Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Haben ganz schön zu kämpfen gehabt“

Aus Dreien wurden Zwei: Die neuen Schulleiter für das Sonderpädagogische Förderzentrum Waldkraiburg

Sie freuen sich weiterhin auf die Herausforderungen: Schulleiterin Brigitte Krückl und Konrektor Alexander Perschl verantworten seit den Sommferien den Betrieb des Sonderpädagogischen Förderzentrums.
+
Sie freuen sich weiterhin auf die Herausforderungen: Schulleiterin Brigitte Krückl und Konrektor Alexander Perschl verantworten seit den Sommferien den Betrieb des Sonderpädagogischen Förderzentrums.

Mit Beginn des Schuljahres sind Schulleiterin Brigitte Krückl und Konrektor Alexander Perschl für das Wohl des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Waldkraiburg verantwortlich. Anfangs hatten sie kaum Zeit zum Durchschnaufen. Warum sie sich trotzdem freuen.

Waldkraiburg – Berichte schreiben, Anfragen der Regierung von Oberbayern beantworten, Stundenpläne aufstellen, ungewöhnlich viele An- und Abmeldungen von Schülern bearbeiten, den Schulbetrieb und die Vertretungen organisieren. Die Aufgaben und Anfragen zu Beginn des Schuljahres türmten sich bei der neuen Schulleiterin des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Waldkraiburg, Brigitte Krückl, und ihrem Konrektor Alexander Perschl.

„Wir haben ganz schön zu kämpfen gehabt“, umschreibt Perschl mit seiner ruhigen Gelassenheit und leiser Stimme ihr Strampeln im kalten Wasser, in das sie als Nachfolger von Burkhard Schröder gesprungen sind.

Am Anfang strampeln im kalten Wasser

Gleich zu Schuljahresbeginn schlug Corona wieder zu: Beide Sekretärinnen und viele Lehrer fielen aus; die Stelle des Zweiten Konrektors wird erst jetzt ausgeschrieben und in diesem Schuljahr wohl nicht mehr besetzt.

Für die 332 Schüler in Waldkraiburg sowie in den Außenstellen Haag, Aschau, Starkheim und Lohkirchen gibt es auf dem Papier über 60 Lehrkräfte. Doch die sind zum Teil an die Regelschulen abgestellt, langfristig erkrankt oder gehen demnächst ins Ausland oder in Pension. Genug, um den geplanten Unterricht zu halten, zu wenig für Differenzierungen – und null Puffer für Ausfälle. Schulleiter Schröder hatte sie zwar als Konrektoren schon eingebunden und an die Aufgaben herangeführt. Aber ohne ihn sieht es halt doch wieder anders aus.

Eigentlich wollte Krückl zum Beispiel, wie bisher schon, auch dieses Jahr wieder den Stundenplan erstellen. Dann kamen aber immer wieder andere Termine dazwischen, die sie nicht absagen konnte. Plötzlich musste Perschl feststellen: „Hoppala, da bin ich ja jetzt zuständig.“

„Es ist deutlich mehr Arbeit“, befinden Krückl und Perschl. „Wir hoffen, dass es bald leichter wird und wieder mehr Platz für das Schulleben ist.“ Das habe unter Corona gelitten. „Wir möchten, dass die Lehrer Luft haben und gemeinsam mit den Kindern etwas entwickeln können. Wir wollen bis zum Ende des Schuljahres einige schöne Aktionen machen.“

Weniger Druck und mehr Freiraum

Denn genau das mache das Lernen und Lehren an der SFZ aus: Es gebe weniger Druck und mehr Freiraum, um auf die Kinder einzugehen. „Unsere Kinder brauchen ein langsameres Lerntempo, einen behutsameren Weg zu Abschluss und Beruf“, so Perschl. Am SFZ sind die Lehrer nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Ansprechpartner und Erziehungspersonen. „Wir haben mehr Bezug zu den Kindern“, so Krückl. Das ist es auch, was die 55-Jährige und den 53-Jährigen fasziniert.

Krückl, die in der Nähe von Wasserburg aufwuchs und dort heute noch lebt, wollte seit ihrer Kindheit eigentlich mit behinderten Kindern arbeiten. Über die katholische Landjugend, einem anfänglichen Theologiestudium und Studienberatung fand sie zu ihrem jetzigen Beruf, den sie seit 1995 ausübt: Zunächst in Prien, wo sie unter anderem eine Krankenhausklasse aufbaute, ehe sie vor sechs Jahren nach Waldkraiburg wechselte.

Dort traf sie auf Perschl, der seit 1999 am SFZ unterrichtet – unter anderem lange Zeit in Starkheim. Er lebt in der Nähe von Altenmarkt, fühlt sich in Waldkraiburg „sehr wohl“ und fand über die Kirchenmusik, die er zunächst nebenberuflich betrieben hatte, und die Sprachheilpädagogik zu seiner Berufung. Die beiden Schulleiter haben mit Radlfahren und Wandern nicht nur ähnliche Hobbies. „Das ist der Beruf, den ich haben wollte. Ich mache ihn immer noch gerne“, sagt stellvertretend Krückl für beide. „Er ist immer spannend, nie langweilig, und ich liebe die Kinder.“

Die Schulleitung ist nur als Team möglich

Gemeinsamen wuchsen sie in die Schulleitung hinein, gemeinsam leiten sie die Schule. Krückl: „Mit so vielen Außenstellen und so vielen Kindern, muss man als Team arbeiten. Wenn ich alles alleine entscheiden sollte, wäre das zu viel.“ Und so teilen sie sich die zugewiesenen Schulleiterstunden: Sie hat etwas mehr als er. Beide werden auch regelmäßig an den Außenstellen sein, haben dort feste Unterrichtsstunden: Krückl einmal in der Woche in Haag, Perschl in Starkheim und Aschau. „Die Schüler lernen uns so besser kennen und der Kontakt ist dadurch ganz anders“, so Krückl. Außerdem bindet es die Außenstellen mehr an das Haupthaus in Waldkraiburg, wenn sie regelmäßig vor Ort sind und nicht erst, „wenn es ein Problem gibt.“

Die Anforderungen des Tages bestimmen aber derzeit ihren Alltag, lassen ihnen (noch) wenig Zeit zum Durchschnaufen. Macht die Arbeit da eigentlich noch Spaß? Ohne Zögern antworten sie unisono: „Auf alle Fälle.“

Kommentare