziehungen zu pflegen, um Abwechslung in den Alltag zu bringen, wissen Regina Westhoff, Barbara Ranner und Tanya Arnusch (von links), die den Seniorennachmittag der Pfarrei Christkönig leiten, der wie so viele andere lieb gewordene Angebote für Senioren ersatzlos gestrichen ist.
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Wie wichtig es grade für ältere Menschen ist, Beziehungen zu pflegen, um Abwechslung in den Alltag zu bringen, wissen Regina Westhoff, Barbara Ranner und Tanya Arnusch (von links), die den Seniorennachmittag der Pfarrei Christkönig leiten, der wie so viele andere lieb gewordene Angebote für Senioren ersatzlos gestrichen ist.

Corona und die Einsamkeit. Kirchen und Seniorengruppen in und um Waldkraiburg wissen, wie die Pandemie den Alten zusetzt.

Waldkraiburg/Taufkirchen – So viele lieb gewordene Treffen und Angebote, die Halt geben und Freude machen, sind ersatzlos gestrichen. Seelsorger und Leiter von Seniorengruppen setzen auf Gesprächsangebote – und Fortschritte beim Impfen.

Seelsorger bieten Gespräche am Telefon

Corona wirbelt den Alltag durcheinander. Das erleben gerade auch Senioren, die ihre Nöte oftmals nicht laut äußern, sondern eher still leiden, wie Pater Walter Kirchmann, der Leiter des Pfarrverbands Waldkraiburg, weiß.

Als Seelsorger und Leiter des Pfarrverbands Waldkraiburg kennt er die Sorgen alter Menschen, denen Einsamkeit und Zukunftsängste zusetzen. Wie der Geistliche aus Gesprächen erfährt, fällt es den Senioren besonders schwer, auf Begegnungen mit Kindern und Enkelkindern zu verzichten. „Corona macht vielen Menschen große Angst.“

Das Team um Pater Kirchmann bietet wie viele andere Seelsorger daher Gespräche per Telefon an, die gut genutzt werden. Auf der Homepage des Pfarrverbands Waldkraiburg sind Telefonnummern und Email-Adressen angegeben, die zu den Ansprechpartnern führen.

Vorsitzende des Seniorenbeirats: Die Stimmung ist im Keller

Erika Fischer, Vorsitzende des Seniorenbeirates, schaut genau hin, wenn es um die Problematik Corona-Krise in Verbindung mit älteren Leuten geht. „Letzten Sommer waren viele Senioren noch guter Dinge.“ Da konnte der Seniorenbeirat unter der Initiative „Zusammen ist man weniger allein“ noch allerhand unternehmen.

Doch bald war es wieder vorbei mit den Gemeinschaftsaktionen. „Die Stimmung ging in den Keller. Keine Ehrenamtstage, keine Ü 60-Messe und keine geselligen Treffen im Haus unterm Regebogen.“ Sämtliche Vorhaben seien ins Wasser gefallen. „Das monatliche Nachmittagskino im Cinewood fehlt uns genauso wie das Reparatur-Cafe oder der PC-Treff.“ Die Kontakte würden sich auf Telefonate, Emails und WhatsApp-Gruppen beschränken.

Ehrenamtliche stehen in den Startlöchern

Trotz aller Betrübnis, Fischer hat auch gute Nachrichten, vom neu formierten Seniorenbeirat, der bereits in den Startlöchern stehe, um Menschen in ihrer Einsamkeit zu helfen. Neue soziale Kontakte sollen geknüpft werden. Dabei geht es um die wöchentlichen Sprechstunden im Rathaus, mittwochs von 10.30 bis 11.30 Uhr, die zurzeit aufgrund der Pandemie jedoch ausfallen. Sobald sich die Lage verbessert, will der Seniorenbeirat wieder angreifen.

Und einen weiteren Grund zur Freude kennt Fischer: Seit die Impfaktion besser laufe, habe sich die Stimmungslage unter den Senioren aufgehellt. Die Chefin des Beirates fuhr höchstpersönlich Impfwillige zum Piks ins Impfzentrum nach Mühldorf.

Impffortschritte hellen die Stimmung auf

Über die frohe Botschaft geimpft zu sein, spricht auch Frieda Mußner, die den Seniorenclub in Taufkirchen leitet. „Manche unserer Clubmitglieder sind sogar schon zweimal geimpft.“ Die 78 Mitglieder des Clubs gehen wegen Corona durch eine lange Durststrecke. Vor der Pandemie saßen sie jeden ersten Samstag im Monat im Vereinslokal in Gallenbach zusammen. „Wann diese Runde wieder zustande kommt, steht in den Sternen.“

Dass die Sterne wenigstens für eine Maiandacht günstig stehen, hoffen Mußner und ihr Vize Georg Hasenkopf von ganzem Herzen. „Wir haben jetzt einfach viel zu wenig Kontakte.“

Viele richten die Hoffnungen auf den Muttertag

Für Regina Westhoff, Barbara Ranner und Tanya Arnusch, die Leiterinnen des Seniorennachmittags der Pfarrei Christkönig, sieht die Welt nicht besser aus. Vor der Krise trafen sich zwischen 30 und 40 ältere Herrschaften regelmäßig im Bischof-Neumann-Haus zum geselligen Stelldichein, mit Gymnastikstunden, Vorträgen und Feiern. Seit Corona ist es damit vorbei. Die Busausflüge vermissen die Senioren obendrein.

Die Leiterinnen des Seniorennachmittags wissen, wie wichtig es für ältere Menschen ist, Beziehungen zu pflegen, um Abwechslung in den Alltag zu bringen. Was die Damen jetzt herbei sehnen: „Vielleicht können wir zum Muttertag wieder etwas gemeinsam unternehmen. Es sei denn, uns machen die Inzidenz-Zahlen erneut einen Strich durch die Rechnung.“

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