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Wo gebaut werden könnte

Neue Windräder für den Kreis Mühldorf? In diesen Kommunen befinden sich die Vorranggebiete

Themenbild: Windkraftanlagen in der Region stellten sich bislang als wirtschaftlich nicht rentabel heraus.
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Themenbild: Windkraftanlagen in der Region stellten sich bislang als wirtschaftlich nicht rentabel heraus.

In Sachen wirtschaftlicher Anlage von Windrädern in der Region gehen Landkreis und Kommunen in eine weitere Runde. Aufgrund neuer Vorgaben der Bundesregierung sollen sogenannte Vorranggebiete im Landkreis ausgewiesen werden, auf denen möglicherweise Windräder gebaut werden könnten. Betroffene Bürgermeister halten sich mit einer Einschätzung zurück.

Mühldorf – Eine „windige“ Region sei unser Landkreis nicht, in vielfacher Hinsicht, betont Max Heimerl. Obwohl man generell in Sachen regenerative Energien sehr gut unterwegs sei, haben sich Windkraftanlagen in der Vergangenheit einfach nicht wirtschaftlich rentabel dargestellt, erklärt der Landrat die Situation im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.

Das könnte sich nun ändern – durch Anreize der Bundesregierung, die eine höhere Einspeisung auch für Anlagen verspreche, die von der Effektivität her nicht so hoch seien, erklärt Heimerl, der dabei auf die Vorgaben aus Berlin verweist, wonach ausdifferenziert für Bayern bis 2032 1,8 Prozent, bis 2026 1,1 Prozent der Flächen möglichen Windkraftanlagen vorgehalten werden sollen.

Bürgermeister sind informiert

„Wir sind als Kommunen derzeit dabei, einen Regionalplan zu erarbeiten, wonach ein Teil der Fläche als sogenannte Vorranggebiete ausgewiesen werden soll“, so der Landrat. Das bedeute jedoch nicht, dass auf diesen Flächen, die im Internet öffentlich eingesehen werden können, Windräder unbedingt stehen werden, sondern dass dort bei Bauvorhaben vordringlich Windkraftanlagen gebaut werden müssen, erklärt der Landrat.

Diese öffentlich auszuweisen sei eine hoheitliche Ausgabe, die dem Regionalen Planungsverband Südostoberbayern für die Region 18 obliegt – also für die Landkreise Mühldorf, Altötting, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land sowie der Stadt Rosenheim.

Flächen im Norden betroffen

Rund zwei Wochen ist es her, dass Max Heimerl die Bürgermeister betroffener Gemeinden über die bisher ausgewiesenen Vorranggebiete im Landratsamt informiert habe, erklärt der Reichertsheimer Bürgermeister Franz Stein. Und weiter: „In unserem Gebiet ist nur ein kleines Eck zwischen Aschau, Reichertsheim und Rattenkirchen betroffen.“ Die Gespräche stehen noch am Anfang. Wobei er darauf hinweist, dass er bereits vor zwei Jahren mit seinem Kollegen aus Rattenkirchen über das Thema Windkraft gesprochen habe.

Damals wurde es aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit wieder „ad acta gelegt“, gibt Stein zu bedenken. Vielleicht sei heute die Technik effektiver, spekuliert der Bürgermeister an der Stelle.

Genauso wie Franz Stein möchte auch Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner das Angebot des Landratsamts wahrnehmen, die Kommunen fachlich und planerisch in Gestalt sogenannter „Windkümmerer“ zu unterstützen. Klimaschutzmanager Christoph Mayerhofer ist hier der Ansprechpartner.

„Wir finden das Thema Windkraft interessant, ganz klar. Aber der Weg dahin wird nicht einfach sein“, so das erste Urteils Baumgartners über die Planungen, „Windräder in die Prärie“ zu setzen.

Vorprogrammierte Interessenskonflikte

Abgesehen von der Wirtschaftlichkeit weist der Neumarkter Rathauschef darauf hin, dass auch noch die privaten Grundstückeigentümer „überzeugt werden“ müssten. Nach der planerischen Vorarbeit betreffe dies allerdings erst den zweiten Schritt der Umsetzung des Vorhabens, ist auch von Landrat Max Heimerl zu vernehmen.

Ein heikles Thema, das zukünftig viel Diskussionsgrundlage bieten dürfte. Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer, der zusammen mit seinem Neumarkter Kollegen nach aktueller Lage mit einem guten Teil der ausgewiesenen Gebiete im Norden des Landkreises zu tun haben dürfte, verweist auf die kommende Gemeinderatssitzung am heutigen Mittwoch. Da möchte er das Thema erstmals unter die Gemeinderäte streuen. Die Bürgermeister von Aschau und Rattenkirchen waren bis dato noch nicht für ein Statement erreichbar.

Rot gekennzeichnete Gebiete sind nach aktuellem Stand die ausgewiesenen „Vorranggebiete“ für Windkraftanlagen im Landkreis. Das rund eine Prozent soll bis 2032 auf 1,8 Prozent der Fläche ausgeweitet werden.

Interessenkonflikte zwischen Anwohnern und Grundstücksbesitzer könnten vorprogrammiert sein. In diesem Zusammenhang verweist der Reichertsheimer Bürgermeister Stein auf aktuelle Gesetzesvorlagen, die im Zuge der Verhandlungen mit den Eigentümern neue Möglichkeiten eröffneten. Kurzum, die Gespräche sind nun eröffnet. Es ist davon auszugehen, dass sie uns in den kommenden Jahren begleiten werden.

(pet)

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