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Staatsanwaltschaft fordert harte Strafen

Boystown-Prozess: 12 Jahre Knast für Mühldorfer Kinderschänder?

Der Mühldorfer Angeklagte Alexander G. (49) vor den Plädoyers im „Boystown“-Prozess am Landgericht Frankfurt.
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Der Mühldorfer Angeklagte Alexander G. (49) vor den Plädoyers im „Boystown“-Prozess am Landgericht Frankfurt.

Die vier Angeklagten im Aufsehen erregenden Frankfurter Kinderporno-Prozess sollen laut Plädoyer der Staatsanwaltschaft für viele Jahre hinter Gitter. Für den Mühldorfer Alexander G. (49) wurden 12 Jahre mit Sicherungsverwahrung gefordert. Das Urteil soll spätestens kommenden Mittwoch, 30. November, fallen.

Frankfurt am Main/Mühldorf – Harte Stra­fen für die Hintermänner der größten enttarnten Kinder­schänder-Plattform im Dark­net forderte die Staatsanwältin im Frankfurter „Boystown“-Prozess: 11,5 Jahre soll Administrator An­dreas G. (41) aus Nordrhein-Westfalen ins Gefängnis, danach soll er in Sicherungs­verwahrung. Der aus Mühldorf stammende „Boy­stown“-Mitbegründer Alexan­der G. (49, „Jaydon“) soll 12 Jahre in den Knast mit anschließender Sicherheitsverfahrung. Beide hatten nicht nur vieltausendfach har­te Kinderpornografie geteilt, sondern auch Jungen in ihrem sozialen Umfeld miss­braucht.

Alexander G. möchte kastriert werden

Alexander G. hatte dem Gericht seine eigene Kastration angeboten, damit er sich nicht mehr an Kindern vergeht. Zusammen mit dem anderen Hauptangeklagten Andreas G. wurden dem Mühldorfer die schlechtesten Prognosen von Gutachtern gestellt. Ihm sei überdies zuzutrauen, erneut ein Kinderporno-Netzwerk zu gründen. Die Forderung der Staatsanwaltschaft kommentierte der Verteidiger des IT-Fachmanns, Michael Weiss, als „völlig überzogen“. Das werden die Vertreter der Opfer allerdings anders sehen.

Gewaltphantasien nicht heilbar

Am Rande der Verhandlung wurde bekannt, dass sich Alexander G. möglicherweise auch Akten von Kindern des katholischen Heimes beschafft hat, in dem er für IT zuständig war. Es gebe Hinweise, dass G. sich von deren Lebensgeschichten zu seinen pädophilen Geschichten voller Gewaltphantasien inspirieren ließ, sagte der Psychiater. Heilbar sei seine Pädophilie nicht, durch eine chemische Kastration könne seine „sexuelle Dranghaftigkeit“ aber abgeschwächt werden. G. hat sich dazu im Prozess bereit erklärt.

Plädoyer unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Weil die Opfer geschützt wer­den sollten, fand das erste Plädoyer nach dreimonatiger Beweisaufnahme unter Aus­schluss der Öffentlichkeit statt. „Power-User“ Fritz Otto K. (66, „Puzzy“) soll nach dem Willen der General­staatsanwaltschaft 7,5 Jahre hinter Gitter, der im Dschun­gel von Paraguay geschnapp­te Christian K. (60, „Don Dil­do“) 8 Jahre.

Warten auf die Plädoyers - Angeklagte der Kinderschänder-Plattform „Boystown“ vor dem Landgericht Frankfurt am Main.

„Don Dildo“ wünscht sich Sicherheitsverwahrung

Die verstörende Biografie von „Don Dildo“: Er war in seinem Leben schon Krabbenfischer, Marine-Soldat, Taxifahrer und Jugendbetreuer. Als 2010 Nacktfotos von Jugendlichen auf seinem Rechner gefunden wurden, floh er nach Paraguay und baute von dort die Darknet-Plattform „Boystown“ mit auf. Er habe selbst vier Kinder missbraucht, sehe sich aber als asexuell, sagte K. dem Gutachter. Die Bilder kleiner Jungs habe er als ästhetisch empfunden, sich auf „Boystown“ mit Gleichgesinnten ausgetauscht. Aber er ließ sich auch Spielzeug nach Südamerika schicken und Kinder aus seinem Umfeld mit Schildern posieren, auf denen sie Darknet-User grüßten. Christian K. wünscht sich eigentlich die Sicherungsver­wahrung – weil im deutschen Knast das Essen so gut ist. Doch diesen Gefallen wollte ihm die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer nicht tun.

Mit der Urteilsverkündung ist am Montag oder Mittwoch kommender Woche zu rechnen.

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