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Prominenter Neubürger

Im Tatort und beim „Alten“ Regie geführt: Altmeister des deutschen Fernsehkrimis zieht nach Engelsberg

Die Klappe für seine letzte Folge von „Der Alte“: Der Regisseur und Drehbuchautor Hartmut Griesmayr zieht im zarten Alter von 76 Jahren nach Engelsberg und baut dort.
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Die Klappe für seine letzte Folge von „Der Alte“: Der Regisseur und Drehbuchautor Hartmut Griesmayr zieht im zarten Alter von 76 Jahren nach Engelsberg und baut dort.

Er ist der Altmeister des deutschen Fernsehkrimis, hat bei über 30 Tatort-Produktionen und über 50 Episoden von „Der Alte“ Regie geführt und oftmals dazu auch die Drehbücher geschrieben: Hartmut Griesmayr (76). Er lebte fast 40 Jahre in Peterskirchen und zieht jetzt nach Engelsberg.

Engelsberg – Er ist der Altmeister des deutschen Fernsehkrimis, hat bei über 30 Tatort-Produktionen und über 50 Episoden von „Der Alte“ Regie geführt und oftmals dazu auch die Drehbücher geschrieben: Hartmut Griesmayr (76). Mit fast allen großen deutschen Schauspielern hat der vielfach ausgezeichnete Regisseur zusammengearbeitet. Am Set arbeiteten unter seiner Regie beispielsweise Inge Meysel, Katharina Böhm oder Hannelore Elsner, Theo Lingen, Uwe Ochsenknecht, oder Günther Strack. Fast 40 Jahre lang stand Griesmayr im Rampenlicht. Die OVB Heimatzeitungen haben mit ihm über Gott und die Welt gesprochen. Er erzählt auch, warum er heute keine Krimis mehr sehen kann.

Herr Griesmayr, warum wird aus einem Peterskirchner in hohem Alter noch ein Engelsberger?

Hartmut Griesmayr: Ich habe fast 40 Jahre lang im Pfarrhof in Peterskirchen gelebt. Ehrlich gesagt, er wurde mir zu groß. Hinzu kam der zunehmende Lärm von der Staatsstraße. Da war es eine glückliche Fügung, dass meine Partnerin ein schönes Grundstück in Engelsberg geerbt hatte. Da habe ich dann spontan gesagt, dass wir da ein Haus draufbauen.

Für den Film arbeiten Sie aber nicht mehr.

Griesmayr: Die Zeiten sind vorbei, am Ende hatte ich noch viele Drehbücher für Krimis geschrieben. Aber die Zeiten wurden immer schwieriger, weil zu viele Leute bei Inhalten mit hineinredeten. Zumeist arbeiteten wir für die Serie „Der Alte“. 2011 hatte ich meinen letzten Film als Regisseur gedreht. In Summe waren es über 50 Folgen und bei über 40 hatte ich auch das Drehbuch geschrieben.

Was war Rolf Schimpf für ein Schauspieler?

Griesmayr: Mit ihm war es eine sehr, sehr schöne Zeit. Er war Profi durch und durch und das mit 80 Jahren. Er war bescheiden, immer textsicher und pünktlich. Er hatte alle guten Eigenschaften, die zu einem guten Schauspieler gehören.

Und sein Nachfolger Walter Kreye?

Griesmayr: Es war sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Er wurde leider sehr schnell abgesägt, als er krank wurde. Da ist das Filmgeschäft knallhart.

Was war Ihre letzte Folge für „Der Alte“?

Griesmayr: Dazu fiel vor ziemlich genau zehn Jahren, am 29. September 2011 die letzte Klappe. Der Titel lautete „Gekauftes Glück“. Ich weiß das so genau, weil ich die Filmklappe noch in meinem Büro habe.

Berühmt geworden sind Sie aber mit den Tatort-Produktionen. Sie führten fast 30 Jahre lang Regie bei über 30 Fällen, hatten auch viele Drehbücher geschrieben. Wie ging es los?

Griesmayr: Mit Diether Krebs als Kommissar Nagel in „Alles umsonst“ im Jahr 1979. Krebs war ein Vorschlag von mir, nachdem beim NDR Klaus Schwarzkopf als der etwas mürrisch auftretende Kommissar Finke aufgehört hatte.

Es ging weiter mit Hansjörg Felmy als Kommissar Heinz Haferkamp.

Griesmayr: Ja, von ihm war ich auch begeistert. Ich war noch ein junger Regisseur, er war schon ein großer Star. Er war immer bescheiden, nie schnöselig. Er hat mich als End-Dreißiger voll akzeptiert.

Dann haben Sie mit Manfred Krug als Kommissar Paul Stoevergearbeitet.

Griesmayr: Der Mann hat eine außerordentliche Filmbegabung. Er weiß alles über den Film, wo er im Bild ist, wo das Licht ist, wie es gemacht wird. Es war nicht immer einfach, ihn so ins Bild zu kriegen, wie ich wollte. Aber ich habe von ihm eine Menge gelernt. Wir haben dann auch die Serie „Auf Achse“ gedreht.

Ihr letzter Tatort lief 2007, hieß „Bienzle und sein schwerster Fall“.

Griesmayr: Das war noch einmal ein Highlight. Die letzte Klappe fiel im Mai 2005. Mit Dietz-Werner Steck als Kriminalhauptkommissar Ernst Bienzle habe ich elf SWR-Tatorte gedreht. Hier war ja auch Rita Russek dabei, später bekannt aus Wilsberg.

Sie haben immer nur fürs Fernsehen gedreht, nie einen Kinofilm?

Griesmayr: Angebote waren da, aber ich wollte keinen Kinofilm drehen, wo beispielsweise Otto Walkes der Ansager ist. Da wäre ich dann Bild-Regisseur gewesen. Oder bei Thomas Gottschalk und Mike Krüger. Dann war noch ein Spielfilm über die RAF geplant. Auch hier habe ich abgesagt, aber aus inhaltlichen Gründen.

Hat es mal einen richtigen Flop gegeben?

Griesmayr: Da gab es natürlich einige. Ein Berliner Produzent rief mich eines Tages an, hatte ein „tolles“ Drehbuch präsentiert und wollte es mir schmackhaft machen. Der Titel hieß „Wer raucht die Letzte“. Der Stoff ähnelte jenem aus „Die 12 Geschworenen“. Die Besetzung war sehr prominent mit Manfred Krug, Ingrid van Bergen und vielen anderen. Aber schon beim Drehen kam wenig Spannung auf. Ich hatte ein ungutes Gefühl.

Was schauen Sie heute im Fernsehen?

Griesmayr: Krimis schau ich überhaupt nicht mehr. Das kann ich nicht, weil es mir auch etwas weh tut. Ich schaue gute amerikanische, englische oder französische Spielfilme. Einen sehr guten Film schaue ich auch oft drei Mal an. Zum Beispiel „Die Verurteilten“ mit Morgan Freeman, Tim Robbins und Bob Gunton.

Langweilig ist es Ihnen im Ruhestand aber nicht?

Griesmayr: Nein! Ich kann endlich Dinge tun, zu denen ich früher nur selten kam, zum Beispiel Reisen planen und auch durchführen oder auch Tennisspielen. Früher musste ich oft absagen, weil wieder Termine reinkamen und ich keine Zeit hatte.

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