Im Landkreis Mühldorf

Kiebitzschutzprojekt - „Jetzt ist die Mithilfe von uns allen gefragt!“

Kiebitzschutz im Landkreis Mühldorf
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Kiebitznester bestehen aus einer flachen, nur spärlich ausgepolsterten Mulde. Die meist vier, braun gefleckten Eier heben sich kaum vom Untergrund ab und sind dadurch bestens getarnt.

Die brütenden Kiebitze im Landkreis Mühldorf haben Hochsaison. Damit die Brut der inzwischen seltengewordenen Vögel Erfolg hat, müssen die Vögel ungestört brüten können.

Pressemitteilung im Wortlaut:

Landkreis Mühldorf - Das Kiebitz-Schutzprojekt im Landkreis Mühldorf ist ein Gemeinschaftsprojekt von Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), Bayerischem Bauernverband (BBV), Wildland-Stiftung Bayern, unterer Naturschutzbehörde des Landkreises Mühldorf und dem die Projektkoordination innehabenden Landschaftspflegeverband Mühldorf. Jeder einzelne Projektpartner leistet dabei einen grundlegenden Beitrag zum Kiebitzschutz. Nur gemeinsam und unter Mithilfe jedes Einzelnen können die Kiebitzvorkommen im Landkreis in Zukunft gesichert und gestärkt werden.

Die Äcker sind bestellt - die erste Hürde ist genommen

Unermüdlich waren die ehrenamtlichen Kiebitz-HelferInnen der LBV Kreisgruppe Mühldorf in den vergangenen Wochen unterwegs, um nach Kiebitzen Ausschau zu halten, die auf den noch unbestellten Ackerflächen ihre Nester anlegten. Denn der einstige Wiesenbrüter brütet mittlerweile immer häufiger auf Äckern. Durch die Arbeit der Kiebitz-HelferInnen konnten die Landwirte dann rechtzeitig über die Anwesenheit der Feldvögel auf ihren Flächen informiert werden und die Gelege bei der Bestellung der Felder markiert und so vor einer Zerstörung während der Feldbearbeitung bewahrt werden. Die erste Gefahr, der die Bodenbrüter jedes Jahr zu Beginn ihrer Brutzeit etwa ab Mitte März ausgesetzt sind, konnte somit durch die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz erfolgreich abgewehrt werden. Insgesamt etwa 32 Kiebitz-Brutpaare werden aktuell auf diese Weise im gesamten LandkreisMühldorf betreut.

Eine anstrengende Brutzeit

Die Feldbearbeitung auf vielen Flächen ist inzwischen größtenteils abgeschlossen, der Mais ist gebaut und man könnte denken, die Kiebitze könnten nun in aller Ruhe ihrem Brutgeschäft nachgehen. Leider ist di eBrut der Feldvögel jedoch alles andere als ruhig, denn die Vögel haben eine Vielzahl an natürlichen Feinden.

Fuchs und Marder, aber auch Vögel wie Rabenkrähen, Mäusebussard oder auch Reiher räubern die Eieroder stellen den Küken nach. Während ein Vogel bei Wind und Wetter das Nest bebrütet, steht der Partner– meist das Männchen - deshalb stets in der Nähe am Feldrand und hält Wache. Sobald sich potentielle Feinde dem Brutgebiet nähern, werden sie tapfer mit waghalsigen Angriffsflügen vertrieben. Eine durchaus Kräfte zehrende Zeit für die Vögel.

Zusätzliche Störungen vermeiden – unser Beitrag zum Kiebitzschutz

Um den Bruterfolg der Kiebitze zu sichern, sind nun wir alle gefragt. Die Natur steht in voller Blüte und überall in der Landschaft regt sich das Leben. Das lockt viele von uns raus in die Natur. Durch die Corona-Pandemie verstärkt, erkennen wir immer mehr, wie wertvoll das Genießen der Natur und die Erholung in der freien Landschaft sind. Gerade hier ist jetzt aber auch von uns besondere Rücksicht gefragt, denn dort wo wir uns bewegen, ist das Zuhause der gefährdeten Kiebitze.

Jede zusätzliche Störung, beispielsweise durch querfeldein laufende Personen oder freilaufende Hunde, bedeuten für die sensiblen Kiebitze zusätzlichen Stress und einen hohen Energieverbrauch. Der Kiebitz betrachtet Mensch und Hund als Gefahr und verlässt deshalb sein Nest, sobald jemand seinem Gelege zu nahekommt. Werden die Vögel sehr lange oder auch sehr häufig bei ihrem Brutgeschäft gestört, drohen die zurückgelassenen Eier auszukühlen. Im schlimmsten Fall wird das Gelege sogar aufgegeben.

Auch junge Küken, die nach dem Schlüpfen von den Elternvögeln durch das sogenannte Hudern vor Kälteoder Hitze geschützt werden, werden bei Gefahr ohne Schutz zurückgelassen und können sterben. Bitte helfen Sie mit!

Im Rahmen des Kiebitzschutzprojektes wurden nun in sensiblen Kiebitz-Brutgebieten im Landkreis Mühldorf Hinweistafeln aufgestellt, die auf die besondere Gefährdung der Kiebitze aufmerksam machen. Gefördert wurden die Schilder durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung Waldkraiburg.

Durch unser umsichtiges Verhalten in der freien Natur können nun auch wir unseren Beitrag zum Schutz der gefährdeten Feldvögel leisten. Indem wir auf den Wegen bleiben und unsere Hunde an der Leine führen, vermeiden wir zusätzliche Störungen, die den Bruterfolg der Vögel gefährden würden.

Nur gemeinsam können wir den Kiebitz im Landkreis Mühldorf auf Dauer schützen und erhalten. Deshalb helfen Sie bitte mit beim Kiebitz-Schutz, indem Sie bei ihrem nächsten Ausflug in die Natur auf den Wegen bleiben und ihre Hunde anleinen. Familie Kiebitz dankt es Ihnen!

Pressemitteilung Landschaftspflegeverband Mühldorf a. Inn e.V.

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