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FRIDAYS FOR FUTURE

Linke Parolen bei Demonstration am Mühldorfer Stadtplatz: Klima und Klassenkampf verbinden

Organisator Janis Weise (rechts) brach das Pariser Klimaabkommen auf den lokalen Klimaschutz herunter. Seine Forderungsliste war lang, beinhaltete auch die Reduzierung von Waldrodungen.
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Organisator Janis Weise (rechts) brach das Pariser Klimaabkommen auf den lokalen Klimaschutz herunter. Seine Forderungsliste war lang, beinhaltete auch die Reduzierung von Waldrodungen.

„Fridays For Future Mühldorf“ fordert den Ausbau des kostenlosen ÖPNV. Gewerkschaftsvertreter und Marxisten sind sich einig: Kapitalismus und Umweltschutz lassen sich nicht vereinbaren. Sie alle nehmen in Sachen Umweltschutz die großen Unternehmen in die Pflicht

Mühldorf – Klima und Klassenkampf verbinden – das ist die klare Botschaft, die Redner bei der Demonstration von „Fridays For Future“ in Mühldorf“ propagiert haben. Knapp 30 Zuhörer waren auf den Mühldorfer Stadtplatz gekommen – die meisten im jugendlichen Alter, aber auch betagte Marxisten – um für einen radikalen Kurswechsel zu werben.

Versammlungsleiter Janis Weise warf großen Unternehmen vor, dass sie am Klimaschutz kein Interesse hätten, sondern nur an maximalem Profit. „Wir brauchen eine demokratische ökologisch geplante Wirtschaft. Und die Entscheidung sollte bei denen liegen, die tatsächlich produzieren“: den Arbeitern.

Sein Forderungskatalog war lang, reichte von einer Wasserstoffpipeline ins Chemiedreieck bis zu billigem Ökostrom. Fossile Brennstoffe sollten nicht mehr gefördert werden, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Prozent beschränkt und bis 2025 die Energie zu 100 Prozent aus regenerativen Energieformen erzeugt werden. Applaus erhielt er für die Idee des kostenlosen Ausbaus des Öffentlichen Nahverkehrs bis in die Dörfer.

Soziale Gerechtigkeit im Kampf ums Klima nicht vergessen

„Die Bekämpfung der Klimakrise kann nur funktionieren, wenn sie sozial-gerecht erfolgt“, betonte Sepp Parzinger vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Es seien Investitionen in Forschung und Technik nötig, um gute und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. „Wer jetzt spart, wird die Klimakrise nicht aufhalten können. Mit der neoliberalen Wirtschaftspolitik muss Schluss sein.“

Auch in Prien wurde demonstriert: Lautstarker Klimastreik mit Fahrrad-Demo

Linken-Kreisrat Dennis Uzon begrüßte es, dass sich die Fridays-for-Future-Bewegung links von der bürgerlichen Mitte positioniere, fernab des Mainstreams. Er vertrat die Meinung, dass es allen Menschen gut gehen sollte. „Doch unser Wohlstand basiert auf dem Elend der Dritten Welt!“

Unser Wohlstand basiert auf dem Elend der Dritten Welt!

Dennis Uzon, Die Linke

Er bezog klare Position gegen die Ausbeutung von Arbeitnehmern, nannte in diesem Zusammenhang Firmen wie ODU, Netzsch und Wacker. „Arbeitnehmer sollten an Unternehmen beteiligt werden und mitbestimmen dürfen“, forderte er, er skandierte dabei: „Kapitalismus wird niemals grün.“

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Knapp 30 Zuhörer waren gekommen, die Demo verlief friedlich.

Max Brym: FFF soll sich nicht von den Grünen instrumentalisieren lassen

Arbeiter- und Umweltpolitik gehören zusammen, fand Max Brym, der stellvertretend für „Der Funke“ von der marxistischen Linken sprach. Er warnte die Jugendbewegung davor, sich von den Grünen im Wahlkampf instrumentalisieren zu lassen. 100 Unternehmen seien verantwortlich für mehr als 70 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Brym warf den Firmen Profitgier vor: „Kapitalismus und Umweltschutz lassen sich nicht vereinbaren.“

Im Kleinen beginnen: Christoph Mirz plädiert für konsequentes Rücknahmesystem

Die Zuhörer hatten die Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern und davon machten Gastronom Christoph Mirz und Landwirt Sebastian Sonner Gebrauch. Mirz hielt ein Plädoyer auf das Mehrwegsystem. Der Gesetzgeber müsse nach Ansicht des Mühldorfers Rahmenbedingungen für ein konsequentes Rücknahmesystem schaffen, quasi eine Rücknahmeverpflichtung. Es störe ihn, dass beispielsweise Spirituosen oder Weinflaschen im Altglascontainer landen und kein Pfand darauf erhoben wird. „Warum nicht auch ein Rücknahmesystem für Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege einführen?“ Auch hier könne auf Glas zurückgegriffen werden. Berge von Gelben Säcken würden dann der Vergangenheit angehören.

Plädoyer für das Mehrwegsystem: Gastronom Christoph Mirz brachte Anregungen, wie Umweltschutz im Kleinen funktionieren kann.

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Schon jetzt zeugen Dürrejahre vom Klimawandel

„Ohne intakte Umwelt ist die Landwirtschaft weg“, warnte Landwirt Sebastian Sonner aus Reichertsheim vor der weiteren Zerstörung der Lebensgrundlagen. Schon jetzt müsse man als Landwirt Dürrejahre hinnehmen, für ihn ein klares Zeichen dafür, dass der Klimawandel schon längst begonnen hat. Der Reichertsheimer kritisierte die Agrarpolitik, die Großbauern fördere, kleine landwirtschaftliche Betriebe blieben auf der Strecke. Er beglückwünschte die Organisatoren für ihren Einsatz zugunsten der Umwelt, bedauerte es aber, dass während der Kundgebung viele junge Menschen uninteressiert vorbeigelaufen seien.

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