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Kapazitäten deutlich erhöht

Täglich 13 Stunden Kampf gegen Corona im neuen Impfzentrum Mühldorf

Im Wartebereich des neuen Impfzentrums: Landrat Max Heimerl und Leiter Alexander Fendt hoffen mit dem Umzug das Impftempo zu erhöhen.
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Im Wartebereich des neuen Impfzentrums: Landrat Max Heimerl und Leiter Alexander Fendt hoffen mit dem Umzug das Impftempo zu erhöhen.

Der Landkreis und die DLRG haben ein neues Impfzentrum in Mühldorf eröffnet. Damit soll nicht zuletzt die Zahl der Impfungen im Landkreis mit seiner unterdurchschnittlichen Quote gesteigert werden.

Mühldorf  Das Ehepaar vor dem Eingangszelt will es genau wissen. „Wird das ein zweites Impfzentrum“, fragt er. Nein, aber ein neues, größeres, in dem mehr Impfungen möglich sind.

Wir müssen mehr impfen

Denn, das betont Landrat Max Heimerl bei einer Ortsbesichtigung drei Tage vor der Eröffnung am Donnerstag (2. Dezember): „Wir müssen mehr impfen.“ Der Landkreis will seinen Teil dazu beitragen und das Impfangebot erweitern.

Das neue Zentrum ist leistungsfähiger

Der Mietvertrag für das derzeitige Impfzentrum am Burger King läuft aus, nur wenige Meter weiter im ehemaligen Edeka entsteht gerade das neue. Die wichtigste Nachricht: Es ist größer und leistungsfähiger als das alte. Alexander Fendt, dessen DLRG fürs Impfen im Landkreis Mühldorf verantwortlich ist, sagt: „Wir können die Kapazitäten aufstocken.“ Künftig sind Verwaltungsmitarbeiter und Ärztinnen vier Stunden länger von 9 bis 22 Uhr vor Ort, es gibt dann statt 850 Spritzen 1300 täglich.

10.000 Dosen in einer Woche

„Die Erweiterung ist dringend nötig, denn zuletzt ist das Interesse an Impfungen stark gestiegen“, berichtet Landrat Heimerl. Nach seinen Angaben erhielten in der vergangenen Woche 10.063 Menschen eine Spritze in Hausarztpraxen und an den Impfstationen des Landkreises.

Lesen Sie auch: Einführung von 2G steigert die Impfbereitschaft in Mühldorf - Impfzahlen in einer Woche verdoppelt

6840 von ihnen kamen zur dritten und immerhin noch 1544 zur ersten Impfung. Unter ihnen seien einige, die bislang gezögert hätten, Schwangere oder stillende Mütter. „Und welche, die sich den Einschränkungen für Ungeimpfte nicht unterwerfen wollen und deshalb kommen“, sagt Fendt. Aber das seien nur Einzelne.

Landrat fordert Flexibilität

Um es den Menschen möglichst einfach zu machen, hatte die DRLG im Auftrag des Landkreises neben dem Impfzentrum auch mobile Stationen angeboten. Mit dem steigenden Interesse wuchs in der vergangenen Woche auch die Zahl der Beschwerden von Menschen, die dort keinen Impfstoff mehr bekamen.

Der Grund: An den mobilen Impfstationen, die seit einer Woche in Gebäude verschiedener Gemeinden verlegt wurden, gab es nicht ausreichend Impfstoff. Manche warteten lange und mussten unverrichteter Dinge nach Hause gehen. „Deshalb sagen wir den Leuten, sie sollen ins Impfzentrum kommen“, sagt Fendt, „dort können wir flexibler reagieren.“

Derzeit kein Impfstoffmangel

Landrat Heimerl stellt sich vor die DLRG: „Dass man in dieser Situation nicht zu 100 Prozent impfen kann, das muss uns allen klar sein.“ In den mobilen Impfstationen sei der Impfstoff genauso begrenzt, wie die Zahl der Mitarbeiter. Im Impfzentrum arbeiten dagegen bis zu 25 Mitarbeiter gleichzeitig und Impfstoff steht zumindest in dieser Woche auch noch ausreichend zur Verfügung.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Wie es in der nächsten aussehen wird, weiß noch niemand, die Zuteilung erfolgt erst am Wochenanfang. „Das traue ich mich nicht zu sagen“, betont Heimerl. Deutschlandweit stünden neun Millionen Dosen zur Verfügung, die auf die Landkreise verteilt würden.

Extra Impfkabinen für Familien

Wenn genug Impfstoff da ist, kann im neuen Impfzentrum gleichzeitig in acht Kabinen geimpft werden, drei mehr als derzeit. Der Bau erlaubt es außerdem, Menschen, die ohne Termin kommen, im Warmen warten zu lassen. Drei Kabinen sollen für Familien bereitgehalten werden, weil die Impfung jetzt auch für Kinder ab fünf Jahren zugelassen wird.

Fendt und Heimerl besprechen bei ihrem Rundgang, wie sie die Kabinen kinderfreundlich gestalten können. „Ein Sponsor für Gummibärchen wäre recht“, sagt Heimerl. Fendt weiß, wie wichtig die persönliche Betreuung ist. Dazu gehört nicht nur ein angenehmer Empfang oder die medizinische Beratung.

Keine allergischen Schocks

Auch die Nachsorge sei wichtig, obwohl es nur wenige Fälle gebe, in denen Menschen Hilfe bräuchten. „Drei oder vier in der Woche“, erzählt Fendt. Schwere allergische Schocks seien aber bislang nicht darunter gewesen. „Eine rettungsdienstliche Versorgung brauchten wir noch nicht.“ Meist seien es Kreislaufprobleme bei Menschen gewesen, die aufgeregt gewesen seien oder Angst vor der Spritze gehabt hätten. Für sie gibt es auch künftig die Möglichkeit, sich auf einer der Liegen zu erholen.

Terminvereinbarung auch telefonisch

An fünf Schaltern werden die Impfwilligen ab Donnerstag (2. Dezember) begrüßt. Obwohl man dort spontan vorbei kommen kann, empfiehlt Impfzentrumsleiter Fendt eine Terminvereinbarung. Die ist telefonisch möglich unter 0 86 31/1 86 09 80 oder im Internet. Das Impfzentrum liegt an der Oderstraße 5 in Mühldorf, bereits am Dienstagabend (30. November) schließt das bisherige. Impfmöglichkeit besteht am Mittwoch im Haus der Vereine in Waldkraiburg.

Das Ehepaar vor dem Eingangszelt geht weiter. Er schüttelt den Kopf: „Und das alles, wegen diesem Mist.“

Corona-Wert sinkt weiter langsam - Kliniken über Grenzwert

Fünf Menschen aus dem Landkreis Mühldorf sind am Wochenende an Corona gestorben. Diese Zahl meldete am Montag (29. November) das InnKlinikum. Insgesamt starben acht Menschen, zwei aus dem Landkreis Altötting und einer aus einem anderen. Der jüngste Tote ist ein 54-Jähriger aus dem Landkreis Altötting, die älteste eine 91-jährige aus dem Landkreis Mühldorf. Damit bleibt die Situation im InnKlinikum weiter sehr angespannt, wo immer noch 91 Menschen wegen Corona behandelt werden müssen, das sind 14 mehr als am Samstag. 20 von ihnen werden auf der Intensivstation beatmet.

Die Auslastung der Kliniken liegt damit weiter um mehr als 100 Prozent über dem Grenzwert. Der Corona-Inzidenzwert im Landkreis sinkt dagegen weiter langsam. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag mitteilte, lag er bei 1027. Es gab 112 neue Fälle. Damit sinkt der Wert nach dem Höchststand vom Donnerstag vergangener Woche mit 1160 den vierten Tag in Folge, bleibt allerdings auf hohem Niveau.

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